Zverevs Halbfinal-GegnerTennis-Wunder Arthur Fery! Wildcard stürmt ins Wimbledon-Halbfinale

Arthur Fery of Britain reacts to winning against Flavio Cobolli of Italy in their quarter-final men's singles match at the Wimbledon Tennis Championships in London, Wednesday, July 8, 2026. (AP Photo/Maja Smiejtowska)
Arthur Fery kann selbst nicht glauben, was er in Wimbledon leistet.
AP Photo/Maja Smiejtowska

Royaler Applaus, Wildcard und am Finaltag Geburtstag: Der Halbfinal-Gegner von Alexander Zverev wuchs nur wenige Minuten vom All England Club auf und schreibt eine fantastische Geschichte.

Henman Hill, Murray Mound und nun Fery’s Fairway? Die Geschichte von Arthur Fery begeistert die Briten - und veranlasste die BBC, nach Alternativnamen für den legendären Hügel in Wimbledon zu suchen. Denn wie seine Vorgänger Tim Henman und Andy Murray darf sich auch der sensationell aufspielende Fery nun auch Halbfinalist des Rasenklassikers nennen. Mindestens, denn das letzte Kapitel der beeindruckenden Reise des Wildcard-Wunders ist noch nicht geschrieben.

„Ich habe immer an mich geglaubt, und auch daran, ein Topspieler dieser Welt zu sein“, sagte der 23-Jährige, nachdem er auch den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli besiegt hatte. Und das im absoluten Schnelldurchgang: 6:4, 7:6 (7:4), 6:0 hieß es für die britische Turnier-Überraschung. Sein nächster Gegner: Alexander Zverev. „Er ist nochmal ein größeres Level“, sagte Fery: „Ich bin bereit. Ich habe nichts zu verlieren. Ich werde rausgehen, mein Spiel zeigen und das tun, was ich bisher getan habe. Mal sehen, wohin mich das führt.“

Womöglich ins Finale. Schafft er auch das, wäre er schon die neue Nummer 26 der Welt. Ins Turnier gegangen war Fery auf Platz 114 des Rankings. Er ist der erste Brite seit Cameron Norrie vor vier Jahren, der beim Heimspiel im All England Club im Halbfinale steht .Geboren wurde Fery in Sèvres, einer Gemeinde vor den Toren von Paris. Seine Mama Olivia spielte einst selbst Tennis und stand 1991 im Doppel in der ersten Runde der French Open. Sein Vater ist der millionenschwere Loic Fery, heute Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient.

Früh aber zog es die Familie nach London. Arthur Fery wuchs „fünf Minuten die Straße runter“ von Wimbledon auf. Schon als junger Bursche besuchte er immer wieder den All England Club, wo er nun als letzter Brite im Turnier eine magische Reise erlebt. Diese ist auch der Royal Family nicht verborgen geblieben. Königin Camilla drückte Fery auf dem Centre Court die Daumen. „Sie hat nach dem Spiel auf mich gewartet“, verriet Fery: „Sie hat mir gratuliert. Ich sagte ihr, wie groß die Ehre war, vor ihr zu spielen. Ich habe ihr auch erzählt, dass ich am Sonntag Geburtstag habe, es wäre schön, das Finale an meinem Geburtstag zu spielen.“

Aber erstmal die Mammutaufgabe Zverev. Und der hat Bock. „Ich freue mich sehr darauf, im Halbfinale gegen ihn zu spielen. Ich glaube, es wird eine großartige Atmosphäre herrschen. Natürlich weiß ich, dass 99 Prozent der Zuschauer ihn anfeuern werden. Aber ich genieße solche Atmosphären auch. Ich mag es, wenn die Energie richtig hoch ist.“ Sorgen, dass das Publikum einen Einfluss auf sein Match und seine Leistung haben könnte, macht sich Zverev aber keine. „Ich bin fast 30 Jahre alt. Ich bin schon lange genug auf Tour“, sagte der French-Open-Sieger, der die „feindseligsten, schwierigsten und unfairsten“ Zuschauer schon alle erlebt habe: „Ich komme damit klar.“

Zudem habe er „immer wieder das Gefühl, dass das englische Publikum hier, besonders in London, immer ziemlich fair ist“, sagte Zverev, der ich zum ersten deutschen Sieger im Männer-Einzel seit Michael Stich vor 35 Jahren krönen kann: „Ja, es kann laut sein, es kann ausgelassen sein, aber das ist okay. Das stört mich überhaupt nicht. Ich freue mich einfach auf eine harte Herausforderung im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers.“

Verwendete Quellen: tno/sid