Mit diesen Tipps klappt es mit der Geldanlage

Aktien-Horror: Leverkusenerin sitzt plötzlich auf Schuldenberg

Eine junge Frau kaufte aus Versehen Aktien im Wert von 600.000 Euro
Eine junge Frau kaufte aus Versehen Aktien im Wert von 600.000 Euro
© dpa, Jens Kalaene, jka sne cgt fdt vco wst

12. April 2021 - 9:46 Uhr

Diese Fehler müssen Sie beim Aktienkauf vermeiden

Eigentlich ist es ja eine gute Idee, auch etwas Geld in den Aktienmarkt zu stecken. Auf dem Sparbuch gibt es schließlich keine Zinsen mehr. Das hat sich auch Jenny Schulz aus Leverkusen gedacht. Die 28-jährige hatte dafür 25.000 Euro auf ihrem Konto zur Verfügung. Doch auf einmal kaufte sie Aktien im Wert von 600.000 Euro! Wir klären, wie das passieren konnte und geben Tipps für den sicheren Kauf von Wertpapieren.

Ein teurer Fehlkauf

Jenny Schulz glaubte, alles richtig gemacht zu haben. Sie eröffnete ein Konto bei einer Direktbank und stellte im Vertrag sicher, dass dieses Konto nicht ins Minus rutschen darf. Also kann ja eigentlich nichts passieren, dachte sich die Mutter von zwei kleinen Kindern. Doch manchmal kommt es eben anders als man denkt. Jenny Schulz wollte so viele Aktien wie möglich eines amerikanischen Pharmaunternehmens haben, weil die ein Mittel gegen Brustkrebs entwickelt hatte. 4,30 Euro kostete eine Aktie zu diesem Zeitpunkt – Jenny Schulz konnte sich 5.800 Stück leisten. Denn sie hatte 25.000 Euro auf dem Konto. Was Jenny Schulz nicht weiß: Als die Bank in ihrem Auftrag die Aktien kaufte, kostete eine Aktie bereits 125 Euro! Das passiert, wenn ganz viele Menschen ihr Geld in das Unternehmen investieren und der Kurs steigt. Das Ergebnis: Jenny Schulz sollte auf einmal fast 600.000 Euro für die Aktien zahlen und ihr Konto rutschte dick ins Minus.

Kurssprung wird zum Verhängnis

Doch wieso konnte Jenny Schulz überhaupt Aktien im Wert von mehreren hunderttausend Euro kaufen, wenn ihr Vertrag es doch verbietet, dass ihr Konto überzogen wird? Der Teufel steckt im Detail. Jenny Schulz kaufte die Aktien nicht selbst, sondern hat die Bank damit beauftragt. Allerdings hat sie kein Limit angegeben. Eine Limit-Order legt fest, dass jemand eine Aktie auch nur tatsächlich kauft, wenn ein festgelegter Preis pro Aktie nicht überschritten wird. Weil Jenny Schulz kein Limit angeben hat, kaufte die Bank die Aktien zu einem Kurs von 125 Euro.

Breit streuen!

Wie hätte Jenny Schulz diesen Aktien-Albtraum verhindern können? Wir geben drei Tipps für den sicheren Umgang am Finanzmarkt.

Tipp Nummer 1: Niemals alles auf eine Karte setzen!

Dass Jenny Schulz ihr komplettes Geld in ein Unternehmen gesteckt hat, ist in diesem Fall zwar nachvollziehbar: Sie hatte selbst einmal Angst, an Brustkrebs zu erkranken und wollte das Unternehmen unterstützen. Allerdings ist das Risiko sehr hoch! Experten empfehlen grundsätzlich, sein verfügbares Geld möglichst breit anzulegen. "Streuen und langfristig anlegen sind die beiden Grundregeln am Aktienmarkt", erklärt Herman-Josef Tenhagen. Er ist Chefredakteur des Magazins Finanztip und meint, dass sich spezielle Fonds (ETF) am besten für die Anlage eignen. "Denn die bieten neben der breiten Streuung des Risikos auch niedrige Kosten für die Anlage", so Tenhagen im RTL-Interview. Fonds fassen ganz viele Unternehmen zusammen. Wenn der Kurs einer Aktie mal fällt, sind die Auswirkungen nicht so schlimm.

Niemals auf Kredit kaufen!

Kontoauszüge und Geldscheine mit Eurozeichen
Kontoauszüge und Geldscheine mit Eurozeichen
© imago images / Christian Ohde, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Tipp Nr. 2: Nur das Geld ausgeben, was man auch hat!

Investieren Sie nur so viel Geld, wie Sie auch verschmerzen können. Auch kleine Beträge können sich auf lange Sicht lohnen. "Alles andere ist entweder pure Spekulation oder viel Arbeit oder beides", sagt Herman-Josef Tenhagen RTL. Wichtig dabei: Langfristig denken! Denn Aktien oder Fonds sollten immer für mehrere Jahre gekauft werden. Dann kann das Geld für Sie arbeiten, wie Börsenprofis es nennen.

Tipp Nr. 3: Ein Limit setzen

Wer doch auch mal Einzelaktien kaufen möchte, sollte ans Limit denken! Zu Erinnerung: Ein Limit stellt sicher, dass Sie für eine Aktie auch nur so viel ausgeben, wie Sie es auch möchten. Egal was der Kurs macht.

Suche nach dem Schuldigen

Jenny Schulz versucht, sich unterdessen mit der Bank zu einigen. Denn noch ist nicht endgültig geklärt, wer den Fehler gemacht hat: Die junge Frau oder die Bank. So sagte sie dem WDR: "Ich möchte wissen, wie das passieren konnte, dass mir ein Kredit von über 600.000 Euro gewährt wurde, ohne dass mein Gehalt geprüft, mein Wissenstand geprüft, mein Kontostand geprüft wurde." Weil die zweifache Mutter ihre Aktien schnell wieder verkauft hatte, konnte sie ihren Schuldenberg auf 360.000 Euro reduzieren. Aber das ist natürlich immer noch unfassbar viel Geld.

Die Bank wollte sich "aufgrund des Bankgeheimnisses und auch grundsätzlich bei laufenden Rechtsverfahren" nicht gegenüber RTL äußern.

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