Extrembergsteiger und Regisseur erzählen von ihrer VergangenheitReinhold Messner und Sönke Wortmann über eine „Kindheit mit Kanten“

Der legendäre Extrembergsteiger Reinhold Messner und Regisseur Sönke Wortmann trafen am Mittwochabend (08.09.) erstmals aufeinander. Unter dem Motto „Kindheit mit Kanten“ sprachen sie in der Essener Philharmonie über prägende Erlebnisse ihrer Jugend und darüber, wie diese ihren Lebensweg beeinflusst haben.

„Ruhr-Natur” als Brücke zwischen den Welten

Der Abend war Teil des Projekts „Ruhr-Natur“, das von Reinhold Messner und der Brost-Stiftung initiiert wurde. Ziel ist ein Schüleraustausch zwischen dem Ruhrgebiet und den Bergen. „Die Kinder schlafen in der ersten Nacht kaum – so beeindruckt sind sie von den Bergen. Ab Tag zwei fallen sie erschöpft, aber glücklich ins Bett“, berichtete Boris Berger, Vorstand der Brost-Stiftung.

Messners Kindheit in Nagelschuhen

Im Gespräch erinnerte sich der Extrembergsteiger an eine Kindheit, die buchstäblich von „Nagelschuhen“ geprägt war. „Wir hatten wirklich genagelte Schuhe. Damit sind Bauern seit Jahrhunderten sicher über die Berge gestiegen“, erzählte er. Das robuste Schuhwerk stand sinnbildlich für das entbehrungsreiche Aufwachsen in Südtirol.

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Wortmanns Kindheit zwischen Zeche und Fußballplatz

Sönke Wortmann schilderte dagegen seine Kindheit im Ruhrgebiet. „Meine Kindheit war arm, aber glücklich. Wir hatten wenig, aber das fiel nicht weiter auf, weil es allen so ging“, sagte der Regisseur. Statt Bergen prägten Fußball auf der Straße, das Leben als Bergmannskind und der Traum vom Profifußball seine Jugend.

Gemeinsame Botschaft

Die Botschaft des Abends war eindeutig: Persönliches Wachstum entsteht durch Neugier und den Mut, Neues zu wagen. Reinhold Messner und Sönke Wortmann machten deutlich, dass Kinder ganz unterschiedliche Herausforderungen erleben – und dass gerade diese Erfahrungen den Charakter prägen.