Händler liefern sich BietergefechtJahrelang lag dieser dicke Fisch im Bettkasten – jetzt sorgt er bei „Bares für Rares XXL“ für einen echten Geldregen

Dieses Objekt wollen alle!
20 Jahre lang schlummert ein echter Kunstschatz im Bettkasten – dann wird er bei „Bares für Rares XXL“ zum großen Fang. Um die Fischvase von Niki de Saint Phalle entbrennt ein heftiges Bietergefecht, das Verkäufer Fred Heinrichs am Ende tatsächlich ein saftiges Sümmchen beschert.
Aus dem Bettkasten zu „Bares für Rares XXL”
Was für ein dicker Fisch! Fred Heinrichs bringt zu „Bares für Rares XXL“ ein außergewöhnliches Kunstobjekt mit. Vor rund 20 Jahren erbte der 47-Jährige die bunte Fischvase von seiner Tante, irgendwann geriet sie jedoch völlig in Vergessenheit. Erst durch „Bares für Rares“ erinnert er sich wieder an die Künstlerin – und daran, was da eigentlich seit Jahren bei ihm schlummert. Wo das Kunstwerk all die Zeit aufbewahrt wurde, will Gastgeber Horst Lichter natürlich sofort wissen. „Ganz ehrlich, im Bettkasten in einer dicken Decke eingepackt“, gesteht Fred Heinrichs.
Ein Versteck, das dem späteren Verkaufspreis kaum gerecht wird. Denn Experte Colmar Schulte-Goltz erkennt sofort, was der Kölner da mitgebracht hat. „Es handelt sich um die sogenannte Fischvase“, klärt der Kunsthistoriker auf. Und die geht auf keine Unbekannte zurück: Die Fischvase stammt aus einer Auflage der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Während sie den Prototyp selbst bemalte, wurden die weiteren Exemplare in ihrem Auftrag von einer Mitarbeiterin ihres Ateliers gestaltet. Bekannt ist Niki de Saint Phalle vor allem für ihre berühmten, farbenfrohen „Nanas“, aber auch für bunte, tierartige Kunstobjekte mit Vasenfunktion.

Fred Heinrichs’ Fisch stammt aus dem Jahr 1992 und wurde aus Polyesterharz gefertigt. Das farbenfrohe Tier thront auf einem Eisensockel und ist damit auch optisch alles andere als gewöhnlich. Ganz ohne Makel ist das mehr als 30 Jahre alte Kunstwerk allerdings nicht. Colmar Schulte-Goltz entdeckt kleinere bis stärkere Farbverluste. Auch im Inneren habe es bereits größeren Abrieb gegeben, zudem fehle ein Einsatz aus Ton. Doch wie sehr wirken sich diese Mängel auf den Wert aus? Dicker Fisch oder doch eher schmaler Hering?
„Den Fang des Tages“: Händler um Fabian Kahl erkennen die Künstlerin sofort
Die Expertise fällt trotz der Gebrauchsspuren beachtlich aus: 10.000 bis 15.000 Euro hält der Kunsthistoriker für realistisch. Und dabei soll es im Händlerraum nicht bleiben. Selbstbewusst kündigt Fred den Händlern sein Objekt als „den Fang des Tages“ an. Als die Fischvase enthüllt wird, zeigt sich schnell: Diese Beschreibung könnte ziemlich treffend sein.
Die Händler erkennen Niki de Saint Phalle praktisch sofort. Die Begeisterung ist groß – und entsprechend schnell beginnt das Bieten. Zunächst stehen 2.000 Euro im Raum, dann 3.000 und kurz darauf bereits 5.000 Euro. Doch damit beginnt der Kampf um die Vase gerade erst. Die Gebote steigen immer weiter, die geschätzten 10.000 Euro sind schnell erreicht. Und obwohl die Schritte mit wachsender Summe immer kleiner werden, denkt keiner der Interessenten ans Aufgeben.
Hartes Bietergefecht um die Fischvase bei „Bares für Rares XXL“
Vor allem Daniel Meyer, Fabian Kahl und Julian Schmitz-Avila liefern sich ein hartnäckiges Bietergefecht. 100 Euro um 100 Euro geht es weiter nach oben. Längst ist klar: Der Fisch wird seine Expertise nicht nur erreichen, sondern deutlich übertreffen. Dann macht Julian Schmitz-Avila kurzen Prozess. „Ich gebe Ihnen 20.000“, erklärt der Händler. Damit sitzen seine „Bares für Rares”-Kollegen plötzlich auf dem Trockenen – und Julian hat den Fisch tatsächlich an der Angel.
Für Fred Heinrichs ist das Ergebnis kaum zu fassen. „Ich fühle mich einfach super“, erklärt er nach dem Verkauf sichtlich überwältigt. Aus dem beinahe vergessenen Erbstück seiner Tante wird bei „Bares für Rares XXL“ damit tatsächlich der „Fang des Tages“ – und für Fred ein ziemlich lukrativer Ausflug zu Horst Lichter auf Schloss Ehreshoven.
Verwendete Quellen: Bares für Rares XXL, ZDF


