Das Wichtigste in Kürze
- Zahnstein ist verhärteter Zahnbelag, den keine Zahnbürste mehr löst, und Kratzen oder Hausmittel greifen dabei Zahnschmelz und Zahnfleisch an.
- Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt einmal pro Kalenderjahr, Sie selbst zahlen dafür nichts dazu.
- Die professionelle Zahnreinigung, eine gründlichere Reinigung als die Kassenleistung, zahlen Sie privat, grob 80 bis 200 Euro pro Termin.
- Wer die Reinigung zweimal im Jahr möchte, ohne sie aus eigener Tasche zu bezahlen, sichert sie am besten mit HanseMerkur Zahn Vorsorge Top Plus ab.
Kann man Zahnstein selbst entfernen?
Zahnstein lässt sich zu Hause nicht sicher entfernen, auch wenn Drogeriemärkte und Onlinehändler Werkzeug dafür verkaufen. Das Gesundheitsportal des IQWiG, gesundheitsinformation.de, hält fest, dass Zahnstein nur in einer Zahnarztpraxis entfernt werden kann. Wir sehen das genauso, und die Gründe dafür sind handfest.
Zahnstein ist Zahnbelag, der mit Mineralien aus dem Speichel verhärtet ist. Solange der Belag weich ist, heißt er Plaque, und mit dem wird Ihre Zahnbürste fertig. Ist er einmal hart geworden, hilft auch gründlichstes Putzen nicht mehr.
Über und unter dem Zahnfleischrand
Zahnstein sitzt nicht nur dort, wo Sie ihn im Spiegel sehen. Zahnärzte unterscheiden die sichtbaren Ablagerungen oberhalb des Zahnfleischrands (supragingival) von denen darunter (subgingival). Was Sie im Spiegel entdeckt haben, gehört zur ersten Sorte. An die zweite kommt zu Hause niemand heran.
Selbst wenn Sie also den sichtbaren Teil erwischen, bleibt der Rest unter dem Zahnfleisch, und den erreicht nur die Praxis mit Sicht und passendem Instrument. Blutet das Zahnfleisch an diesen Stellen oder hat es sich zurückgezogen, sollte die Praxis auch prüfen, ob eine Parodontitis dahintersteckt.
Warum Kratzer und Ultraschall-Geräte für zu Hause schaden
Im Spiegel sehen Sie Ihre Zähne seitenverkehrt und die Rückseiten gar nicht. Sie wissen also nicht, wo der Zahnstein endet und der Schmelz beginnt. Eine Metallspitze, die abrutscht, trifft das Zahnfleisch. Eine, die zu fest ansetzt, kratzt am Zahn.
Der Versicherer ERGO weist in seinem Ratgeber darauf hin, dass sich Zahnschmelz nicht wieder aufbaut. Jeder Kratzer, den Sie sich selbst zufügen, bleibt also. Für kleine Ultraschall-Geräte aus dem Handel gilt dasselbe Problem: In der Praxis führt eine Fachkraft das Instrument und sieht dabei, was sie tut. Vor dem Badezimmerspiegel fehlt beides.
Apfelessig, Natron und andere Hausmittel
Hausmittel lösen Zahnstein nicht schonend ab, sie greifen den Zahn gleich mit an. Essig ist eine Säure, Natron reibt wie ein feines Scheuerpulver, und ERGO nennt beide ausdrücklich unter den Mitteln, die den Zähnen schaden. Was stark genug wäre, verhärteten Belag anzugreifen, greift auch den Schmelz an, und der wächst nicht nach.
Kurz gesagt: Zu Hause verhindern Sie neuen Zahnstein. Den vorhandenen entfernt die Praxis.
Was Sie zu Hause tatsächlich tun können
Gegen Zahnstein gewinnen Sie zu Hause nur, solange er noch weiche Plaque ist. Dafür reicht kein Spezialwerkzeug, sondern gründliches Zähneputzen ohne ausgelassene Stellen, dazu Zahnseide oder Interdentalbürsten für die Zwischenräume. Genau dort, wo die Bürste nicht hinkommt, bleibt Belag liegen und kann verhärten.

Was zahlt die Krankenkasse beim Zahnstein entfernen?
Einmal pro Kalenderjahr lassen Sie Zahnstein auf Kosten Ihrer gesetzlichen Krankenkasse entfernen. Die Praxis rechnet direkt über Ihre Gesundheitskarte ab, eine Rechnung bekommen Sie nicht. Die Techniker Krankenkasse beschreibt das für ihre Versicherten genauso.
