Dank Auftaktsieg in ShanghaiErster Deutscher seit Boris Becker: Zverev wird Nummer eins im Tennis

35 Jahre nach Boris Becker wird Alexander Zverev die Spitze der Tennis-Weltrangliste erobern. Selbst Wimbledon-Sieger Michael Stich und Tommy Haas gelang das nie.
35 Jahre ist es her, dass ein deutscher Tennisspieler ganz oben auf dem Tennis-Thron stand. Damals hieß er Boris Becker (58). Jetzt tritt Alexander Zverev (29) in die Fußstapfen der deutschen Tennislegende. Nach seinem Auftaktsieg beim Masters-Turnier in Shanghai steht fest: Der Hamburger wird die Saison als Nummer eins der Weltrangliste beenden.
Mit 6:4 und 7:6 setzte sich Zverev am Freitag gegen den Chinesen Yibing Wu (26) durch. Der Sieg beseitigte die letzte Hürde auf dem Weg zum historischen Erfolg. Noch führt der Italiener Jannik Sinner (25) die Rangliste an. Weil er seine Saison wegen anhaltender Knieprobleme vorzeitig beenden musste und zahlreiche Punkte aus dem Vorjahr verliert, wird Zverev ihn jedoch überholen. Möglicherweise schon am 2. November.
Boris Becker war 1991 der letzte Deutsche an der Spitze
Der Blick zurück zeigt, wie außergewöhnlich dieser Erfolg ist. Boris Becker erreichte am 28. Januar 1991 erstmals die Spitze der Weltrangliste. Kurz zuvor hatte er bei den Australian Open im Finale Ivan Lendl (66) besiegt. Insgesamt verbrachte der sechsmalige Grand-Slam-Champion zwölf Wochen auf Platz eins.
Wie viel ihm dieser Meilenstein bedeutete, schilderte Becker erst im Juni 2026 in einem Rückblick der ATP. Über lange Zeit habe ihn seine Position als ewige Nummer zwei regelrecht verrückt gemacht. Als er schließlich den Sprung an die Spitze schaffte, empfand er vor allem eines: Erleichterung.
Michael Stich und Tommy Haas scheiterten knapp
Dabei hatte der deutsche Tennissport in den vergangenen Jahrzehnten durchaus einige Kandidaten, die Becker hätten beerben können. Allen voran Michael Stich (57). Der Wimbledon-Sieger von 1991, der damals ausgerechnet Becker im Finale bezwang, kletterte im November 1993 bis auf Platz zwei der Weltrangliste. Die Spitzenposition blieb ihm jedoch verwehrt.
Dasselbe Schicksal ereilte Tommy Haas (48). Der gebürtige Hamburger erreichte im Mai 2002 ebenfalls den zweiten Platz der Welt. Auch er konnte die letzte Hürde jedoch nie nehmen. Nicolas Kiefer (49) schaffte es im Januar 2000 immerhin auf Rang vier, Rainer Schüttler (50), Australian-Open-Finalist von 2003, auf Platz fünf.
Für Zverev ist 2026 ohnehin das bislang erfolgreichste Jahr seiner Karriere. Im Juni gewann er bei den French Open in Paris erstmals eines der vier wichtigsten Tennisturniere der Welt. Im September folgte mit dem Triumph bei den US Open in New York gleich der zweite Grand-Slam-Titel.
(dr/spot)


