Winnetou, Momo und Co.Mario Adorf ist tot – das waren seine bekanntesten Rollen

Mario Adorf, Schauspieler, vor der Matinee der technisch überarbeiteten 4K-Fassung von «Winnetou I».
Mario Adorf wurde 95 Jahre alt.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Er spielte in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen.
Mario Adorf prägte das deutsche und europäische Kino und Fernsehen über Jahrzehnte, spielte Schurken, Patriarchen und Charakterköpfe. Das waren seine unvergessensten Auftritte.

Mario Adorf wurde in den 1950er Jahren als Schauspieler berühmt

Mit Mario Adorf (1930-2026) verliert das deutschsprachige Kino einen seiner größten Charakterdarsteller. Nach Angaben seines Managements und der Filmagentur Reinholz starb der Schauspieler am 8. April nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris. In mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen war der Mime im Laufe seiner Karriere zu sehen, von denen einige auch heute noch unvergessen sind.

Seine erste große Rolle spielte er 1957 in Robert Siodmaks „Nachts, wenn der Teufel kam”. Darin übernahm Adorf den Part des Serienmörders Bruno Lüdke. Auf die Rolle des Schurken schien er in der Folge oftmals abonniert.

Neben Pierre Brice: Mario Adorf spielte Schurken in „Winnetou”

Noch mehr ins allgemeine Bewusstsein als Bösewicht brannte sich Adorf im Jahr 1963 in „Winnetou I” (auf RTL+ streamen) ein. Seine Figur Santer erschoss Winnetous (Pierre Brice) Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) – ein Filmmord, auf den Adorf nach eigener Aussage noch Jahrzehnte später angesprochen wurde.

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Die Regisseure des Neuen Deutschen Films entdeckten den Charakterkopf in den 1970er Jahren für sich. So spielte er in Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum” aus dem Jahr 1975 einen harten Polizisten und gab in Rainer Werner Fassbinders „Lola” 1981 einen korrupten Baulöwen.

Volker Schlöndorff wiederum besetzte Adorf 1979 in „Die Blechtrommel” als Opportunisten Alfred Matzerath. Die Grass-Verfilmung wurde im Jahr 1980 mit dem Oscar für den „Besten fremdsprachigen Film” ausgezeichnet.

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Unvergessene Fernsehrollen von Mario Adorf

Auch im deutschen TV spielte sich Mario Adorf in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Sein möglicherweise größter Erfolg war Anfang der 1990er-Jahre in „Der große Bellheim”. In dem Mehrteiler von Regisseur Dieter Wedel spielte er Peter Bellheim, den ehemaligen Chef einer Warenhauskette, der sich eigentlich schon im Ruhestand gegen Intrigen und Machtspiele stemmt.

Kultstatus erreichte er auch in Helmut Dietls „Kir Royal” als Generaldirektor Heinrich Haffenloher. Ebenfalls für Helmut Dietl spielte er im Kinoerfolg „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief” Gastwirt Paolo Rossini. 3,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer wollten im Jahr 1997 die Ensemble-Komödie mit Star-Besetzung sehen.

Für „Der große Bellheim”-Macher Dieter Wedel stand Adorf noch mehrere Male vor der Kamera – im Fernseh-Fünfteiler „Der Schattenmann” von 1996 und im Jahr 2002 in „Die Affäre Semmeling”. Entfernt an „Der große Bellheim” erinnerte seine späte Rolle in „Der letzte Patriarch” aus dem Jahr 2010.

Auch im Fantasy-Genre war Mario Adorf zu bewundern, spielte in der Michael-Ende-Verfilmung „Momo” von 1986 den Maurer Nicola und in der Fernseh-Reihe „Prinzessin Fantaghirò” aus den frühen 1990er Jahren den König. (spot on/vho)

Verwendete Quelle: Spot on news