Malou Lovis (27) spricht über Coming-out„The Voice”-Siegerin will das Vorbild sein, das ihr als Teenie fehlte

Malou Lovis möchte auch mit ihren Songs Sichtbarkeit für queere Menschen schaffen
Malou Lovis möchte auch mit ihren Songs Sichtbarkeit für queere Menschen schaffen (Archivbild)
picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress

„Wenn es nur eine Person gibt, der das vielleicht hilft, dann hat es sich gelohnt.”
Ende 2023 gewann Malou Lovis Kreyelkamp (27) „The Voice of Germany”. Schon in ihrem Siegersong „Glacier Rivers” thematisierte sie ihr Coming-out. Im Gespräch mit RTL verrät sie, warum es ihr wichtig ist, dass sich queere Menschen mit ihr identifizieren können.

Malou Lovis bezeichnet ihr Coming-out als „entspannt”

„Für mich war es gut, das langsam zu machen. Schritt für Schritt”, erzählt uns die 27-jährige Wahl-Berlinerin. Ihr eigenes Coming-out sei relativ entspannt gewesen. „Ich habe mich mit 18 das erste Mal geoutet vor meinen Eltern. Und ich habe das Glück, dass ich eine Familie habe, die sehr offen und sehr entspannt und lieb dabei ist.”

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Für Malou war klar, dass es kein Problem sein wird. Und „trotzdem ist es nicht so easy.” Sie habe sich im Vorfeld natürlich dennoch unfassbar viele Gedanken gemacht, sich YouTube-Videos von queeren Influencerinnen angeschaut, die von ihrem Coming-out erzählen. Aber auch ihre engen Freundinnen und Freunde seien cool damit umgegangen, dass Malou Frauen liebt.

Hat sie einen Rat für queere Menschen, die ihr Coming-out noch vor sich haben?

Ablehnung aus ihrem Umfeld habe sie nicht erfahren. „Online gibt es immer mal wieder homophobe Kommentare oder Nachrichten.” Auf ein öffentliches Coming-out habe sie aber verzichtet. „Ich habe es halt einfach geteilt und Content mit meiner Freundin gemacht.”

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Ein Coming-out sei für sie ein sehr individueller Schritt. Doch was rät sie jungen Menschen, die diesen wichtigen Step noch vor sich haben? „Ich glaube, wenn man sich ein Umfeld an Menschen aufbaut, wo man weiß, dass sie hinter einem stehen, dann ist auch das Outing einfacher.” Für sie sei es richtig gewesen, es langsam anzugehen.

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Malou ist es wichtig, Songs über das Queersein zu singen

Schon ihr „The Voice”-Siegersong „Glacier Rivers” thematisiert ein Coming-out: „Ich möchte gut genug sein, um neben ihr aufzuwachen. Ich wünschte, ich wäre stark genug, um meine Angst, dich zu lieben, zu überwinden”, singt Malou. „Es war mir unglaublich wichtig, bei ‘The Voice’ am Ende einen Song über mein Coming-out oder generell über das Queersein zu singen.” Als 13-, 14-jährige Malou, die die Sendung geschaut habe, hätte sie das gebraucht.

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„Es wäre so cool gewesen, wenn ich da eine Person gesehen hätte, mit der ich mich identifizieren kann. Die einen Song darüber singt.” Das sei ihre Motivation: „Wenn es nur eine Person gibt, der das vielleicht hilft, dann hat es sich gelohnt.” Malou sieht sich als queere Repräsentantin, vor allem auch auf dem Land, wo sie aufgewachsen ist. Und nicht zuletzt hatte sie schon bei „The Voice” mit Bill Kaulitz, der zusammen mit Zwillingsbruder Tom ihr Coach war, die „perfekte Supportperson hinter mir.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche