Mutter verliert Mann und Kind

Todesfahrt von Trier: Georgios K. und neun Wochen alte Tochter Virginia mussten sterben

Opfer des Attentats von Trier
Bei der Todesfahrt von Trier wurden der Zahnarzt Georgios K. und seine kleine Tochter Virginia getötet.
privat

Zahnarzt aus Trier bei Amok-Fahrt getötet

Zwei Tage nach der Todesfahrt in Trier steht die Stadt unter Schock. Fünf Menschen sind tot, darunter auch die erst neun Wochen alte Virginia und ihr Vater Georgios K. (45), ein Zahnarzt aus Trier. Wie sich seine Patienten an ihn erinnern, lesen Sie hier. Die Frau, die bei der schrecklichen Tat ihre kleine Tochter und ihren Mann verloren hat, liegt derzeit noch verletzt im Krankenhaus – ebenso wie ihr eineinhalbjähriger Sohn.

Augenzeuge sah Kinderwagen nach dem Attentat auf der Straße stehen

Es sei ein Bild des Chaos und des Grauens gewesen, berichtet Augenzeuge Peter Bettendorf. "Ich habe gesehen, wie die Verletzten und Toten auf dem Boden gelegen haben", sagt er. Patrick Namegabe erinnert sich, dass er zunächst Frauen auf dem Boden sah – und einen Kinderwagen. Dann habe er nach dem Kind geguckt und gesehen, dass drei Sanitäter versuchten, das Kind wiederzubeleben.

Alle Todesopfer stammten aus Trier

"Alle getöteten Opfer waren Menschen aus Trier, die in der vorweihnachtlich geschmückten Trierer Fußgängerzone unterwegs waren", so die Polizei. Insgesamt wurden fünf Menschen getötet und 14 verletzt, mehrere davon schwer. Zu den Todesopfern zählen neben dem Baby und seinem Vater drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren. Sie alle stammen aus Trier. Von den Verletzten schwebten vier immer noch in Lebensgefahr, darunter auch ein 14-Jähriger, teilte die Stadt mit.

Malu Dreyer: „Der Schmerz der Mutter, die ihr Kind und ihren Mann verloren hat, das verschlägt mir die Stimme"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von „wahllosen Morden“. Nichts könne diese „brutale und schreckliche Tat“ rechtfertigen. „Der Schmerz der Mutter, die ihr Kind und ihren Mann verloren hat, das verschlägt mir die Stimme. Nie wieder das Lachen von Vater und Kind“ , sagte sie bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwoch.

Prime Minister at State of Rhineland-Palatinate Malu Dreyer speaks as people pay their respects near the site where a car crashed into pedestrians in Trier, Germany, December 2, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach
Bei einer Gedenkveranstaltung drückte Malu Dreyer ihr Mitgefühl aus.
THO/ANT, REUTERS, KAI PFAFFENBACH

Kurz nach Todesfahrt festgenommen: Das wissen wir über den mutmaßlichen Täter Bernd W.

Gegen 13:46 Uhr war am Dienstagnachmittag ein Auto durch die Fußgängerzone in Trier gerast. Fünf Menschen wurden getötet, darunter auch ein Baby. Mehrere weitere wurden verletzt. Kurz nach der vierminütigen Amokfahrt wurde ein 51-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen. Bernd W. stammt aus der Region und soll sich gegen seine Festnahme massiv gewehrt haben, Am Donnerstag soll er vor den Haftrichter kommen. Er wird seit Mittwoch von der Polizei verhört, über den Inhalt der Vernehmung ist allerdings noch nichts bekannt.

Was ihn zu der Tat trieb, ist derzeit noch unklar. Hinweise auf ein politisches Motiv für das Attentat gebe es nicht. Es gebe allerdings Anzeichen für eine psychische Erkrankung des mutmaßlichen Amokfahrers , hieß es von der Staatsanwaltschaft. Bernd W. war bei der Tat betrunken, laut verschiedenen Medienberichten soll er ein massives Alkoholproblem haben.