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Parodontitis-Behandlung: Was die Kasse zahlt und was privat je Zahn anfällt

Drei Stufen über mehr als zwei Jahre, und ohne genehmigten Behandlungsplan beginnt keine davon: So läuft eine Parodontitis-Behandlung ab. Bei schwerem Befund erlaubt die Richtlinie bis zu sechs Nachsorgetermine, jeder davon separat abgerechnet.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Juli 2021 zahlt die gesetzliche Kasse die vollständige Parodontitis-Behandlung, von der ersten Reinigung der Zahnfleischtaschen bis zur zweijährigen Nachsorge.
  • Voraussetzung ist ein schriftlicher Behandlungsplan, den Ihre Krankenkasse genehmigen muss, bevor der erste Termin stattfindet.
  • Privat abgerechnet kostet die Reinigung der Taschen 14,23 Euro je einwurzeligem und 28,46 Euro je mehrwurzeligem Zahn.
  • Eine Gesamtsumme steht vorher nicht fest: Sie wächst mit der Zahl der behandelten Zähne und mit der Zahl der Nachsorgetermine.
  • Zusatzleistungen außerhalb der Richtlinie wie Laser oder Ozon kosten bis zu 500 Euro, und dafür brauchen Sie einen Tarif, der sie ausdrücklich einschließt.
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Die drei Stufen der Parodontitis-Behandlung

Eine systematische Parodontitis-Behandlung läuft in drei aufeinander aufbauenden Stufen ab, und jede von ihnen hat einen eigenen Namen auf Ihrem Behandlungsplan. Zusammen ziehen sie sich über mehr als zwei Jahre, was die meisten Patienten unterschätzen.

  1. AIT, die antiinfektiöse Therapie. Die Praxis entfernt die Beläge unterhalb des Zahnfleischrandes und zeigt Ihnen, wie Sie die betroffenen Stellen zu Hause sauber halten. Bei schweren Verläufen kommen Antibiotika dazu.
  2. BEV, die Befundevaluation. Drei bis sechs Monate nach der AIT misst die Praxis erneut. Dieser Termin ist Pflicht, und ohne ihn kann die Behandlung nicht weiterlaufen.
  3. UPT, die unterstützende Parodontitistherapie. Die Nachsorge beginnt drei bis sechs Monate nach dem Abschluss der Therapie und läuft dann zwei Jahre.

Reicht die geschlossene Reinigung nicht aus, folgt ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Zahnfleisch geöffnet wird. Er steht erst am Ende dieser Kette, nicht am Anfang, und genau deshalb dauert der Ablauf so lange.

Für Ihre Kosten ist vor allem die dritte Stufe entscheidend. Die AIT ist ein einmaliger Block, die Nachsorge dagegen wiederholt sich, und sie wird bei jedem Termin erneut je Zahn berechnet.

Wie oft die Nachsorge stattfindet, entscheidet Ihr Schweregrad

Bei Grad A zahlt die Kasse bis zu zwei Nachsorgetermine, bei Grad B bis zu vier und bei Grad C bis zu sechs. Die Richtlinie staffelt sie nach diesen drei Schweregraden und schreibt zu jeder einen Mindestabstand zwischen zwei gleichen Leistungen vor.

SchweregradNachsorgetermine im ZeitraumMindestabstand
Grad Abis zu zweimalzehn Monate
Grad Bbis zu viermalfünf Monate
Grad Cbis zu sechsmaldrei Monate

Der Zeitraum von zwei Jahren beginnt mit der ersten erbrachten UPT-Leistung. Ein Patient mit Grad C kommt darin auf das Dreifache der Termine eines Patienten mit Grad A, und wenn Sie privat zahlen, verdreifacht sich dieser Teil der Rechnung entsprechend mit.

Die Fachgesellschaft für Parodontologie beschreibt diese Phase als langfristige Erhaltungstherapie und nicht als Nachkontrolle. Wer die Termine ausfallen lässt, verliert den Teil der Behandlung, der das Ergebnis halten soll. Zur Nachsorge gehört jedes Mal auch eine gründliche Zahnreinigung der behandelten Taschen.

Was zahlt die Kasse bei Parodontitis?

Die gesetzliche Kasse trägt seit Juli 2021 die komplette Strecke aus AIT, Befundevaluation und zweijähriger Nachsorge. Dazu kommt die Vorsorge ringsum: die Messung des Parodontalstatus alle zwei Jahre, halbjährliche Kontrolltermine und einmal jährlich das Entfernen von Zahnstein.

