So offen sprach noch keiner über El MalaFC-Vorstand verrät im Interview, wann Köln doch noch verkaufen würde

Said El Mala trägt vorerst weiter das Trikot des 1. FC Köln. (Archivbild)
Said El Mala trägt vorerst weiter das Trikot des 1. FC Köln. (Archivbild)
Soeren Stache

Bleibt Said El Mala beim 1. FC Köln – oder kommt kurz vor Transferschluss doch noch die große Wende?
FC-Vizepräsident Prof. Dr. Ulf Sobek spricht im Interview ungewöhnlich offen über die Zukunft des begehrten Offensivspielers. Und macht klar: Die Tür für einen Transfer ist nicht komplett zu.

Die Zukunft von Said El Mala beschäftigt die Fans des 1. FC Köln seit Wochen. Bleibt das Top-Talent beim FC? Kommt noch einmal ein Klub mit einem Millionen-Angebot um die Ecke? Und ab welcher Summe würden die Kölner Verantwortlichen doch ins Grübeln kommen? Jetzt gibt es bemerkenswert offene Antworten direkt aus der FC-Führung. Fußball-Bundesligist RB Leipzig soll sich Medienberichten zufolge mit einem Transfer von Saïd El Mala vom 1. FC Köln beschäftigen. Wie Sky/RTL berichtet, soll der Name des Kölners in Leipzig diskutiert werden, nachdem dessen Wechsel zu Borussia Dortmund geplatzt war.

FC würde sich neues Angebot für El Mala anhören

Zu Gast bei den immer gut vernetzten „FC-Thekenphilosophen“ (jetzt streamen bei RTL+) spricht Vizepräsident Prof. Dr. Ulf Sobek ausführlich über den Transferpoker um El Mala. Seine Botschaft zunächst: Der FC befindet sich in einer komfortablen Situation. „Wir haben das Heft des Handelns in der Hand“, sagt Sobek. Der Verein sei im engen Austausch mit El Mala und dessen Familie. Gleichzeitig betont der FC-Vize, wie zufrieden die Kölner mit ihrem Spieler sind: „Wir freuen uns, dass Said bei uns tatsächlich Spieler ist.“

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Doch dann wird Sobek deutlich: Sollte noch einmal ein Klub mit einem Angebot für El Mala beim FC vorstellig werden, würden die Kölner Verantwortlichen dieses nicht grundsätzlich ablehnen. „Wie bei jedem Angebot, wie für jeden Spieler hören wir das Angebot selbstverständlich erst mal an“, erklärt Sobek, der für den Sport im FC-Vorstand zuständig ist. Und das gilt auch in den letzten Tagen des Transferfensters. Zuletzt hatte der chronisch klamme FC das letzte BVB-Angebot für kolportierte 45 Millionen plus Boni abgelehnt.

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Eine interne Deadline, nach der ein Verkauf kategorisch ausgeschlossen wäre, gibt es demnach nicht. Stattdessen hat der FC verschiedene Szenarien vorbereitet. Der Sportmanager macht deutlich, dass die Verantwortlichen nicht erst kurz vor Transferschluss hektisch reagieren wollen. Der FC Köln habe „eine ganz klare Strategie“ und sei „auf alles vorbereitet, was da kommt“.

Besonders bemerkenswert wird es, als Sobek über die wirtschaftliche Abwägung eines möglichen El-Mala-Transfers spricht. Je näher das Ende der Transferperiode rückt, desto wichtiger werde schließlich die Frage, was Köln mit einer möglichen Ablöse anschließend noch auf dem Markt machen könne. „Natürlich spielt das eine Rolle“, sagt Sobek über den Faktor Zeit. Der FC habe mögliche Alternativen vorbereitet und müsse bei einem Angebot prüfen, „was kriegen wir für das Geld“.

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Bei El Mala können am Ende Millionen den Unterschied machen

Und dann wird der Vizepräsident noch konkreter: „Wenn man dann vielleicht drei, vier, fünf Millionen mehr oder weniger hat – rechnet sich das am Ende?“ Genau diese Entscheidung müsse man treffen, wenn tatsächlich ein konkretes Angebot auf dem Tisch liege. Eine bemerkenswert offene Aussage im Poker um einen der wertvollsten Spieler des FC.

Sobek: „Am Ende kann der 1. FC Köln nur gewinnen“

Von Verkaufsdruck will Sobek allerdings überhaupt nichts wissen. Im Gegenteil. Der FC sei mit der derzeitigen Situation „sehr, sehr entspannt“. El Mala helfe der Mannschaft sportlich enorm weiter. Sollte dennoch ein Angebot kommen, das die Verantwortlichen überzeugt, könnte ein Transfer wirtschaftlich zu einem außergewöhnlichen Geschäft werden.

Sobek bringt die Kölner Position deshalb selbst auf eine einfache Formel: „Am Ende kann der 1. FC Köln nur gewinnen.“ Die Entscheidung würde dabei nicht allein aus finanzieller Sicht getroffen. Kurzfristiger sportlicher Erfolg, die mittel- und langfristige Entwicklung des Kaders sowie die wirtschaftliche Perspektive müssten gemeinsam betrachtet werden.

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Eines möchte Sobek allerdings vermeiden: einen extrem späten Verkauf (was jetzt laut Experten schon der Fall wäre), bei dem Köln anschließend zwar viel Geld auf dem Konto hat, aber keine vernünftige Möglichkeit mehr, den Kader zu verstärken. „Wir wollen sicherlich nicht am 30. mit viel Geld ins Bett gehen und gucken, wie das dann aussieht“, sagt der FC-Vize. Deshalb laufen die Planungen längst in verschiedene Richtungen. Noch aber ist Said El Mala Spieler des 1. FC Köln. Und Sobek betont mehrfach, dass die Verantwortlichen damit ausgesprochen glücklich sind. Ob das auch nach dem Ende der Transferperiode noch so ist? Die Tür ist jedenfalls nicht vollständig geschlossen.

Im ausführlichen Gespräch bei den „FC-Thekenphilosophen“ (meist mit Star-Gast und RTL-Moderator Thomas Wagner) spricht Ulf Sobek außerdem über die weiteren Transferpläne des 1. FC Köln, die Suche nach Verstärkung fürs Mittelfeld, Neuzugang Thijs Dallinga, seine Zusammenarbeit mit Thomas Kessler und die Entscheidung für Trainer René Wagner.

Verwendete Quellen: RTL+