Äthiopien

Ärzte entfernen Mädchen (5) riesigen Tumor aus dem Gesicht - und retten ihr damit das Leben

Nagalem und die Last, die sie täglich mit sich herumträgt.
Nagalem und die Last, die sie täglich mit sich herumträgt.
© Lenox HIll Hospital

11. Juli 2021 - 11:55 Uhr

Nur eine Frage der Zeit, bis sie erstickt wäre

Kurz nach der Geburt von Nagalem Alafa wuchs ein Tumor an ihrem Kinn, der über die Jahre beinahe so groß wurde wie ihr Gesicht. Die 5-Jährige aus einem Dorf in Äthiopien lief Gefahr, an der riesigen Masse in ihrem Gesicht zu ersticken. Doch ein Team von Ärzten aus New York ist auf das Mädchen aufmerksam geworden und konnte Nagalem endlich helfen.

Nagalem hätte verbluten können

Die Ärzte des Lenox Hill Hospitals und Northwell Health in New York haben es Ende Juni geschafft, in einer 12 Stunden andauernden Operation den Großteil der Masse an Nagalems Gesicht zu entfernen. Ein Routineeingriff war dies aber keineswegs. "Auf einer Skala von 1-10 war das ungefähr eine 12. Es war sehr, sehr, sehr schwierig", sagte Dr. Milton Waner, Direktor des Vascular Birthmark Institute of New York am Lenox Hill Hospital, auf einer Pressekonferenz.

Nagalem hat in ihrem Körper rund einen Liter Blut, während Erwachsene im Durchschnitt fünf Liter haben. Durch diese geringe Menge hätte ein Fehler während der Operation das Verbluten des kleinen Mädchens bedeuten können. In dem Tumor liefen extrem viele Gefäße zusammen, die schnell zu einem großen Blutverlust hätten führen können.

Den größten Teil überstanden, aber noch nicht am Ende

Kind Tumor
Schon bald kann Nagalem hoffentlich ein normales Kinderleben führen.
© Lenox Hill Hospital

Weil der Tumor schon so weit fortgeschritten und mit Nagalems Gesichtsknochen verbunden war, mussten die Ärzte Teile ihres Gesichts rekonstruieren. Ein großer Akt und extreme Schmerzen für eine gerade mal 5-Jährige – aber die Operation war nötig, um ihr Leben zu retten. Der Tumor wäre gemeinsam mit Nagalem gewachsen und hätte irgendwann ihre Luftröhre zugeschnürt. Das wusste auch ihr Vater, Matios Alafa Haile, der den Ärzten für das Leben seiner Tochter unendlich dankbar ist.

Und Nagalem hat die Operation tatsächlich gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung! Die Kleine versteht natürlich nicht genau, was die vielen Ärzte mit ihr machen, merkt aber trotzdem, dass es das Richtige für sie ist. Im Krankenhaus redet sie wenig, hat vom Personal aber den High Five gelernt und lacht inzwischen sogar wieder.

Wir hoffen, dass auch der nächste Teil, bei dem ihr Tumor-Reste aus einem Bereich unter der Zunge entfernt werden, gut geht und Nagalem schon bald das Leben eines normalen 5-jährigen Mädchens leben kann. (msc)