Eine Bedingung hängt davor, und sie überrascht viele Patienten mitten im Ablauf. Ihre Kasse muss den schriftlichen Heil- und Kostenplan genehmigen, bevor behandelt wird. Erst danach steht fest, dass die Stufen als Kassenleistung abgerechnet werden.

Außerhalb der Richtlinie bleibt, was Sie in jedem Fall selbst tragen:

  • Zähne mit einem Knochenabbau von mehr als 75 Prozent. Sie fallen aus der systematischen Behandlung heraus.
  • Verfahren, die die Richtlinie nicht vorsieht: Laser, Plasma, Ozon und zusätzliche Labordiagnostik.

Für diese Zusatzleistungen werden bis zu 500 Euro fällig. Das ist der Betrag, den unter den hier genannten Tarifen nur einer vollständig übernimmt, und damit der Posten, an dem sich die Angebote tatsächlich unterscheiden.

Der Heil- und Kostenplan: Was darauf steht und worauf Sie achten

Der Heil- und Kostenplan ist das Dokument, mit dem Ihre Praxis die Behandlung bei der Kasse beantragt, und er ist Ihre einzige verlässliche Vorschau auf die Kosten. Sie bekommen ihn vor dem ersten Behandlungstermin zu sehen, nicht danach.

Darauf stehen der erhobene Befund mit Schweregrad, die Zähne, die behandelt werden sollen, und die geplanten Leistungen je Zahn. Gehen Sie ihn durch, bevor Sie unterschreiben:

  1. Stimmt die Zahl der aufgeführten Zähne mit dem überein, was Ihnen im Gespräch gesagt wurde? Jeder zusätzliche Zahn ist eine eigene Position.
  2. Steht neben den Kassenleistungen eine separate Vereinbarung über Privatleistungen? Diese zweite Liste ist die, die Geld kostet.
  3. Ist der Schweregrad eingetragen? Er bestimmt, wie viele Nachsorgetermine Ihnen zustehen.

Fragen Sie außerdem nach, ob Sie die Genehmigung der Kasse schriftlich zu sehen bekommen. Sie ist Ihr Beleg dafür, dass die Behandlung als Kassenleistung läuft, und Sie brauchen sie in dem Moment, in dem doch eine Rechnung im Briefkasten liegt.

Was eine komplette Behandlung privat kostet

Privat rechnet die Praxis die Parodontitis-Behandlung Position für Position und Zahn für Zahn ab. Die Grundlage ist eine gemeinsam von Zahnärzteschaft, PKV-Verband und Beihilfe abgestimmte Tabelle analoger Gebührenziffern.

LeistungZiffer2,3-fach3,5-fach
Befundaufnahme mit Staging und Grading8000a64,68 Euro98,42 Euro
Übergabe des PAR-Formblatts4030a4,53 Euro6,89 Euro
AIT, einwurzeliger Zahn3010a14,23 Euro21,65 Euro
AIT, mehrwurzeliger Zahn4138a28,46 Euro43,30 Euro
Befundevaluation5070a51,74 Euro78,74 Euro
UPT, einwurzeliger Zahn, je Termin0090a7,76 Euro11,81 Euro
UPT, mehrwurzeliger Zahn, je Termin2197a16,82 Euro25,59 Euro

Rechnen wir das für einen realistischen Befund durch: zwölf behandlungsbedürftige Zähne, davon acht einwurzelig und vier mehrwurzelig, Schweregrad B, alles zum üblichen 2,3-fachen Satz.

  • Befundaufnahme und Formblatt zu Beginn: 69,21 Euro.
  • Die AIT über alle zwölf Zähne: 113,84 Euro für die einwurzeligen, 113,84 Euro für die mehrwurzeligen, zusammen 227,68 Euro.
  • Die Befundevaluation nach drei bis sechs Monaten: 51,74 Euro.
  • Jeder einzelne Nachsorgetermin: 129,36 Euro für dieselben zwölf Zähne.

Die letzte Zeile ist die, die sich wiederholt. Bei Grad B sind bis zu vier solcher Termine vorgesehen, bei Grad C bis zu sechs, und mit jedem weiteren behandelten Zahn steigt der Betrag pro Termin erneut. Eine belastbare Endsumme kann Ihnen deshalb vorher niemand nennen, auch wir nicht: Sie entsteht erst aus Ihrer Zahnzahl und Ihrem Schweregrad.

