Rodri weint vor GlückSpanien feiert WM-Triumph, Superstar Messi am Boden

Soccer Football - FIFA World Cup 2026 - Final - Spain v Argentina - New York/New Jersey Stadium, East Rutherford, New Jersey, U.S. - July 19, 2026 Spain's Ferran Torres celebrates scoring their first goal REUTERS/Brian Snyder
Soccer Football - FIFA World Cup 2026 - Final - Spain v Argentina - New York/New Jersey Stadium, East Rutherford, New Jersey, U.S. - July 19, 2026 Spain's Ferran Torres celebrates scoring their first goal REUTERS/Brian Snyder
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Die spanische Nationalmannschaft entthront Argentinien und krönt sich zum Fußball-Weltmeister 2026. Den Treffer zum 1:0-Sieg in einem zähen, bisweilen ruppigen Endspiel erzielt Joker Ferran Torres tief in der Verlängerung.

Als der spanische Jubelsturm losbrach, zog Lionel Messi eine Grimasse und blickte enttäuscht auf den Rasen, dann sank er zu Boden. Wenige Meter entfernt feierten die Jungstars Lamine Yamal und Nico Williams diesen großen, hart erkämpften Triumph in East Rutherford, rollten lachend über die Wiese, daneben weinte Mittelfeldmotor Rodri vor Glück: Spanien ist Weltmeister!

Dank des Treffers von Ferran Torres (106.) erklomm die Furia Roja zum zweiten Mal nach 2010 den Fußball-Thron. „Wieder die Könige der Welt!“, titelte die „Marca“. In einem völlig einseitigen Finale der XXL-WM gewann der Europameister gegen den chancenlosen und am Ende dezimierten Titelverteidiger Argentinien 1:0 (0:0) nach Verlängerung und stürzte Superstar Messi ins Tal der Tränen.

„Du bist immer nervös, wenn du gegen Messi spielst, aber wir haben immer an uns geglaubt“, sagte Siegtorschütze Torres. Weltmeister-Trainer Luis de la Fuente meinte: „Wir haben alles gewonnen, was man gewinnen kann, wir sind ein Beispiel für Spaniens Fußball, für Spaniens Jugend, für das ganze Land.“

Argentinien hatten nach der Gelb-Roten Karte für Enzo Fernandez (90.+3) in Unterzahl gespielt, auf Augenhöhe waren sie dem Favoriten aber auch zuvor nicht begegnet. Nur zwei Schüsse in der verzweifelten Schlussoffensive verzeichneten die Statistiker, keiner davon ging aufs Tor. „Das Ende eines Traums“, titelte La Nación. Spanien (20 Abschlüsse) belohnte sich dank zwei Jokern für die Geduld - und schwebt im siebten Fußball-Himmel. Nico Williams legte per Kopf ab, Torres traf ins Glück.

Auf der Ehrentribüne jubelte das Königspaar Felipe VI. und Letizia. Und auch US-Präsident Donald Trump applaudierte, ehe er Kapitän Rodri den Weltpokal überreichen sollte. In der Loge feierten die 2010er Weltmeister Andrés Iniesta, Xavi, Iker Casillas und Carlos Puyol, die ihren Titel ebenfalls 1:0 in der Verlängerung (gegen die Niederlande) gewonnen hatten, ihre erfolgreichen Erben.

Für Argentinien und Messi wiederholte sich Geschichte: Wie schon Volksheld Diego Armando Maradona im WM-Finale 1990 von Rom gegen Deutschland scheiterte auch dessen legitimer Nachfolger beim Versuch, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Auch im Kampf um den Goldenen Schuh des besten WM-Torschützen hatte Argentiniens Kapitän (acht Tore) gegenüber dem Franzosen Kylian Mbappé (10) das Nachsehen.

Gut möglich, dass Messis 34. WM-Spiel am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford zugleich sein letztes war. Bei der nächsten Endrunde, die 2030 unter anderem in Argentinien ausgetragen wird, ist er 43 Jahre alt. „Ganz egal, was im Finale passiert“, schrieb Messi bei Instagram: „Dieses Team hat bereits Geschichte geschrieben, die wir niemals vergessen werden und die niemand auslöschen kann.“

In Spanien fand das Mammutturnier nach 104 Spielen einen würdigen Weltmeister. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente spielte ein herausragendes Turnier und stellte mit nun 38 ungeschlagenen Spielen in Serie einen Rekord auf. In seinen acht Partien in Nordamerika kassierte das Team lediglich einen Gegentreffer. Als „einzigartig“ würdigte Ministerpräsident Pedro Sánchez das Team. Es spiegele „jenes Spanien wider, das auf das Kollektiv setzt, um zu gewinnen und sich der Welt als das geliebte und respektierte Land zu präsentieren, das es ist.“

Die 80.663 Zuschauer im Stadion, die teils absurd hohe Preise für ihre Tickets bezahlt hatten, und rund 1,5 Milliarden an den Fernsehern bekamen am Schlusstag ein Unterhaltungsprogramm geboten wie niemals zuvor. Als endlich die Stars den Rasen betraten, blieb das erhoffte Spektakel aber aus.

Das Spiel lebte von der Spannung. Während Spanien wie gewohnt mit Ballbesitz und Ballsicherheit glänzte, setzte Argentinien vor allem auf Körperlichkeit. Nach vorne ging kaum etwas. Schon gar nicht bei Messi. Sein einziger Ballkontakt in der Anfangsviertelstunde? Der Anstoß.

Ausgerechnet im Finale wurde die Abhängigkeit von Messi zum großen Problem der Südamerikaner. Weil der Zehner, der sein Team fast im Alleingang ins Endspiel geführt hatte, bei Spaniens Defensive um den erst 19-jährigen Pau Cubarsi bestens aufgehoben war, entwickelte die Albiceleste keine Torgefahr. Spanien kam mit Jungstar Lamine Yamal (5.), Mikel Oyarzabal (39.) und Marc Cucurella (43.) zumindest zu drei Abschlüssen.

Die Fans durften sich dann immerhin in der Pause über großes Spektakel freuen. In bester Super-Bowl-Manier sorgten Madonna, Shakira, Justin Bieber und die Band BTS für eine riesige Halbzeitparty. Zwölf Minuten lang heizten die Stars bei der ersten Show dieser Art der WM-Geschichte zusätzlich ein, Trump lächelte in seiner Loge neben FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Nach der gut 27-minütigen Pause übernahmen die Spanier dann komplett das Kommando - und kamen zu einigen Chancen: Dann flog Fernandez vom Platz, Messi beschwerte sich, Yamal verpasste die Entscheidung mit einem Freistoß (90.+8). Es ging in die Verlängerung, und der Ball landete im Tor. Doch der Treffer von Williams zählte wegen eines Fouls nicht. Minuten später brach er gemeinsam mit Torres den Bann. Messi blickte entsetzt ins Leere.

Verwendete Quellen: tno/sid