„Krankheits-Diskriminierung ist echt stark“VOX-Star Uwe Herrmann erlebt nach Krebsdiagnose im Freundeskreis Distanz

Die Diagnose Krebs hat für Uwe Herrmann nicht nur gesundheitlich vieles verändert.
Der „Zwischen Tüll und Tränen“-Star erlebt, dass sich selbst Menschen aus seinem Freundeskreis plötzlich zurückziehen. Gleichzeitig sind es unerwartete Begegnungen, die dem 64-Jährigen neue Kraft schenken.
„Zwischen Tüll und Tränen”-Star Uwe Herrmann hat Hautkrebs
Manche Menschen nehmen ihn spontan in den Arm, andere melden sich plötzlich gar nicht mehr. Seit Uwe Herrmann im Februar die Diagnose Krebs bekam, erlebt der „Zwischen Tüll und Tränen“-Star, wie unterschiedlich sein Umfeld mit seiner Erkrankung umgeht. Besonders der Rückzug von Menschen, die ihm eigentlich nahestehen, beschäftigt den Brautmoden-Experten.
„Viele gehen mir aus dem Weg, sogar aus meinem Freundeskreis – weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen“, erzählt Uwe Herrmann im Gespräch mit dem Magazin Bunte. Seine Erfahrung beschreibt er mit deutlichen Worten: „Die Krankheits-Diskriminierung ist echt stark.“
Wie sehr hinter dieser Distanz auch Hilflosigkeit stecken kann, erlebte der 64-Jährige bei einer langjährigen Bekannten. Weil sie sich nach seiner Diagnose nicht mehr bei ihm gemeldet hatte, fragte Herrmann schließlich selbst nach. Ihre Erklärung überraschte ihn. Ihr Bruder sei ebenfalls an Krebs erkrankt und gestorben. Deshalb wisse sie nicht, wie sie mit seiner Situation umgehen solle. Herrmanns Erkrankung habe sie „traurig und fertig“ gemacht.
So wünscht sich Uwe Herrmann den Umgang mit Erkrankten
Doch nicht nur Rückzug macht Uwe Herrmann zu schaffen. Teilweise erlebt er nach seiner Diagnose auch das Gegenteil. Menschen nehmen so viel Rücksicht, dass er sich dadurch ebenfalls anders behandelt fühlt. „Auch medial wird es ruhiger um dich herum. Weil man sagt, ‘wir wollen den ja nicht überstrapazieren’“, erklärt er.
Dabei wünscht er sich vor allem ein Stück Normalität. Betroffene sollten möglichst wenig zusätzlichem Stress ausgesetzt werden, gleichzeitig aber nicht auf ihre Krankheit reduziert werden. Sein Wunsch sei, „dass man noch im Spiel ist“.
Dass Herrmann selbst weiter mitten im Leben stehen möchte, zeigte er erst Anfang September bei der Preisverleihung der Goldenen Henne in Leipzig. Kurz vor seinem Gang über den roten Teppich hatte er noch eine Bestrahlung hinter sich. „Ich hätte auch zu Hause im Bett liegen können, aber im Bett sterben die meisten“, sagte er damals im RTL-Interview.
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Im Video: Uwe Herrmann trotzt dem Krebs – von der Bestrahlung direkt auf den roten Teppich!
Fremde Menschen geben dem „Zwischen Tüll und Tränen“-Star Kraft
Neben schwierigen Erfahrungen gibt es aber auch Momente, die Uwe Herrmann tief berühren. An einem Flughafen kam beispielsweise eine ihm völlig unbekannte Frau auf ihn zu und fragte, ob sie ihn einfach umarmen dürfe. Ähnlich emotional wurde es bei der Goldenen Henne. Dort begegnete Herrmann Ilka Bessin alias Cindy aus Marzahn zum ersten Mal. Die Komikerin nahm ihn direkt in den Arm und erkundigte sich nach seinem Befinden. Auch Unheilig-Sänger Der Graf sprach ihn auf seine Erkrankung an.
„Das waren viele liebevolle Begegnungen mit Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie mich kennen, und die so herzlich reagiert haben. Das hat mir viel Kraft gegeben“, so der Brautmode-Experte aus Dresden zu Bunte.
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„Der Alte bin ich nicht mehr“
Hinter dem TV-Star liegen Monate, in denen gleich mehrere Schicksalsschläge zusammenkamen. Nur vier Monate vor seiner eigenen Diagnose starb seine Mutter an Magen-Darm-Krebs. Wenige Wochen vor dem Krebsbefund hatte sich Herrmann zudem von seiner Partnerin Susann getrennt. „Das waren schon massive Einschläge, die dich über den Sinn des Lebens anders reflektieren lassen“, sagt er heute.
Seine eigene Erkrankung hatte mit einer auffälligen Stelle am Ellenbogen begonnen. Ärzte diagnostizierten schließlich ein seltenes und besonders aggressives Merkelzellkarzinom. Es folgten Operationen, bei denen der Tumor sowie Lymphknoten entfernt wurden. Eine zunächst befürchtete Metastase in der Leber erwies sich später als Blutschwamm mit einer Zyste.
Die Bestrahlung hat Uwe Herrmann inzwischen abgeschlossen. Eine aktuelle Ultraschalluntersuchung und sein Blutbild seien sehr gut ausgefallen. Auf das Ergebnis einer Computertomografieuntersuchung wartet er noch. Er sei „guter Hoffnung“, sagt der 64-Jährige. Gleichzeitig weiß er, dass ihn seine Erkrankung weiter begleiten wird. Mit einem Rückfall müsse er wegen der aggressiven Krebsart weiterhin rechnen.
Verwendete Quellen: Bunte, eigene RTL-Recherche