Nach oben ist die Spanne zusätzlich offen, weil die Praxis den Faktor wählt. Oberhalb des 2,3-fachen Satzes muss sie den Aufschlag auf der Rechnung schriftlich begründen, beim 3,5-fachen Höchstsatz liegen alle Beträge der Tabelle rund die Hälfte höher.

Vier Tarife für die Parodontitis-Behandlung

Bei Parodontitis kommt es vor allem darauf an, ob ein Tarif die Leistungen außerhalb der Richtlinie mitträgt. Wir haben die vier Anbieter danach gereiht, wie ausdrücklich sie die Parodontose-Behandlung in ihren eigenen Leistungen benennen. MAXCARE steht vorn, weil es als einziges Haus einen Prozentsatz und einen Betrag für den Zusatzleistungsblock nennt. Die übrigen drei sind die Alternativen für alle, die ohnehin ein Angebot einholen oder bereits ein Angebot vorliegen haben.

MAXCARE: 100 Prozent in allen drei Tarifen

MAXCARE erstattet die Parodontose-Behandlung in Komfort, Premium und Exklusiv jeweils zu 100 Prozent. Die drei Tarife unterscheiden sich an dieser Stelle also nicht, sondern erst bei den Zusatzleistungen: Den Block der PA-Zusatzleistungen bis 500 Euro übernimmt allein der Tarif Exklusiv, ebenfalls vollständig.

Damit ist die Entscheidung hier ungewöhnlich einfach. Wenn Sie den Schutz wegen einer bereits diagnostizierten Parodontitis suchen, ist Exklusiv der einzige der drei, der auch Laser oder zusätzliche Diagnostik abdeckt. Geht es Ihnen um die Kassenlücke bei der regulären Behandlung, tut es Komfort genauso. Eine Wartezeit verlangt keiner der Tarife, die Erstattung ist in den ersten vier Vertragsjahren allerdings der Höhe nach gestaffelt.

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Komfort, Premium und Exklusiv erstatten die Parodontose-Behandlung zu 100 Prozent, den Zusatzleistungsblock bis 500 Euro trägt der Tarif Exklusiv.

DFV: Parodontose unter der Zahnbehandlungsleistung

Die Deutsche Familienversicherung rechnet die Parodontosebehandlung unter Zahnbehandlungen ab und erstattet sie mit dem Satz des gewählten Tarifs: 50 Prozent im Basis, 70 Prozent im Komfort, 80 Prozent im Premium und 100 Prozent im Exklusiv. Eine Wartezeit gibt es nicht, in den ersten 48 Monaten greift eine Staffel.

Für eine Rechnung über 500 Euro heißt das im Tarif Premium: 400 Euro von der Versicherung, 100 Euro von Ihnen. Wer den Beitrag niedrig halten will und die Kassenleistung ohnehin in Anspruch nimmt, fährt damit gut. Wer die Privatleistungen vollständig abgedeckt haben möchte, braucht auch hier die oberste Stufe.

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Die DFV führt die Parodontosebehandlung unter Zahnbehandlungen und erstattet je nach Tarif zwischen 50 und 100 Prozent, ohne Wartezeit.

Barmenia Gothaer: die Alternative für den Angebotsvergleich

Barmenia Gothaer gehört in die engere Auswahl, wenn Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen. Für die Parodontitis-Behandlung zählen dabei genau zwei Zeilen im Bedingungswerk: mit welchem Prozentsatz Zahnbehandlungen erstattet werden und ob Leistungen außerhalb der PAR-Richtlinie ausdrücklich eingeschlossen sind.

Lassen Sie sich diese zweite Zeile schriftlich bestätigen, bevor Sie abschließen. Eine mündliche Zusage hilft Ihnen nicht, wenn zwei Jahre später eine Rechnung über eine Laserbehandlung zur Erstattung ansteht.

Zweites Angebot für die PAR-Behandlung
Prüfen Sie im Vergleich, mit welchem Satz Barmenia Gothaer Zahnbehandlungen erstattet und wie der Tarif Leistungen außerhalb der Richtlinie einordnet.

ARAG: vier Zahntarife ohne Wartezeit

Die ARAG bietet vier Zahntarife an, die alle ohne Wartezeit auskommen. Das ist für Sie dann interessant, wenn die Behandlung zeitlich näher rückt und Sie keinen Tarif mit Sperrfrist mehr gebrauchen können.

