Es ist preiswert und bereits verfügbar

Medikament gegen Depressionen wirkt gegen Covid-19

Bereits im November des vergangenen Jahres war Forschern die Wirkung des Antidepressivum Fluvoxamin aufgefallen. (Foto: Symbolbild)
Bereits im November des vergangenen Jahres war Forschern die Wirkung des Antidepressivum Fluvoxamin aufgefallen. (Foto: Symbolbild)
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29. Oktober 2021 - 11:28 Uhr

Suche nach geeigneten Medikamenten geht weiter

Impfen - es ist und bleibt der Gold-Standard bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch um größeren Schaden bei Impfdurchbrüchen und Ungeimpften abzuwenden, wird auch weiterhin an Medikamenten gegen die Krankheit geforscht. Eine groß angelegte Studie bestätigt nun die Wirksamkeit des Antidepressivums Fluvoxamin gegen Covid-19. In einem frühen Stadium angewendet, kann das Medikament das Hospitalisierungsrisiko für bestimmte Patienten senken. Der Vorteil an dem Mittel: Es ist vergleichsweise billig.

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Verlauf von Covid-19 wird bei Risikopatienten gemildert

Eine weitere, diesmal groß angelegte klinische Studie hat gezeigt, dass ein preiswertes Medikament Risikopatienten mit Covid-19 in einem frühen Stadium vor einer Einlieferung ins Krankenhaus bewahren kann. Bei dem Medikament handelt es sich um das Antidepressivum Fluvoxamin. Die Ergebnisse der neuen Studie wurden im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht. Bereits im November des vergangenen Jahres war Forschern die Wirkung aufgefallen.

Fluvoxamin wird als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bereits seit rund 30 Jahren zur Behandlung von Zwangsstörungen (OCD), sozialer Angststörung und Depression eingesetzt. Forschern war jedoch aufgefallen, dass das Medikament auch Entzündungen hemmt und damit womöglich den sogenannten Zytokinsturm unterdrücken kann - eine der schweren Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung.

Mehrere kleinere Studien hatten bereits zuvor Erfolge beim Einsatz von Fluvoxamin gezeigt. Nun jedoch hatten Forscher aus Kanada, den USA und Brasilien das Medikament an fast 1500 Covid-19-Patienten in Brasilien getestet. Die Probanden erhielten dabei entweder Fluvoxamin oder ein Placebo.

Krankenhausaufenthalte um ein Drittel verringert

Das Ergebnis: Das Medikament konnte die Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten oder längerer medizinischer Behandlung um ein Drittel reduzieren, so die Forscher. Einige Patienten hatten das Medikament allerdings abgesetzt, weil sie es schlecht vertrugen. Bei jenen, welche die vorgegebene Dosierung einhielten, zeigte sich eine sogar noch bessere Wirkung: Die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes wurde um zwei Drittel reduziert. Aus dieser Gruppe starb zudem nur ein Patient, aus der Placebo-Gruppe waren es 12.

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Optimale Dosierung noch unklar

Allerdings gibt es zu dem Medikament noch offene Fragen: So ist die optimale Dosierung noch unklar. Offen ist auch, wie gut das Medikament bei Geimpften wirkt - die meisten Patienten der Studie waren ungeimpft.

Ein Vorteil jedoch ist, dass Fluvoxamin bereits lange im Einsatz ist und bereits viel über seine Wirkung und Nebenwirkungen bekannt ist. Das Medikament hat noch einen weiteren Vorteil: Es ist verhältnismäßig günstig. Eine zehntägige Behandlung kostet nur 4 US-Dollar (3,5 Euro). Zum Vergleich: Das Medikament Molnupiravir des US-Pharmakonzerns Merck & Co kostet etwa 700 Dollar (etwa 600 Euro) für eine fünftägige Behandlung. (kst/ija)

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