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1Live-Moderatorin Maike Greine: "Seit ich 15 Jahre alt bin, kämpfe ich mit endogener Depression"

Seelenstriptease von 1Live-Moderatorin

Maike Greine: „Seit ich 15 Jahre alt bin, kämpfe ich mit endogener Depression“

Depression: Symptome und Behandlung Gesundheitslexikon
01:15 min
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Depression: Symptome und Behandlung

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Bei Instagram macht sich die 32-Jährige "nackig"

Wenn wir morgens im Bad den Radiosender 1Live aufdrehen, erwarten wir neben guter Musik gut gelaunte Moderatoren wie Maike Greine, die mit ihrer positiven Art die Zuhörer ihrer freundlichen Stimme lauschend mit durchs Programm nimmt. Doch auch bei ihr ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Die 32-Jährige hat sich in einem extrem emotionalen Instagram-Post „nackig“ gemacht, wie sie selbst schreibt, und verraten, dass es in der Person hinter dem Mikrofon oft anders aussieht und sie sich nicht länger verstecken will: „Ich bin erschöpft davon, den Schein aufrecht zu halten, dass es nur 'Müdigkeit' oder 'ein schlechter Tag' sei. Seit ich 15 Jahre alt bin, kämpfe ich mit endogener Depression“, schreibt die Moderatorin.

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Vermeintliches Ex-Tabuthema offenbar leider weiter negativ behaftet

Immer wieder gerate die Chemie in ihrem Körper durcheinander, und es sei notwendig, dass sie die Medikamente mit ihrem Neurologen stetig anpasse. "Ich schreibe dies so offen aus dem Impuls, mir die Last abzunehmen, die ich mit mir schleppe. Weil ich den Filter ausschalten will, den ich vor mir hertrage", so die Moderatorin.

Man sollte denken, dass das Tabuthema Depression mindestens seit dem Fall Robert Enke, der sich vor zehn Jahren das Leben nahm , weil er nicht mehr mit seiner Krankheit leben konnte, längst keins mehr ist. Doch scheinbar ist es auch heutzutage nicht einfach, mit der Tatsache, dass man depressiv ist, offen zu leben – nicht einmal in der so hippen und vermeintlich offenen Medien-Welt. Greine schreibt, dass sie in einer Branche arbeite, die sie liebe, „aber in der Schwäche und Verletzlichkeit am Ende oft ein Makel sind. Ist das hier gerade Striptease, ein 'mich - angreifbar' machen? Viel zu ehrlich für so viele Menschen? Vielleicht. Ich gehe das Risiko jetzt einfach ein.“

Ein großer Schritt mit hoffentlich großer Wirkung. Denn dass das Thema noch immer mit einem Tabu behaftet ist, ist traurig. Aber eines steht fest: Der Seelenstriptease der 1Live-Moderatorin ist ein Schritt in genau die richtige Richtung. Wir ziehen den Hut vor ihr!

Was ist eine endogene Depression?

Hinter dem Begriff Depression steckt eine psychische Erkrankung, die das Leben vieler Menschen beeinträchtigt und sich auf viele Lebensbereiche auswirkt. Angefangen von den eigenen Gefühlen über den Körper bis hin zu den zwischenmenschlichen Beziehungen kommt es zu zahlreichen Beeinträchtigungen, mit denen die Betroffenen umgehen müssen.

Bei der Entstehung der Depression werden verschiedene Faktoren als mögliche Ursache angenommen, wie zum Beispiel die genetische Veranlagung der Betroffenen oder eine ausgeprägte seelische Verletzbarkeit. Auch eine fehlgeleitete Entwicklung in der Kindheit mit erlernter Hilflosigkeit und mit geringen Fähigkeiten zur Stressbewältigung kann ein Faktor für die Entstehung einer Depression sein. Auch traumatische Erfahrungen, wie zum Beispiel ein schwerer Unfall oder der Verlust der Eltern, können Auslöser der seelischen Erkrankung sein. Bei einer endogenen Depression gehen Experten davon aus, dass Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sind und es an biologisch wirksamen Botenstoffen (Neurotransmitter) mangelt.

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Wie erkenne ich eine Depression?

Zu den Symptomen der Depression zählen die pessimistische Denkweise der Betroffenen und eine negative Sicht in die Zukunft. Des Weiteren haben depressive Menschen meist ein negatives Selbstbild und sind immer wieder von Schuldgefühlen geplagt. Das Leben der von Depressionen betroffenen Menschen erscheint als sinnlos und ist voller tiefer Verzweiflung. Bei vielen Depressiven ist die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt und Entscheidungen können nur schwer getroffen werden. Die körperlichen Symptome der Depression reichen von Energielosigkeit und Erschöpftheit über Rastlosigkeit bis hin zu Schlafproblemen und psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Rückenschmerzen.

Haben Sie den Verdacht, dass Sie oder jemand aus Ihrer Umgebung an einer Depression erkrankt ist, sollten Sie nicht zögern und sich an einen Experten wenden. Die Diagnose wird durch ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt oder einem Psychologen gestellt, bei dem die Symptome und der derzeitige Zustand des Betroffenen ermittelt werden. Wurde eine Depression durch den Experten festgestellt, werden zusammen mit dem Arzt oder Psychologen die weiteren Schritte für eine erfolgreiche Behandlung besprochen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.