Welchen Erstattungssatz die einzelnen Stufen für Zahnbehandlungen vorsehen, steht in der Leistungsübersicht und gehört auf Ihre Prüfliste, bevor Sie sich festlegen.

Vier Tarifstufen ohne Sperrfrist
Alle vier Zahntarife der ARAG kommen ohne Wartezeit aus, die Erstattungssätze für Zahnbehandlungen unterscheiden sich je nach Stufe.

Wann sich ein Tarif bei Parodontitis noch lohnt

Ehrlich gesagt ist die Parodontitis-Behandlung selbst kein starkes Argument für eine Zahnzusatzversicherung: Die Kasse trägt die Regelstrecke seit 2021 vollständig, und was übrig bleibt, sind die 500 Euro für Zusatzleistungen und die Zähne, die aus der Richtlinie herausfallen.

Das Argument liegt eine Etage weiter. Genau die Zähne mit mehr als 75 Prozent Knochenabbau sind die, an denen später Zahnersatz ansteht, und dort fallen die Rechnungen ungleich höher aus als bei der Behandlung selbst. Wer wegen einer Parodontitis über einen Tarif nachdenkt, sollte deshalb vor allem die Erstattung für Zahnersatz und die Höhe der Staffel in den ersten Vertragsjahren prüfen.

Beide Angaben stehen in den Leistungen einer Zahnzusatzversicherung. Zwischen den Anbietern unterscheiden sie sich im direkten Vergleich deutlich stärker als die Parodontosezeile.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Lassen Sie Schweregrad, Behandlungsumfang und die Frage nach einem chirurgischen Eingriff in Ihrer Zahnarztpraxis anhand des erhobenen Befunds klären.

Häufige Fragen zur Parodontitis-Behandlung

Was kostet eine Parodontitis-Behandlung?

Als Kassenpatient mit genehmigtem Behandlungsplan zahlen Sie für die systematische Behandlung nichts. Privat abgerechnet kostet die Reinigung der Zahnfleischtaschen 14,23 Euro je einwurzeligem und 28,46 Euro je mehrwurzeligem Zahn, dazu kommen 64,68 Euro für die Befundaufnahme und 51,74 Euro für die Befundevaluation, jeweils zum 2,3-fachen Satz. Die Nachsorge wird bei jedem Termin erneut je Zahn berechnet, mit 7,76 Euro beziehungsweise 16,82 Euro. Eine Gesamtsumme ergibt sich erst aus Ihrer Zahnzahl und Ihrem Schweregrad.

Was zahlt die Kasse bei Parodontitis?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt seit Juli 2021 die komplette systematische Behandlung: die antiinfektiöse Therapie, die Befundevaluation danach und die zweijährige Nachsorge. Dazu kommen die Messung des Parodontalstatus alle zwei Jahre, halbjährliche Kontrollen und einmal jährlich die Zahnsteinentfernung. Bedingung ist, dass die Kasse den schriftlichen Heil- und Kostenplan vorab genehmigt. Zähne mit mehr als 75 Prozent Knochenabbau und Verfahren wie Laser oder Ozon bleiben außen vor.

Wie viele Sitzungen umfasst die Parodontosebehandlung?

Die Zahl der Nachsorgetermine richtet sich nach dem Schweregrad: Bei Grad A sind bis zu zwei Termine mit mindestens zehn Monaten Abstand vorgesehen, bei Grad B bis zu vier mit mindestens fünf Monaten Abstand und bei Grad C bis zu sechs mit mindestens drei Monaten Abstand. Dieser Zeitraum umfasst zwei Jahre ab der ersten Nachsorgeleistung. Davor liegen die antiinfektiöse Therapie und die Befundevaluation, die drei bis sechs Monate später stattfindet.

Ist die Parodontitis-Behandlung wirklich sinnvoll?

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat 2021 nicht nur die Behandlung selbst, sondern auch die zweijährige Nachsorge zur Kassenleistung gemacht, und diese Entscheidung sagt viel über die Bewertung des Nutzens aus: Bezahlt wird die Erhaltungsphase, nicht nur der einmalige Eingriff. Ob eine systematische Behandlung in Ihrem Fall angezeigt ist, entscheidet der erhobene Befund in Ihrer Zahnarztpraxis.