Prozess nach Protesten gegen A49-Ausbau

Umweltaktivistin soll Polizisten gegen den Kopf getreten haben

Prozess gegen Aktivistin aus dem Dannenröder Forst beginnt
Prozess gegen Aktivistin aus dem Dannenröder Forst beginnt
© dpa, Nadine Weigel, wst

25. Mai 2021 - 18:33 Uhr

Voller Körpereinsatz für die Umwelt?

Rund ein halbes Jahr nach den Protesten gegen den Weiterbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst in Mittelhessen hat am Dienstag der Prozess gegen eine Frau vor dem Landgericht Alsfeld begonnen. Sie soll in einem Protest-Camp auf einer Seiltraverse in rund 15 Metern Höhe einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben. Einem weiteren Beamten soll die Frau ihr Knie ins Gesicht gestoßen haben. Die Identität der Frau ist unbekannt. Ihr werden unter anderem tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Es ist der erste größere Strafprozess rund um die Proteste gegen das Verkehrsprojekt.

 12.11.2020 xkhx Protest gegen A49-Ausbau Räumung im Dannenröder Forst Aktivisten wollen den Wald mit ihrem Leben verteidigen und machen es der Polizei mit Barrikaden und Aktionen in grosser Höhe schwer zu räumen Bild zeigt Besetzer versucht durch Kl
Protest gegen A49-Ausbau: Bei der Räumung im Dannenröder Forst im November 2020 wollen Aktivisten den Wald mit ihrem Leben verteidigen
© imago images/Hartenfelser, Peter Hartenfelser via www.imago-images.de, www.imago-images.de

"Ihr seid die Verbrecher" - Klimaschützer unterstützen Angeklagte

Der Auftakt wurde begleitet von Protesten von Umwelt- und Klimaschützern. Vor dem Gerichtsgebäude harrten sie mit Transparenten mit Aufschriften wie "Klimaschutz ist kein Verbrechen! Ihr seid die Verbrecher" aus und skandierten "Freiheit für Ella". Die Polizei sprach von rund 40 Teilnehmern bei der Demonstration.

Verteidigt wird die Angeklagte von dem Rechtsanwalt Tronje Döhmer. Ursprünglich hatten zwei weitere Wahlverteidiger an dem Prozess teilnehmen wollen, darunter der bekannte Umweltaktivist Jörg Bergstedt. Sie waren aber abgelehnt worden. Beschwerden dagegen lehnte der Vorsitzende Richter zum Prozessbeginn unter anderem mit der Begründung ab, es bestünden "erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit".

A49-Ausbau - Bauprojekt mit Hindernissen

Im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald (beide Vogelsbergkreis) und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn gefällt worden. Dagegen protestierten Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst Baumhäuser und zahlreiche Barrikaden errichteten. Diese wurden im vergangenen Herbst schrittweise von der Polizei geräumt. Dabei kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen. Die A49 soll einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. (dpa/gmö)

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