Tolle Initiative in Erlangen

Alleinerziehende, ihr seid nicht allein: Projekt "Mama Mia" hilft Single-Eltern bei Kinderbetreuung

© Jocki Krieg

29. Januar 2019 - 10:16 Uhr

von Anna Kriller

Kind und Job unter einen Hut zu bekommen, ist oft schon schwierig genug. Sind Eltern dann auch noch alleinerziehend, ist es fast unmöglich. Um Alleinerziehenden bei der Organisation der Kinderbetreuung zu helfen, hat der Sonderfonds für Kinder der Bürgerstiftung Erlangen das Projekt "Mama Mia" ins Leben gerufen. Um zu zeigen: Ihr seid nicht allein.

Bürgerstiftung setzt sich für Alleinerziehende ein

Gemeinsam geht es leichter – unter diesem Motto steht das Projekt "Mama Mia" in Erlangen. Gerade für alleinerziehende Mütter und Väter, die im Schichtsystem früh morgens, spät abends oder sogar nachts arbeiten müssen, stellt sich oft die Frage: Wie soll ich Geld verdienen und mich gleichzeitig um meine Kinder kümmern? Denn: Wenn die meisten Kitas um 17 Uhr schließen, ist die Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Supermärkten oder Gastronomie noch nicht getan. Ist der Arbeitgeber nicht flexibel, das Geld zu knapp für einen Babysitter und können sich Oma und Opa nicht um die Kleinen kümmern, stehen viele Alleinerziehende vor einem unlösbaren Problem.

Das hat man in Erlangen erkannt. Zunächst organisierte eine städtische Dienststelle die Kinderbetreuung für betroffene Eltern. Nachdem die Nachfrage nach Betreuung der Kinder in letzter Zeit deutlich zugenommen hat, hilft das Team des Projekts "Mama Mia" alleinerziehenden Müttern und Vätern im Alltag und entlastet sie in schwierigen Lebenssituationen. Wenn nötig, werden die Kosten dafür vom Sonderfonds für Kinder übernommen.

Kinderbetreuung in Randzeiten

"Alleinerziehende sind immer irgendwo von der Gesellschaft ausgeschlossen", gibt Ute Hirschfelder, Projektleiterin von "Mama Mia" und Gründerin des Sonderfonds für Kinder der Bürgerstiftung Erlangen im Interview mit RTL.de zu bedenken. Kind und Job alleine unter einen Hut zu bekommen, ist hart. Zeit für eigene Bedürfnisse, berufliche Weiterbildung oder soziale Kontakte bleibt da kaum.

Um Betroffene zu entlasten, vermittelt das Team rund um "Mama Mia" seit dem 15. Januar 2019 zuverlässige Kinderbetreuung vor allem in Randzeiten, also sehr früh morgens oder wenn Kitas abends schon geschlossen haben, hilft Alleinerziehenden bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen, beim Organisieren von Nachhilfe oder Musikunterricht für Kinder oder berät Alleinerziehende, die einen Schulabschluss nachholen oder eine Ausbildung beginnen möchten. Zusätzlich können Eltern jeden Donnerstag die Kinderbetreuung vor Ort nutzen, um Sachen zu erledigen oder mal kurz Zeit für sich zu haben.

"Wenn es den Eltern gut geht, geht es auch den Kindern gut"

Betreut werden die Kinder unter anderem von einer festen Mitarbeiterin, geschulten Studierenden, Senioren und Seniorinnen oder anderen Interessierten, teilweise sogar ehrenamtlich. Finanziert wird das Projekt durch Spenden.

"Der Bedarf ist da und das Interesse riesig", sagt Ute Hirschfelder. Gemeinsam mit dem Team von "Mama Mia" möchte sie Alleinerziehenden zeigen, dass sie nicht allein sind bei der täglichen Aufgabe Beruf und Familie zu vereinbaren. "Wenn wir den Müttern und Vätern unter die Arme greifen, helfen wir auch den Kindern", erklärt sie. "Denn, wenn es den Eltern gut geht, wenn sie gestärkt werden, dann geht es auch den Kindern gut."