Corona-Talk bei Anne Will

Annalena Baerbock: "Wir verlieren unsere Kinder“

Annalena Baerbock bei Anne Will
Annalena Baerbock bei Anne Will
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15. Februar 2021 - 13:47 Uhr

von Marko Schlichting

Jede Menge gute Nachrichten und einen Vorschlag für eine fraktionsübergreifende Bundestagsinitiative zum Thema Kinder – die Anne-Will-Talkshow im Ersten hatte am Sonntagabend einiges zu bieten. Auch wenn es noch ein wenig dauert, bis wir uns ab dem 01. März zum Haareschneiden wieder beim Friseur treffen können: Es gibt Licht am Ende des Tunnels.

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Scholz stellt Öffnungen für 7. März in Aussicht

 Olaf Scholz 2021-02-14, Deutschland, Berlin, Olaf Scholz SPD, Bundesminster der Fianzen und Vizekanzler, zu Gast bei Anne Will im Ersten. Thema der Politiktalk-Runde im Ersten Deutschen Fernsehen: Lockown statt Perspektivplan - ist die deutsche Pand
Finanzminister Olaf Scholz von der SPD stellte weitere Öffnungen für den 07. März in Aussicht. Dann könnten vielleicht schon Geschäfte und Museen öffnen, sagte er.
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"Wir brauchen nur noch ein wenig Geduld", appellierte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Wenn sich die neuen Mutationen des Coronavirus nicht schnell ausbreiten, könnten bald weitere Öffnungen folgen, sagte der Politiker in der Anne-Will-Sendung am Abend.

Finanzminister Olaf Scholz von der SPD stellte weitere Öffnungen für den 07. März in Aussicht. Dann könnten vielleicht schon Geschäfte und Museen öffnen, sagte er. Und das, obwohl sich am Mittwoch die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen Inzidenzwert von 35 Ansteckungen bei 100.000 Menschen innerhalb einer Woche verständigt haben. Der sei angemessen, als eine Art Puffer wegen der neuen Mutationen. "wenn sich die Mutationen nicht schnell ausbreiten, kann es schnell weitere Öffnungen geben", so der SPD-Politiker.

FDP-Chef Christian Lindner geht die für den 01. März vorgesehene Öffnung von Friseurläden nicht weit genug. Mit Hygieneprogrammen und Masken könnten ruhig auch andere Einrichtungen wie Kosmetikstudios wieder aufmachen, sagte er.

Auch Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock findet den neuen Inzidenzwert gut, sie beklagt jedoch, dass auch nach einem Jahr Corona die verantwortlichen Politiker noch immer nicht an einem Strang zögen. Darunter hätten besonders die Kinder zu leiden. Die Politikerin ist Mutter von zwei Kindern, von denen eines in die Kita und das Zweite in die Schule geht. Sie weiß also, wovon sie redet. Unter der Pandemie leiden vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien, sagt sie. 20 Prozent aller Schulkinder hätten psychische Probleme. Lehrer müssten täglich Kontakt mit den Kindern aufnehmen. Doch das würde nicht passieren. "Wir verlieren unsere Kinder", meint die Politikerin – und fordert schon in der nächsten Bundestagswoche eine fraktionsübergreifende Gesetzesinitiative. Das Parlament solle einen Bildungsfond beschließen, um die Schulen besser zu unterstützen. Dies sei die Aufgabe des Staates, denn dessen Auftrag sei es, Kinder zu schützen. Mit dem Fond könnten auch Lehramtsstudenten finanziert werden, die an den Schulen Lehrer bei ihrer Arbeit helfen. Außerdem sprach sie sich für häufige Selbsttests aus. Lehrer müssten in der Lage sein, sich mindestens alle zwei Tage zu testen.

Tests sollen bald zugelassen werden

Doch die Sache mit den Selbsttest ist ein Problem: Bisher ist noch keiner zugelassen. Das soll sich schnell ändern, verspricht SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Darauf habe er sich am Wochenende mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verständigt, sagt er. Jetzt wolle man schnell mehr Testkapazitäten schaffen. "Das ist richtig, und ich werde mich dafür einsetzen." Außerdem sollten so schnell wie möglich Selbsttests zugelassen werden, die jeder benutzen kann. Und die Weiterentwicklung von Impfstoffen soll gefördert werden.

Was allerdings weiter fehlt, ist ein Stufenplan, der genau festlegt, wann und wie der Ausstieg aus dem Lockdown geregelt wird. Der soll spätestens im März auf dem Tisch liegen, wenn sich Ministerpräsidenten und Bundesregierung wieder treffen. Das sei man den Bundesbürgern schuldig, denn: "Durch ihre Mitwirkung sind wir so weit vorangekommen."

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