Traum geplatztAlexander Zverev verliert im historischen Wimbledon-Finale

Alexander Zverev (29) beim Wimbledon-Finale.
Alexander Zverev (29) beim Wimbledon-Finale.
Getty Images

Jannik Sinner bleibt der Unbesiegbare!
In einem hochemotionalen Wimbledon-Finale wollte Alexander Zverev (29) den Bann brechen und endlich ein Finale gegen Jannik Sinner (24) gewinnen. Doch ein weiteres Mal ist der 29-Jährige an seinem Angstgegner gescheitert.

Zverev hat noch nie ein Finale gegen Jannik Sinner gewonnen

Über vier Sätze hinweg hat Alexander Zverev stundenlang auf dem Center Court in Wimbledon gekämpft, um endlich den Sinner-Bann zu brechen. Doch am Ende ist es wieder der 24-jährige Italiener, der sich den Sieg holt. Somit bleibt Sinner Zverevs persönliches Kryptonit.

Der French-Open-Sieger verlor das Endspiel des prestigeträchtigen Rasenturniers im Südwesten Londons trotz eines eindrucksvollen Beginns gegen den italienischen Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner mit 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6. Mit dem Wimbledon-Finale sind es nun zehn Matches gegen Alexander Zverev in Folge, die Jannik Sinner für sich entscheiden konnte. Und es bleibt dabei: Bisher konnte Zverev Sinner in noch keinem Finale besiegen.

Emotionaler Jubel über ersten Satzgewinn

Im Tiebreak setzte der Spitzenspieler mit einer unerreichbaren Vorhand zum Satzgewinn das erste Ausrufezeichen – jubelnd ging er in die Knie. Es war sein erster Satzgewinn gegen den Südtiroler seit Oktober 2025. In sechs Duellen in Serie war es ihm nicht gelungen, nur einen Durchgang zu holen.

Sobald sich Sinner zum Seitenwechsel setzte, wickelte er ein kühlendes Eis-Handtuch um seinen Nacken. Bei den French Open hatte Zverev davon profitiert, dass der Italiener in der Hitze körperlich eingebrochen und sensationell in der zweiten Runde ausgeschieden war.

Bei unter 30 Grad Celsius war das Wetter am Wimbledon-Finaltag nicht der entscheidende Faktor. Zverev spielte weiter aggressiv, ging ins Risiko. Gegen die Aufschläge des 1,98 Meter großen Hamburgers fand Sinner lange kein Mittel – bis zum zweiten Tiebreak, in dem Zverev sein Niveau nicht halten konnte und deutlich den Kürzeren zog.

Zu Beginn des dritten Satzes nahm Zverev gleich mehrere Energiegels beim Seitenwechsel zu sich. Sinner wirkte frischer, kam zunehmend besser in die Partie und besser mit den Aufschlägen des Hamburgers zurecht.

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Schrecksekunde und Schlägerwurf

Doch plötzlich wackelte Sinner. Bei seiner ersten Breakchance im gesamten Match sorgte Zverev allerdings für einen Schreckmoment, rutschte aus, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, fasste sich ans Knie. Sinner eilte herüber, und half dem Kontrahenten auf – und Zverev konnte weiterspielen. Nachdem er zweieinhalb Sätze kein Break kassiert hatte, gab die deutsche Nummer eins kurz darauf erstmals den Aufschlag zum 3:5 ab. Enttäuscht schleuderte der 29-Jährige seinen Schläger zur Seite.

Nach dem nächsten Satzverlust verschwand Zverev vom Centre Court. Der Weg zum Triumph war nun noch weiter geworden. Mit dem Aufschlagverlust im vierten Satz war das Endspiel entschieden.

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Erster Grand-Slam-Sieg bei den French Open

Für Alexander Zverev hätte der Wimbledon-Sieg der zweite große Titel in Folge sein können. Erst vor fünf Wochen hat der 29-Jährige bei den French Open seinen sehnlichst erwarteten ersten Grand-Slam-Sieg nach Hause geholt und damit seinen Titel als der „Unvollendete“ abgelegt.

Seit Michael Stich im Jahr 1991 hat kein Deutscher mehr im Männer-Einzel in Wimbledon gewonnen. Zuletzt stand Boris Becker im Finale des ehrwürdigen Turniers. Er verlor 1995 jedoch gegen Pete Sampras. Überhaupt war Alexander Zverev erst der fünfte deutsche Mann, dem es gelang, im Wimbledon-Finale zu stehen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, hatten es neben Boris Becker und Michael Stich zuvor Gottfried von Cramm in den Dreißigerjahren und Wilhelm Bungert im Jahr 1967 in die Endrunde geschafft.

Auch wenn er im Finale letztlich Jannik Sinner unterlag, ist alleine die Teilnahme am Wimbledon-Finale als großer Erfolg für Alexander Zverev zu werten.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Frankfurter Allgemeine Zeitung