Starkoch spricht über seinen SteuerskandalJohann Lafer ist „sehr viel für mich alleine“

Johann Lafer zeigt sich ganz offen.
„Ich würde gerne alles ungeschehen machen”, erklärt der Starkoch in einem aktuellen Podcast, erzählt, wie die Verurteilung wegen Steuerhinterziehung vor zehn Jahren ihn und sein Leben verändert hat. Er sei nicht mehr „massenkompatibel”. Gleichzeitig genießt er seine neue Freiheit.
Laferes neue Freiheit

Er hat seine Energie nicht verloren. Im Podcast „Zwischen den Zeilen” von Journalistin Bettina Böttinger spricht Johann Lafer darüber, was ihn in seiner erfolgreichen Karriere angetrieben hat. „Erfolg ist für mich eine Droge”, erklärt er. Gleichzeitig sei er froh, nicht mehr in ein „Korsett” gepresst zu sein, den Posten als Geschäftsführer und damit auch die Verantwortung für seine Firmen und Mitarbeiter abgegeben zu haben:
„Ich bin viel viel gelassener. Ich mache heute Dinge, die ich mir früher hätte nicht vorstellen können.” Zum Beispiel entspannt beim Podcast-Interview zu sitzen, ohne in Gedanken schon zu überlegen, wie er abends Gäste bekocht, sei früher undenkbar gewesen.
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„Das hat mich total verändert”
Dann kommt Bettina Böttinger auf die „dunkle Seite” in Lafers Laufbahn zu sprechen. 2016 wurde er vom Landgericht Mainz wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Lafer hat immer betont, dass er Fehler gemacht, aber nicht systematisch versucht habe, das Finanzamt zu betrügen. Die Zeit habe ihn, seiner Frau, seiner Familie viel Kraft gekostet. „Ich wünsche das niemandem.” Und auch, wenn das an seiner Beliebtheit nichts geändert hat, sagt Lafer: „Ich hab mich total verändert.”

Er sei nicht mehr „massenkompatibel”. Statt von Veranstaltung zu Veranstaltung zu hüpfen, ziehe er sich oft zurück. „Ich bin sehr viel für mich alleine.” Er habe sich auch abgewöhnt, über bestimmte Themen in der Öffentlichkeit zu reden. Denn er wisse jetzt „man hat keine Chance, sich wirklich zu wehren, man kann sich auch nicht rechtfertigen. Je mehr man sagt, desto schlimmer wird das Ganze.”
Johann Lafers Sammelleidenschaft
Neben seiner großen Liebe zum Helikopter-Fliegen gesteht Johann Lafer noch seine große Sammelleidenschaft. Der Starkoch besitzt zwischen 750 und 850 Paar Schuhe. Er interessiert sich seit Langem für die Kunst des Schuhhandwerks, hat unter anderem in Budapest und Florenz Hersteller besucht. Ein Blick auf die Schuhe reicht für Johann Lafer, um sich ein Bild von jemandem zu machen: „Für mich ist der Schuh beim Menschen auch ein bisschen eine Frage der Einschätzung. Wenn einer kommt [...]mit picobello geputzten Schuhen, dann merkst du schon, das ist jemand, der sensibel und bewusst mit sich umgeht.” Neben Schuhen sammelt er übrigens auch Backformen seit 1700. Seine riesige Sammlung will er irgendwann einer Universität überlassen.
Verwendete Quellen: „Zwischen den Zeilen”: „Johann Lafer - Was ist Dein Erfolgsrezept”?


