Deutscher Ärztetag

Ärzte streichen Verbot der Suizidbeihilfe

Der Deutsche Ärztetag hat das strikte Verbot der Suizidhilfe aus der Berufsordnung für Mediziner gestrichen.
Der Deutsche Ärztetag hat das strikte Verbot der Suizidhilfe aus der Berufsordnung für Mediziner gestrichen.
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05. Mai 2021 - 20:52 Uhr

Deutscher Ärztetag streicht Verbot der Suizidhilfe aus der Berufsordnung

Sollte ein Arzt aktiv bei einer Selbsttötung assistieren, wenn dies vom Patienten ausdrücklich gewünscht wird? Es ist eine schwere ethische Frage, mit der Mediziner in ihrem Beruf konfrontiert werden. Im Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht dazu geurteilt: Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Nun reagierte der Deutsche Ärztetag auf das Urteil und streicht das strikte Verbot der Suizidhilfe aus seiner Berufsordnung.

„Recht auf selbstbestimmtes Sterben“

In der Muster-Berufsordnung für Ärzte hieß es bislang: "Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten." Dies könne in der bisherigen Fassung aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht aufrechterhalten werden, begründete das Ärzteparlament seine Entscheidung.

Das Verfassungsgericht hatte ein "Recht auf selbstbestimmtes Sterben" festgestellt. Das ärztliche Berufsrecht war zwar nicht Gegenstand der Verfassungsbeschwerde, die Ärztekammer zitierte aber einen Satz der Richter dazu: "Der Zugang zu Möglichkeiten der assistierten Selbsttötung darf aber nicht davon abhängen, dass Ärzte sich bereit zeigen, ihr Handeln nicht am geschriebenen Recht auszurichten, sondern sich unter Berufung auf ihre eigene verfassungsrechtlich verbürgte Freiheit eigenmächtig darüber hinwegsetzen."

Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte ist es, das Leben zu erhalten

Die Streichung ändert nach Überzeugung des Ärztetages aber nichts daran, dass "ärztliches Handeln von einer lebens- und gesundheitsorientierten Zielrichtung geprägt ist". Nach der Muster-Berufsordnung, neben der es eigene Berufsordnungen der Landesärztekammern gibt, sei es Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte: Das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern, Sterbenden Beistand zu leisten und an der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Gesundheit der Menschen mitzuwirken.

"Mithin zählt es nicht zu dem Aufgabenspektrum der Ärzteschaft, Hilfe zur Selbsttötung zu leisten", erklärte die Bundesärztekammer. Es könne niemals Aufgabe der Ärzteschaft sein, für Nichterkrankte eine Indikation, Beratung oder gar Durchführung eines Sterbewunsches zu vollziehen.

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