Im Gebührenverzeichnis der Kassenzahnärzte, dem BEMA, steht die Leistung unter der Nummer 107 als “Entfernen harter Zahnbeläge”, abrechnungsfähig einmal je Kalenderjahr. Kalenderjahr bedeutet: Der Anspruch beginnt am 1. Januar neu, nicht ein Jahr nach Ihrem letzten Termin. Wer im Dezember zur Kontrolle geht und im Januar wieder, bekommt beide Male die Kassenleistung.
Für Versicherte mit Pflegegrad oder in der Eingliederungshilfe gibt es eine eigene Leistung, die Nummer 107a. Sie darf je Kalenderhalbjahr abgerechnet werden, also zweimal im Jahr.
| Leistung | Wer zahlt | Wie oft |
|---|---|---|
| Zahnsteinentfernung | Krankenkasse | einmal pro Kalenderjahr |
| Zahnsteinentfernung bei Pflegegrad oder Eingliederungshilfe | Krankenkasse | einmal pro Kalenderhalbjahr |
| weitere Zahnsteinentfernung im selben Jahr | Sie, privat | nach Bedarf |
| professionelle Zahnreinigung (PZR) | Sie, privat; manche Kassen geben einen Zuschuss | nach Absprache mit der Praxis |
Wichtig: Eine zweite Zahnsteinentfernung im selben Kalenderjahr zahlt die Kasse nicht. Die Praxis rechnet sie dann privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab.
Tipp: Sprechen Sie die Zahnsteinentfernung bei der jährlichen Kontrolle selbst an, falls die Praxis sie nicht von sich aus vorschlägt. Und lassen Sie sich vor jeder Behandlung sagen, ob sie als Kassenleistung läuft oder privat berechnet wird.
Zahnsteinentfernung oder professionelle Zahnreinigung: Was ist der Unterschied?
Die Kassenleistung entfernt harte Beläge, die professionelle Zahnreinigung (PZR) geht deutlich weiter und ist keine Regelleistung der Kasse. Bei der PZR reinigt die Praxis auch die Zwischenräume gründlich und poliert die Zahnoberflächen. Diese Reinigung zahlen Sie selbst.
Oft finden beide im selben Termin statt. Für Sie ist das bequem, auf der Rechnung aber getrennt: Der Kassenteil kostet Sie nichts, die PZR schon. Ob und wie oft sich eine PZR für Ihre Zähne lohnt, klären Sie am besten mit Ihrer Praxis.
Was kostet eine PZR?
Eine PZR kostet grob 80 bis 200 Euro pro Termin. Einen festen Preis gibt es nicht, jede Praxis kalkuliert selbst, und die Quellen nennen entsprechend unterschiedliche Spannen:
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): meist 100 bis 200 Euro
- AOK: 80 bis 120 Euro
- proDente: 50 bis 120 Euro
Fragen Sie den Preis vor dem Termin ab. Wer die Rechnung erst an der Rezeption sieht, kann nicht mehr vergleichen.
Was Ihre Kasse zur PZR dazugibt
Viele Krankenkassen zahlen freiwillig einen Zuschuss zur PZR, und die Verbraucherzentrale nennt dafür Beträge von 20 bis 100 Euro.
Bei der TK bekommen Sie ab 18 Jahren bis zu 40 Euro, einmal pro Kalenderjahr, wenn die Reinigung in einer Zahnarztpraxis stattfindet. Bei der AOK hängt der Zuschuss davon ab, bei welcher regionalen AOK Sie versichert sind.
Schauen Sie vor dem Termin in die Leistungsübersicht Ihrer Kasse. Den Zuschuss holen Sie sich in der Regel mit der Rechnung zurück, also heben Sie diese auf.
Rechenbeispiel: ein Jahr Zahnpflege beim Zahnarzt
Angenommen, Sie sind über 18, bei der TK versichert und gehen zweimal im Jahr zur PZR. Ihre Praxis verlangt je Termin 100 Euro, und bei der ersten Reinigung entfernt sie auch den Zahnstein.
| Posten | ohne Zusatzversicherung | mit HanseMerkur Zahn Vorsorge Top Plus |
|---|---|---|
| Zahnsteinentfernung | zahlt die Kasse | zahlt die Kasse |
| erste PZR, 100 Euro | zahlen Sie, die TK gibt bis zu 40 Euro dazu | erstattet der Tarif bis zu 100 Euro |
| zweite PZR, 100 Euro | zahlen Sie vollständig | erstattet der Tarif bis zu 100 Euro |
Die Zahnsteinentfernung kostet Sie in beiden Fällen nichts. Der Unterschied liegt allein bei den beiden Reinigungen, und dem steht der Monatsbeitrag gegenüber, den Sie für Ihr Alter beim Anbieter berechnen lassen.
Welche Zahnzusatzversicherung zahlt die Zahnreinigung?
