Frau hatte mehr als 50 Schusswaffen gelagert

2 Jahre Haft für "Waffenhändlerin" aus Barsinghausen

Eine Frau aus Barsinghausen wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.
Eine Frau aus Barsinghausen wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.
© dpa, Marcel Mettelsiefen

18. Mai 2021 - 12:54 Uhr

Urteil am Landgericht Hannover

Eine 59-jährige Frau aus Barsinghausen ist am Dienstag vor dem Landgericht Hannover zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Aufgrund ihrer bisherigen Vorstrafen konnte das Gericht keine Bewährungsstrafe mehr aussprechen. Der Angeklagten wurde ein gewerbsmäßiger Verstoß gegen das Waffengesetz in mehreren hundert Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte nach Angaben einer Gerichtssprecherin zuvor für eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe plädiert, die Verteidigung forderte einen Freispruch.

55 Schusswaffen, explosives Material und mehr als 1000 Schuss Munition gefunden

Das versteckte Lager mit Waffen, Munition und explosionsfähigem Material auf dem Grundstück des Paares in Barsinghausen westlich von Hannover war bei einer Durchsuchung im Oktober 2019 entdeckt worden. Die 1959 geborene Angeklagte soll versucht haben, die Waffen sowie Waffenteile gemeinsam mit ihrem Ehemann von dort aus weiterzuverkaufen. Gegen den Mann läuft ein gesondertes Verfahren.

Ehemann wurde in Südspanien festgenommen

Die spanische Polizei hat im Oktober 2020 bei einem Schlag gegen Waffenschieber an der Costa del Sol ein großes Waffenlager und zahlreiche Nazi-Andenken gefunden. Die Anführer der Bande, bei denen es sich um zwei Deutsche und einen Briten handele, seien festgenommen worden, meldete damals die Nachrichtenagentur Europa Press. Einer der Deutschen war der Mann der Angeklagten, der in Südspanien festgenommen wurde und zu einer Waffenschieberbande mit Verbindungen in rechtsextreme Kreise gehören soll. Der Ehemann lebte als angeblicher Rentner in der Nähe von Málaga und war wegen des Waffenfundes in Barsinghausen per Haftbefehl gesucht worden.(dpa/RTL Nord)