Extrem-Bergsteiger über sein ErbeDeutliche Worte zu seinem Tod – darum will er kein Grab

Mountaineer Reinhold Messner presenting his latest project The Final Expedition at press conference in Prague, Czech Republic, April 28, 2026. (CTK Photo/Michaela Rihova)
Mit 82 Jahren beschäftigt sich Messner wohl auch langsam mit dem Tod.
picture alliance / CTK / Michaela Rihova

In diesen Tagen ist es 40 Jahre her, dass Reinhold Messner auf allen Achttausendern der Welt ganz oben stand. Er habe Glück gehabt, sagt der Südtiroler. Und spricht auch davon, wie es später weitergehen soll. Eine Idee findet er gut, seine Frau begeistert er damit aber nicht.

Der frühere Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner will nach seinem Tod kein eigenes Grab haben. Der 82-Jährige wünscht sich nach eigenem Bekunden, dass seine Asche später verstreut wird. „Diese Vorstellung gefällt mir: dass von mir nicht irgendwo ein Grab bleibt. Ich brauche nach meinem Tod nichts mehr, kein Monument“, sagte Messner in einem Doppel-Interview mit seiner Ehefrau Diane dem Magazin „Der Spiegel“. Er glaube nicht an ein Leben danach.

Das Paar berichtete, dass man auch schon darüber gesprochen habe, was mit der Asche geschehen solle. „Eine Idee ist, sie an verschiedenen Orten zu verstreuen, die für sein Leben eine besondere Bedeutung hatten“, sagte die 46-jährige Diane Messner. Der Südtiroler selbst sprach zum wiederholten Male davon, dass er „immer wieder mit dem Gedanken einer Himmelsbestattung gespielt“ habe wie in Tibet. Dabei wird der Körper zerlegt und dann Geiern zum Fraß vorgeworfen.

Dazu sagte seine Ehefrau: „So romantisch ist das gar nicht. Reinhold macht daraus sofort eine große Geschichte, ich hole ihn dann wieder ein bisschen auf den Boden zurück.“ Am Freitag ist es 40 Jahre her, dass Messner als erster Bergsteiger auf allen 14 Achttausendern ganz oben stand: Am 16. Oktober 1986 erreichte er seinen letzten Gipfel, den Lhotse im Himalaya. „Ich hatte Glück und war auch vorsichtig. Die Kunst besteht darin, alle Erfahrungen und alles Können einzusetzen, um lebend zurückzukommen.“

Das Altern beschäftigt Messner dieser Tage umso mehr. Mitte September feierte er seinen 82. Geburtstag, den er anders als früher nun auch zelebriert. „Nicht, weil Geburtstage an sich für mich so wichtig sind“, schrieb der Südtiroler auf Instagram. „Sondern weil ich weiß, dass die Zeit umso kostbarer wird, je weniger davon bleibt. Ich bin einfach ein alternder Bergsteiger, der immer noch neugierig ist, immer noch Träume hegt und immer noch hungrig nach Abenteuern ist.“ Bei früheren Gelegenheiten hatte Messner seinen Geburtstag in ganz kleinem Kreis begangen. Seinen 82. verbrachte er nun mit seiner Frau Diane und einigen früheren Weggefährten in Pakistan.

Verwendete Quellen: ses/dpa