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Ab wann darf mein Kind sich etwas Geld dazuverdienen?

Nebenjob, Ferienjobs & Co.

Ab wann darf mein Kind sich etwas Geld dazuverdienen?

Mädchen, dass Kaffee auf Tablett trägt.
Ab 15 Jahren dürfen Teenager als Kellner in Läden arbeiten.
sturti, iStock

Ihr Teenager zu Hause meckert, dass er zu wenig Taschengeld bekommt? Kein Problem. Ihre Tochter oder ihr Sohn könnte sich in diesem Fall etwas Geld dazu verdienen. Ab welchem Alter das unkompliziert und erlaubt ist, erfahren Sie hier.

Wenn das Taschengeld nicht mehr reicht

Mit dem Alter wachsen auch stets die Ansprüche der Kinder. Oft sind die Wünsche eines Teenagers weit höher als das angebrachte Taschengeld von 25 bis 45 Euro pro Woche . Auch Jugendliche ab 18 Jahren, die noch zu Hause wohnen, sollten von ihren Eltern Taschengeld bekommen, etwa 70 Euro.

Kinder müssen schon früh lernen, mit Geld umzugehen und ihr eigenes Geld zu sparen, wenn sie sich größere Anschaffungen leisten möchten. Wenn das Taschengeld nicht reicht, können sie im Alter von 16 Jahren schon diverse Mini-Jobs übernehmen, um ihr eigenes Geld zu verdienen. Auch Ferienjobs sind in diesem Alter bei Schülern sehr beliebt.

Was sind die Vorteile eines Nebenjobs fürs Kind?

Die Diplom-Pädagogin Elisabeth Elsner aus Berlin erklärt uns, welchen Nutzen ein Nebenjob für einen Teenager haben kann. „Die Vorteile eines Nebenjobs sind das Kennenlernen der Arbeitswelt, das Erlernen des Umgangs mit Geld, die Teamfähigkeit und Gruppenkoordination wird hier erlernt“, erklärt sie uns. „Im Bezug auf schulisches theoretisches Wissen wird dieses nochmals gefestigt und der Transfer zur Realität hergestellt.“

Weiter sagt sie: „Im besten Fall sollte das Kind erlernen, dass es Spaß machen kann in einem tollen Team zu arbeiten, Selbstbewusstsein ausbilden und natürlich den Wert des Geldes erkennen und Verantwortung übernehmen – für sich und die Kolleg*innen.“

Wie können Eltern ihre Kinder auf einen Nebenjob vorbereiten?

„Eltern sollten darauf achten, dass der Betrieb reell ist und sich mit ihren Kind informieren, was es bei der Stelle zu tun hat“, so Elsner. „Eltern sollten mit ihren Kindern im Gespräch bleiben und auch immer Zuhören und Tipps geben, wenn Probleme auftauchen. In diesem Fall sind Eltern die Experten, Kinder die ‘Lehrlinge’.“

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Jobs ab 13 Jahren

Laut Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) dürfen Kindern unter 13 Jahren noch kein Arbeitsverhältnis eingehen. Erst ab dem 14. Lebensjahr darf ein Kind mit Einwilligung der Eltern eine leichte Tätigkeiten ausüben: Nachhilfe-Unterricht, Babysitten, Zeitung austragen oder den Nachbarn beim Rasenmähen helfen.

Das aber auch nur zwischen 8:00 und 18:00 Uhr, für maximal zwei Stunden am Tag. Vor und während der Schulzeit ist es untersagt.

Jobs ab 15

Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche bis zu acht Stunden am Tag einem (450-Euro-Mini-)Job nachgehen. Eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 40 Stunden ist damit erlaubt.

Ideale Jobs, die sie machen könnten, wären: Verkäufer*in, Regalauffüller*in oder Inventurhilfe im Supermarkt. Sie können auch als Kellner*in und Erntehelfer arbeiten. Flyer und Prospekte verteilen oder auch für Lieferservice Essen ausliefern – mit dem Rad.

Ferienjobs für Teenager und Schüler ab 18

In den Schulferien dürfen Kinder ab 15 auch vier Wochen im Jahr, 20 Arbeitstage zu je acht Stunden, einem Ferienjob nachgehen. In diesem Alter dürfen sie von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr arbeiten, höchstens fünf Tage am Stück.

Schüler, die schon 18 Jahre alt sind, dürfen in den Schulferien 50 Tage oder zwei Monate am Stück arbeiten. Alles unter 50 Tagen ist ein Ferienjob. Beim Gehalt muss man dann darauf achten, dass es 900 Euro brutto nicht übersteigt, sonst stehen Steuerabzüge an.

Außergewöhnliche Jobs

Manche Kinder und Teenager zieht es vielleicht auch auf die Bühne oder vor die Kamera. Wenn ein schulpflichtiges Kind fürs Fernsehen vor der Kamera steht oder im Theater auf der Bühne, darf es das nur mit dem Einverständnis der Eltern und außerhalb der Schulzeiten. Auch hier muss wieder das Jugendarbeitsschutzgesetz bei Kindern unter 18 Jahren beachtet werden.

Es gibt sogar Minderjährige, die bereits Geld als Influencer verdienen. Loredana Wollny (16), Tochter von Reality-TV-Star Silvia Wollny strebt aktuell eine solche Karriere an. Auch bei dieser Jobwahl gibt es für die Eltern einige Regeln zu beachten .

Machen Eltern einen Fehler, wenn ihre Kinder nie eigenes Geld verdienen mussten

Einige Eltern wollen vielleicht nicht, dass ihre Kinder einen Nebenjob haben. So können sie sich zum Beispiel voll und ganz auf die Schule konzentrieren. Sie bekommen Taschengeld und Geschenke und müssen sich nichts erarbeiten. Begehen Eltern damit vielleicht einen groben Fehler? „Es gibt einen entscheidenden Nachteil, wenn Eltern ihre Kinder zu sehr verwöhnen“, glaubt Elisabeth Elsner. „Die Kinder lernen die genannten Kompetenzen später, manchmal nie, denn je später man lernt, desto schwerer ist es.“