Die fünf Tarife unten zahlen ein festes Budget für die professionelle Zahnreinigung, den Zahnstein bei der Jahreskontrolle übernimmt ohnehin Ihre Kasse. Wir haben sie danach geordnet, wie gut das Budget zu zwei Reinigungen im Jahr passt und wie klar der Tarif die Zahnsteinentfernung einschließt. Wer nur die Reinigungen absichern will, schaut zuerst auf HanseMerkur. Wer Zahnersatz und Füllungen gleich mitversichern möchte, findet bei DA Direkt, der Bayerischen und der DFV Volltarife mit Prophylaxe-Budget.
| Tarif | Budget für die PZR | Besonderheit |
|---|---|---|
| HanseMerkur Zahn Vorsorge Top Plus | bis zu 100 Euro je Reinigung, zweimal im Jahr | Zahnsteinentfernung ausdrücklich genannt |
| DA Direkt Zahnschutz | je nach Stufe 150, 180 oder 200 Euro je Versicherungsjahr, verteilt auf zwei Termine | beim Netzwerk-Zahnarzt 100 Prozent ohne Summenbegrenzung |
| Die Bayerische ZAHN Prestige | 100 Euro je Behandlung, 200 Euro im Jahr | Budget teilt sich mit dem Bleaching |
| DFV Exklusiv 100 | 200 Euro im Kalenderjahr | Budget teilt sich mit der Zahnaufhellung |
| NÜRNBERGER Zahnzusatzversicherung | je nach Tarifstufe 100, 150 oder 200 Euro | Volltarif |
HanseMerkur: Zahnsteinentfernung ausdrücklich im Tarif
Bei Zahn Vorsorge Top Plus steht die Zahnsteinentfernung ausdrücklich in der Leistungsbeschreibung der PZR. Für Sie heißt das: Eine Rechnung, auf der neben der Reinigung auch Zahnstein steht, fällt klar unter die Leistung. Der Tarif zahlt bis zu 100 Euro je Reinigung, zweimal im Jahr.
Die günstigere Stufe Top zahlt 80 statt 100 Euro je Termin. Verlangt Ihre Praxis mehr, zahlen Sie den Rest selbst.
Wer die Reinigung stattdessen über einen HanseMerkur-Volltarif wie Zahn Komfort oder Zahn Luxus absichert, bekommt nur 130 Euro im Jahr, höchstens 65 Euro je Rechnung.
Wir halten Top Plus für die beste Wahl, wenn Ihre Zähne sonst in Ordnung sind und Sie vor allem die regelmäßigen Reinigungen bezahlt haben wollen.
DA Direkt: volle Erstattung beim Netzwerk-Zahnarzt
DA Direkt Zahnschutz zahlt je nach Stufe bis zu 200 Euro im Versicherungsjahr für die Prophylaxe, aufgeteilt auf zwei Termine. Interessanter ist eine Sonderregel: Lassen Sie die Reinigung bei einem Zahnarzt aus dem Netzwerk von DA Direkt machen, erstattet der Tarif sie zu 100 Prozent ohne Summenbegrenzung.
Das lohnt sich vor allem, wenn eine Netzwerk-Praxis in Ihrer Nähe liegt. Fragen Sie Ihre Praxis, ob sie dazugehört, bevor Sie sich festlegen. Eine Wartezeit gibt es nicht.
Die Bayerische: Prophylaxe im Volltarif ZAHN Prestige
ZAHN Prestige zahlt bis zu 100 Euro je Behandlung und 200 Euro im Jahr für die Prophylaxe. Das reicht für zwei Reinigungen zu je 100 Euro. Den Haken sollten Sie kennen: Dasselbe Budget gilt auch für ein Bleaching. Wer sich die Zähne aufhellen lässt, hat im selben Jahr weniger für die Reinigung übrig.
Wir sehen Prestige als Tarif für Leser, die neben der Reinigung auch Kronen, Brücken oder Implantate absichern wollen und auf ein Bleaching verzichten können.
DFV: Exklusiv 100 ohne Wartezeit
DFV Exklusiv 100 zahlt für die Prophylaxe bis zu 200 Euro im Kalenderjahr. Auch hier teilt sich das Budget, und zwar mit der Zahnaufhellung. Eine Wartezeit gibt es nicht, Sie binden sich aber für mindestens 24 Monate.
Der Tarif passt zu Ihnen, wenn die Reinigung nur ein Teil dessen ist, was Sie absichern wollen, und Sie einen starken Volltarif für spätere Zahnbehandlungen suchen.
