Urteil gegen "Koks-Arzt"

Arzt tötete Frau mit Kokain auf seinem Penis: Neun Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung

28. Januar 2019 - 23:20 Uhr

Das Kokain befand sich an seinem Penis

Es ist einfach unglaublich: Ausgerechnet ein Arzt hat vier Frauen heimlich Kokain verabreicht, während er Sex mit ihnen hatte. Andreas N. löste die Droge nicht nur heimlich in Getränken auf, sondern rieb auch seinen Penis damit ein, bevor er mit den Frauen ins Bett ging. Am Landgericht Magdeburg fiel nun das Urteil: N. muss für neun Jahre hinter Gitter, im Anschluss muss er unter Sicherungsverwahrung leben. Bei der Urteilsverkündung sagte der Richter zu dem Verurteilten: "Ich hoffe, es ist klar, dass Sie nicht nur eine Strafe absitzen. Sie müssen auch von Ihrer Drogensucht wegkommen." Die Anwältin der Nebenklägerinnen erklärt im Video, was das Urteil für ihre Mandantinnen bedeutet.

Der Chefarzt der plastischen Chirurgie eines Klinikums in Halberstadt soll die Frauen über ein Dating-Portal kennengelernt haben. Sie wollten Sex mit ihm, von Drogen wussten sie nichts. Es kam zum Oralverkehr, an seinem Penis befand sich Kokain. So viel, dass eine der Frauen an einer Überdosis starb. Laut dem Richter hatte der Verurteilte zwar keine Tötungsabsicht, weil er direkt den Rettungswagen rief und eine Herzdruckmassage durchführte. Dennoch hätte er als Arzt einschätzen können müssen, dass die Kokaindosis zu hoch war.

Neben der Toten hat der Mediziner noch mindestens drei weitere Frauen ohne deren Wissen auf diese Art und Weise unter Drogen gesetzt. Laut dem Richter war es N. "gleichgültig, ob die Frauen sich widersetzen konnten".

Kokain soll die sexuelle Lust steigern

Dass sich männliche Kokain-Konsumenten die Rauschdroge über den Penis zuführen, ist Experten zufolge nicht ungewöhnlich. Es gebe Menschen, die eine Aufnahme des Stoffes über die Schleimhäute bevorzugen, sagt der Psychologe Dirk Baumeier. Und viele Konsumenten nehmen an, dass Kokain die sexuelle Lust steigert.

Ob Andreas N. seine eigene Lust steigern oder seine Opfer mit Kokain berauschen wollte, ist nicht bekannt. Fest steht: Durch sein unverantwortliches Tun hat der Mann den Tod einer Frau verursacht. Als Mediziner hätte er wissen sollen, dass bereits kleine Mengen der Droge für einen Menschen eine tödliche Überdosis darstellen können.