Ihre Heimat leidet – Marta Kostjuk kämpft!Tränen nach French Open-Sieg – „So viele Menschen sind tot“ in der Ukraine

2026 French Open, Roland-Garros - Day 10 PARIS, FRANCE - JUNE 2: Marta Kostyuk of Ukraine gestures after winning against Elina Svitolina not seen of Ukraine during the women s singles quarter-final match on the tenth day of the French Open at Roland Garros in Paris, France, on June 2, 2026. Mustafa Yalcin / Anadolu Paris France. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2026xAnadoluxMustafaxYalcinx
Marta Kostyuk erinnert an die Kriegstoten in der Ukraine.
IMAGO/Anadolu Agency / IMAGO/Mustafa Yalcin

Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostjuk setzt sich im Viertelfinal-Duell bei den French Open gegen Landsfrau Elina Switolina durch. Nach dem Sieg wird es emotional. Die 23-Jährige widmet den Sieg unter Tränen ihrem Heimatland.

Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostjuk hat ihren Viertelfinalsieg bei den French Open gegen Landsfrau Elina Switolina den Menschen in ihrer kriegsgebeutelten Heimat gewidmet. „Wir hatten wieder eine sehr schwierige Nacht in der Ukraine, besonders in Kiew. So viele Menschen sind tot. Ich möchte dieses Match den ukrainischen Menschen widmen und ihrer Entschlossenheit“, sagte die 23-Jährige: „Slava Ukraini!“. Dann wischte sie sich ein paar Tränen aus den Augen.

Von den Rängen im Stadion Philippe Chatrier gab es dafür tosenden und langen Applaus, auch ein paar ukrainische Flaggen waren zu sehen. Kostjuk machte durch ein 6:3, 2:6, 6:2 gegen Switolina ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale perfekt. Sie ist die erste Ukrainerin überhaupt im Semifinale von Roland Garros.

Pikanterweise trifft Kostjuk im Spiel ums Finale ausgerechnet auf eine Russin. Die 19-jährige Mirra Andrejewa hatte sich kurz zuvor durch ein beeindruckendes 6:0, 6:3 gegen die Rumänin Sorana Cirstea durchgesetzt und war zum zweiten Mal in ihrer Karriere in die Runde der besten Vier eingezogen.

Kostjuk hatte nach ihrem Auftaktmatch in Paris öffentlich gemacht, dass hundert Meter von ihrem Elternhaus eine Rakete ein Gebäude zerstört habe. Sie zeigte auf der Pressekonferenz auch ein Bild auf dem Handy, das die Zerstörung zeigen soll. Sie versuche, wann immer es geht, „an die Schrecken des Alltagslebens der Menschen“ in ihrer Heimat zu erinnern, sagte Kostjuk. Auf den im Tennis eigentlich obligatorischen Handschlag am Netz verzichten die ukrainischen Profis, wenn sie auf Spieler und Spielerinnen aus Russen treffen.

Aus sportlicher Sicht blendet Kostjuk ihre Sorgen um die Heimat auf bemerkenswerte Art und Weise aus. Schon vor den French Open hatte sie die Turniere in Rouen und Madrid gewonnen, auf Sand ist Kostjuk in dieser Saison noch ungeschlagen. Nun will den größten Erfolg in ihrer Karriere feiern - auch für ihre Heimat.

Verwendete Quellen: msc/dpa/sid