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Ab sofort im Handel: Für diese Eier müssen keine Küken sterben

Für diese Eier müssen keine Küken sterben
Für diese Eier müssen keine Küken sterben Neue Eier bald im Handel 01:31

Tierschützern reicht das nicht

Würden Sie für Eier ein paar Cent mehr ausgeben, wenn dafür keine männlichen Küken mehr getötet würden? In einzelnen Berliner Supermärkten kann man solche Eier jetzt bekommen. Auf den ersten Blick moralisch unbedenklicher. Ein neu entwickeltes Laserverfahren macht es möglich, männliche Küken schon vor dem Ausbrüten im Ei zu erkennen. Tierschützern reicht das aber nicht.

Jährlich werden in Deutschland 45 Millionen Küken getötet

In den ersten deutschen Supermärkten gibt es jetzt Eier aus einer neuen Methode gegen Kükentöten zu kaufen. "Mit diesem Verfahren gibt es für das Töten der männlichen Legehennenküken auf Dauer keinen Grund mehr", sagt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Derzeit werden bei der Zucht von Legehennen allein in Deutschland jährlich 45 Millionen männliche Küken getötet, da sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen wie Masthähnchen.

Betriebe werden erstmal nicht zur Nutzung der neuen Methode verpflichtet

Eier aus einer neuen Methode
Eier aus neuer Methode gegen Kükentöten im Handel © dpa, Ralf Hirschberger, rhi gfh

Das an der Universität Leipzig entwickelte Verfahren sei eine Weltneuheit und ein Durchbruch auf dem Weg, das massenhafte Töten männlicher Küken zu beenden, sagte Klöckner. Das Geschlecht wird dabei vor dem Ausbrüten im Ei erkannt. Mit einem Laser wird ein winziges Loch in die Schale gebrannt. So kann dem Ei Flüssigkeit entnommen werden, die auf Geschlechtshormone getestet wird. Männliche Küken schlüpfen damit erst gar nicht, ihre Eier werden zu Tierfutter verarbeitet. Noch ist die Methode aber nicht serienreif, kann also nicht in allen Brütereien eingesetzt werden.

Wann das so weit sein könnte, steht noch nicht fest. Ebenso, ob die Betriebe zur Nutzung der neuen Methode verpflichtet würden. Zunächst will die Ministerin auf eine "freiwillige Verpflichtung" setzen. "Wenn Brütereien sagen, das ist uns egal, kommen wir in eine andere rechtliche Bewertung der Sache."

6er-Pack Eier kosten zehn Cent mehr als Freilandeier

Für die Brütereien sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen, kündigten die Anbieter des Verfahrens an. Stattdessen verlangen sie vom Handel eine Lizenzgebühr. Dadurch werden Eier von Legehennen, die mit der neuen Methode gezüchtet wurden, etwas teurer.

Diese Eier sollen zunächst in 223 Berliner Supermärkten der Ketten Rewe und Penny angeboten werden, bis Ende 2019 soll es sie in allen 5500 Supermärkten der Ketten geben. Das 6er-Pack koste zehn Cent mehr als ein 6er-Pack Freilandeier, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Rewe-Gruppe, Jan Kunath. "Das sind Preissprünge, die die Verbraucher akzeptieren."

BUND: "Das ist keine Lösung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierzucht"

Tierschützer dagegen halten das Aussortieren männlicher Küken nicht für sinnvoll. "Das ist keine Lösung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierzucht, denn Hennen müssen auch weiterhin Höchstleistung erbringen", erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Geflügelwirtschaft müsse so umgestellt werden, dass Hühner sowohl zur Eier- als auch zur Fleischproduktion geeignet seien. Dann könnten männliche Küken aufgezogen und ihr Fleisch vermarktet werden.

Schon jetzt kann man im Handel auch Eier aus Brütereien kaufen, in denen sowohl weibliche als auch männliche Küken aufgezogen werden. Die sogenannten Bruderhahn-Eier sind aber teurer und damit laut Handel nicht massentauglich.


Quelle: DPA / RTL.de

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