NÜRNBERGER: Budget je nach Tarifstufe
Die NÜRNBERGER zahlt je nach Tarifstufe 100, 150 oder 200 Euro für die Prophylaxe. Das Budget der anderen Volltarife hier erreichen Sie damit erst in der höchsten Stufe. Wir führen die NÜRNBERGER deshalb auf Platz fünf: ein solider Volltarif, bei dem Sie für die Reinigung aber genau auf die gewählte Stufe schauen müssen.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung nur für die Zahnreinigung?
Ein Tarif nur für die Reinigung lohnt sich, wenn Sie ohnehin regelmäßig zur PZR gehen und der Monatsbeitrag unter dem liegt, was Sie heute selbst für die Termine zahlen. Den Zahnstein übernimmt die Kasse einmal im Jahr sowieso, die Versicherung bezahlt also nur das, was darüber hinausgeht.
Wer nur alle paar Jahre zur Zahnreinigung geht, zahlt Beiträge für ein Budget, das er kaum nutzt. Dann ist es ehrlicher, die Reinigung bei Bedarf selbst zu bezahlen und den Kassenzuschuss mitzunehmen.
Ein Vorsorge-Tarif wie Top Plus ist auf die Prophylaxe zugeschnitten. Machen Sie sich auch Sorgen um spätere Kronen, Füllungen oder ein Implantat, sind Sie mit einem Volltarif mit Prophylaxe-Budget besser bedient, auch wenn das Budget für die Reinigung dort teils kleiner ist.
Was Sie vor dem Termin in der Praxis klären sollten
Mit ein paar Fragen vor der Behandlung vermeiden Sie, dass Sie für etwas zahlen, das Ihnen die Kasse schuldet, oder Geld liegen lassen, das Ihnen zusteht:
- Fragen Sie, ob heute die Zahnsteinentfernung der Kasse ansteht oder eine private PZR, oder beides.
- Lassen Sie sich den Preis der PZR vorab nennen, bevor Sie zustimmen.
- Bitten Sie um eine Rechnung, auf der die PZR als eigener Posten steht. Mit ihr holen Sie sich den Zuschuss der Kasse und die Erstattung Ihrer Zusatzversicherung.
- Waren Sie in diesem Kalenderjahr schon zur Zahnsteinentfernung, rechnen Sie bei einer zweiten mit einer Privatrechnung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ihre Zahnarztpraxis beurteilt nach der Untersuchung, ob Zahnstein auch unter dem Zahnfleisch sitzt, ob eine Parodontitis-Behandlung nötig ist und wie oft eine PZR für Ihre Zähne sinnvoll ist.
Häufige Fragen zum Zahnstein entfernen
Kann man Zahnstein ohne Zahnarzt entfernen?
Nein, Zahnstein lässt sich sicher nur in einer Zahnarztpraxis entfernen. Kratzer, Ultraschall-Geräte für zu Hause und Hausmittel greifen Schmelz und Zahnfleisch an, und der Zahnschmelz baut sich nicht wieder auf. Zu Hause können Sie nur verhindern, dass sich aus weicher Plaque neuer Zahnstein bildet.
Wie oft zahlt die Krankenkasse die Zahnsteinentfernung?
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Zahnsteinentfernung einmal pro Kalenderjahr, abgerechnet direkt über die Gesundheitskarte. Versicherte mit Pflegegrad oder in der Eingliederungshilfe haben Anspruch einmal pro Kalenderhalbjahr. Jede weitere Entfernung im selben Jahr berechnet die Praxis privat.
Tut Zahnstein entfernen weh?
Wie viel Sie bei der Zahnsteinentfernung spüren, hängt vor allem davon ab, wie viel Zahnstein unter dem Zahnfleischrand sitzt und wie gereizt das Zahnfleisch ist. Sagen Sie der Praxis vorher, wenn Ihre Zähne empfindlich sind, dann kann sie darauf eingehen.
Wird bei der PZR auch Zahnstein entfernt?
Was die Praxis bei der PZR im Einzelnen macht, lassen Sie sich am besten vorab erklären. Bei HanseMerkur Zahn Vorsorge Top Plus steht die Zahnsteinentfernung ausdrücklich in der Leistungsbeschreibung der PZR. Die einmal jährliche Zahnsteinentfernung zahlt ohnehin die Kasse, die PZR selbst zahlen Sie privat, sofern Sie keinen Zuschuss oder Zusatztarif haben.
Hilft Apfelessig gegen Zahnstein?
Nein. Apfelessig gehört zu den Hausmitteln, vor denen der Ratgeber des Versicherers ERGO ausdrücklich warnt, weil sie den Zähnen schaden. Als Säure greift Essig den Zahnschmelz an, und der wächst nicht nach. Verhärteten Zahnstein entfernt nur die Praxis, und das einmal im Kalenderjahr auf Kosten der Kasse.
