Trockenes Thema, spielerisch verpackt

4 Tipps, wie Kinder den Umgang mit Geld einfacher lernen

Wenn Kinder Taschengeld bekommen, können sie lernen, wie viel sie sich für ihr Geld kaufen können. Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-tmn
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09. Juli 2020 - 9:01 Uhr

Der richtige Umgang mit Geld: Wie Sie Ihren Kindern das ernste Thema auf spielerische Weise erklären

Je früher Kinder mit Geld umgehen können, desto besser. Bereits im Vorschulalter können Kinder ein erstes Verständnis für einen sensiblen Umgang mit Geld entwickeln. Die Frage ist nur: Wie bringt man ihnen dieses ernste, trockene Thema leicht verständlich näher? Den ganz Kleinen hilft es, wenn Eltern ihnen die Zusammenhänge  auf spielerische Weise erklären. "Das geht etwa mit einem Kaufmannsladen im Kinderzimmer", sagt Marc Urlen vom Deutschen Jugendinstitut in München. Milch, Brot, Obst & Co. gibt es nur gegen Bares - in Form von (Spiel-)Geld. Wer keins hat, kann nichts kaufen.

Und auch die folgenden vier Tipps helfen Kindern, den Umgang mit Geld zu erlernen.

1. Offen über Geld sprechen

Wie erklärt man den Kindern, die Bedeutung von Geld? Hier können Bezüge zur Lebenswelt der Kinder sein: Mama und Papa gehen arbeiten und bekommen dafür als Gegenleistung einen bestimmten Betrag aufs Konto. Davon bezahlen sie Miete, Lebensmittel und vieles mehr.

Steht eine größere Anschaffung an, etwa ein neues Auto, sollten Eltern dies gegenüber ihren Kindern kommunizieren und etwa sagen, "wir schränken uns gerade ein bisschen ein mit dem Geldausgeben und sparen für dieses oder jenes", sagt Urlen. Aus seiner Sicht sollten Eltern mit ihren Kindern offen über Geld sprechen.

2. Taschengeld vermittelt den Wert

"Am einfachsten lernen Kindern den Umgang mit Geld mit einem regelmäßig ausgezahlten Taschengeld", erklärt Juliane Weiß vom Bundesverband deutscher Banken. Die Höhe des Taschengeldes hängt vom jeweiligen Alter ab. Nach Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts sollten es für unter Sechsjährige 50 Cent bis einen Euro pro Woche sein, im Grundschulalter ein bis drei Euro pro Woche und für Zehnjährige bis zu 18 Euro im Monat.

Wichtig dabei ist: Die Kinder entscheiden selbst, für was sie ihr Taschengeld ausgeben - ob es nun Süßigkeiten, das Lieblingseis oder etwa ein Heft mit Pferdebildern ist. "Die Kinder lernen dabei aus eigener Erfahrung, dass sie sich eine größere Sache nur leisten können, wenn sie vorher ihr Geld nicht schon ausgegeben haben."

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3. Sparschwein sorgt für Überblick

In vielen Fällen ist erst einmal Sparen angesagt. Dabei hilft ganz klassisch das Sparschwein. "Gerade für jüngere Kinder ist die Spardose der richtige Ort um das Taschengeld zu verwahren", erklärt Weiß. So behält das Kind den Überblick, wie viel Geld noch übrig ist.

Ab einem Alter von zwölf Jahren bietet sich laut Weiß ein Taschengeldkonto für das Kind bei einem Geldinstitut an. Eltern können das monatliche Taschengeld per Dauerauftrag auf das Kinderkonto überweisen. "So lernen junge Menschen den Umgang mit Konto und Karte", sagt Weiß.

Nicht übersehen werden sollte: Das Konto beziehungsweise das Geld auf dem Konto gehört dem Kind, die Eltern bleiben jedoch bis zur Volljährigkeit verfügungsbefugt und legen im Einzelnen fest, in welchem Rahmen ihr Kind über das Geld verfügen darf. Es läuft zudem auf Guthabenbasis. "Das heißt, wenn das Konto nicht gedeckt ist, kommt der Nachwuchs auch nicht an Geld", so Weiß.

4. Über finanzielle Risiken reden

Im Zusammenhang mit Gelddingen müssen Eltern ihren Kindern aber auch klarmachen, dass im Internet finanzielle Risiken lauern. Dort wimmelt es nur so von sogenannten "Free-to-play-Apps" - angeblich kostenlos, aber oft mit versteckten Kosten verbunden. "Da werden die geschäftliche Unerfahrenheit und der Spieltrieb von Kindern zum Teil schamlos ausgenutzt", kritisiert Urlen.

Bei allem gilt: Wichtig ist, was die Eltern ihrem Nachwuchs vorleben. Wie gehen Mutter und Vater zu Hause mit den Finanzen um, wie souverän haben sie ihre Finanzen im Griff? Denn: "Der Nachwuchs lernt zweifelsohne viel durch Nachahmen", so Urlen.

Quelle: DPA/RTL