Drei der Mädchen starben im Mutterleib

19-Jährige trägt tote Babys aus, damit eins überlebt

Tori Keller aus Alabama blieb für ihr Mädchen stark und trug alle vier Babys aus.
© MDWfeatures/ Tori Keller

27. Januar 2020 - 9:17 Uhr

Drei von vier Babys starben während der Schwangerschaft

Ein Schock und zugleich ein Segen war diese Nachricht für Tori Keller aus dem US-Bundesstaat Alabama: Die 19-Jährige erwartete Vierlinge. Ihren Partner Tyler Hallman hatte Tori über die Dating-App Tinder kennengelernt und sie freuten sich darauf, endlich eine Familie zu werden. Doch dafür ging die junge Frau durch die Hölle: Drei ihrer vier Babys starben noch im Mutterleib. Und dort mussten sie auch bis zur Geburt bleiben - damit eines ihrer Kinder überlebt!

Drei Föten teilten sich eine Plazenta

Baby Athena
Die kleine Athena überlebte.
© MDWfeatures/ Tori Keller

Schon bei einer Untersuchung nach 15 Wochen – also im 4. Schwangerschaftsmonat – stellte der Arzt fest, dass eines der Vierlinge keinen Herzschlag hatte. Drei ihrer Föten teilten sich eine Plazenta, eines lag separat. Da die Plazenta offenbar nicht stark genug war, um drei Babys zu versorgen, starb eines der Babys in der 15 SSW. 

Da es nicht möglich war, das verstorbene Baby aus der Gebärmutter zu entfernen, war klar: Tori musste alle vier Kinder austragen - auch wenn eines bereits tot war. Tori war sich sicher: Sie macht das und will ihre Mädchen auf die Welt bringen. "Ich wusste nicht, wie ich mich fühlen sollte, wenn ich sie ohne Herzschlag bei mir trug, aber ich hatte keine Wahl", erzählt die Barkeeperin der "Sun".

Drei Föten teilten sich eine Plazenta.
Drei Föten teilten sich eine Plazenta.
© MDWfeatures/ Tori Keller

In der 18. Schwangerschaftswoche fühlte Tori plötzlich keine Bewegungen mehr auf der einen Seite. Als sie beim Arzt anrief, sagte man ihr, sie solle sich keine Sorgen machen.

Eine Woche später dann der Schock: Bei der nächsten Untersuchung kam heraus, dass auch die anderen Mädchen, die sich mit dem verstorbenen Baby eine Plazenta teilten, keinen Herzschlag mehr hatten. Sie waren tot. Drei der vier Babys waren gestorben. Doch für Tori zählte vor allem das: Eines ihrer Kinder lebte - und um das gesund auf die Welt zu bringen, wollte sie alles geben.

„Ich hatte Angst, mein Baby zu verlieren“

Die kleine Athena kam am 2. Januar 2017 auf die Welt.
Die kleine Athena kam am 2. Januar 2017 auf die Welt.
© MDWfeatures/ Tori Keller

Nach intensiveren Untersuchungen – mit Ultraschall, Gebärmutterhalskontrollen und Flüssigkeitsproben – wurde Tori Keller in der 21. Schwangerschaftswoche ins Krankenhaus eingeliefert. Mit 23 Wochen kamen die Wehen. "Ich hatte solche Angst, dass ich mein Baby verlieren würde", sagte Tori der Zeitung. Doch sie hatte Glück.

Tori und Tyler sind überglücklich, dass es ihre Tochter Athena geschafft hat.
Tori und Tyler sind überglücklich, dass es ihre Tochter Athena geschafft hat.
© MDWfeatures/ Tori Keller

Athena wurde am 2. Januar 2017 geboren. Sie war zunächst 30 Zentimeter lang und noch nicht vollständig entwickelt. 127 Tage musste das kleine Mädchen im Krankenhaus bleiben, bevor es mit seinen Eltern nach Hause durfte. "Sie zum ersten Mal festzuhalten, war das beste Gefühl überhaupt. Es fühlte sich so natürlich und perfekt an. Wir haben uns verbunden", beschrieb die junge Mutter.

Athena ist schon drei Jahre alt und hat ein Brüderchen namens Zachariah.
Athena ist schon drei Jahre alt und hat ein Brüderchen namens Zachariah.
© MDWfeatures/ Tori Keller

Athena habe einige Entwicklungsverzögerungen, aber ihr gehe es gut – nach allem, was sie durchmachen musste. "Ihr geht es jetzt großartig. Sie geht, redet, rennt, springt, schreit und macht einfach alles, was ein normales Kleinkind tut", erzählte die mittlerweile 23-jährige Mutter. Über ihre Schwestern wisse Athena Bescheid. Tori und Tyler legen Wert darauf, ihren Kindern alles zu erzählen. Das Paar hat mittlerweile noch einen einjährigen Sohn namens Zachariah.