„Der Alte”-Kollege Charles M. Huber erinnert an Rolf Schimpf„Rolf war, wie er war. Er war er selbst!”

Diese Worte berühren tief.
Es fällt schon kurz nach den ersten Sätzen auf: Wenn Schauspieler Charles M. Huber an seinen Kollegen Rolf Schimpf denkt, dann sind es positive Erinnerungen. Wir haben mit ihm über seinen verstorbenen „Der Alte”-Schauspielkollegen gesprochen.
Die „Der Alte”-Kollegen hatten im November das letzte Mal Kontakt
„Ich habe nicht wirklich gut geschlafen“, begrüßt uns Huber einen Tag nach Schimpfs Tod am Telefon. Er sei zwar durch „solche Dinge“ nicht so leicht zu erschüttern, doch, dass sein ehemaliger Kollege nun tot ist, geht dem Schauspieler und Ex-Bundestagspolitiker spürbar nahe. Vor wenigen Monaten hatten sie sich das letzte Mal gesehen. Im November war es, an Schimpfs 100. Geburtstag, sagt Huber in unserem Interview.
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Wenige Tage vor dem Tod des beliebten Darstellers dachte Huber noch einmal an seinen alten Kollegen: „Du kannst eigentlich den Rolf mal wieder besuchen. Und am Tag darauf habe ich die Nachricht gekriegt, dass ich ihn nicht mehr besuchen kann.“ Der Ex-Bundestagspolitiker wirkt in dem Moment sehr traurig. „Es war fast wie eine Eingebung“, ergänzt er in unserem Gespräch.
Huber und Schimpf waren ein super Team
Im RTL-Interview erinnert sich der Schauspieler an viele Geschichten aus seiner langen Zeit mit Schimpf zurück. 40 Jahre kannten sie sich. Von 1986 bis 1997 standen Huber und Rolf Schimpf in über 100 Episoden für „Der Alte“ gemeinsam vor der Kamera. Schimpf als Hauptkommissar Leo Kress und Huber als Kriminalkommissar Henry Johnson. „Das Team hat immer gesagt: ,Wir freuen uns, wenn wir mit euch drehen können.‘ (…) Weil bei uns die Atmosphäre immer sehr entspannt war. Wenn Sie ein Team haben, das sich untereinander gut versteht, wo die Allüren nicht vorherrschend sind, dann ist das natürlich toll für die Arbeit.“
Das dürfte auch viel mit Schimpf selbst zu tun gehabt haben. „Rolf war, wie er war. Er war er selbst. Er hatte nie so einen Anflug von Bösartigkeit oder Niedertracht.“ Das sei auch der Grund, warum ihn der Tod des 100-Jährigen so sehr getroffen habe. Oft gesehen haben sie sich in den vergangenen Jahre nicht. Während seiner Zeit als Abgeordneter im Deutschen Bundestag und dem Umzug in den Senegal 2018 habe Huber nur wenig Zeit gehabt. Dennoch habe er jedes Jahr zu Schimpfs Geburtstag angerufen.
„Der Alte”-Star Huber: „Aber wir waren auch sehr verschieden!“
Mit dem Engagement des heute 68-Jährigen wurde „Der Alte“ zur ersten Serie außerhalb der USA, in der ein Mensch mit afrikanischen Wurzeln zum Hauptcast gehörte. Dass es mehr als die ursprünglich geplanten vier Folgen wurden, dürfte vor allem mit der Harmonie zwischen den Männern zu tun gehabt haben. „Wir waren immer ein Team – aber wir waren auch sehr verschieden“, erzählt Huber. „Und das war das Interessante daran, dass wir so verschieden waren und trotzdem harmoniert haben.“ Man habe sich nicht eingemischt in die privaten Angelegenheiten.
Rolf Schimpf hätte „von seiner Kleidung, seinem Gestus“ den Eindruck erweckt, ein konservativer Mensch zu sein. „Aber er war im Prinzip ein ungemein toleranter Mensch.“ Er habe die Menschen so genommen, wie sie waren. Unabhängig von der Hautfarbe oder dem Beruf. „Er hat keine Maske aufgesetzt und war dann jemand anders“, schildert Huber.
Von einer kleinen Marotte erzählt Huber dann doch: Schimpf habe keinen Kaffee in Restaurants bestellt, sondern immer nur Tee. „Der kam in einem Teebeutel. Und er wollte nicht, dass der Teebeutel separat serviert wird, weil das Wasser dann schon kalt wäre. Der Beutel sollte überbrüht werden.“ Huber betont das Wort immer wieder.
Rolf Schimpfs Ehefrau starb 2015 - das habe ihn „sehr, sehr mitgenommen”
Und schließlich sei Schimpf während seines Lebens von starken Leuten begleitet worden. Unter anderem von seiner Ehefrau Ilse Zielstorff. Sie starb bereits 2015 in dem Pflegeheim, in das Schimpf 2010 mit ihr gemeinsam eingezogen war. Huber erinnert sich, dass sie gemeinsam mal auf einem Event in Köln waren. Dabei kamen Zielstorffs Schuhe nicht rechtzeitig an. Die temperamentvolle Frau erwies sich als pragmatisch. Zum Event ging es im Abendkleid – aber ohne Schuhe. Huber muss lachen. Ihr Tod habe Schimpf „sehr, sehr mitgenommen“, glaubt er. „Sie haben sich so schön ergänzt.“
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Rolf Schimpf war es nicht vergönnt, in demselben Altersheim zu sterben. Aus finanziellen Gründen musste er im November 2023 in ein anderes Heim umziehen. Da litt er bereits an Demenz.
Für den Rest seines Lebens wird Huber Rolf Schimpf sicherlich nicht vergessen. Wie so viele alte und junge „Der Alte“-Fans nicht.
































