Im Kampf gegen sich selbst„Last Soul Ultra“ eskaliert: Drei Männer laufen seit mehr als 70 Stunden um die Wette

14.08.2026, Niedersachsen, Fürstenau: Start des Ultra-Rennens „Last Soul Ultra” im „Fursten Forest” Fürstenau. Zum zweiten Mal veranstaltet der durch Social Media bekannte Ultraläufer Gottwald den „Last Soul Ultra”. In diesem Backyard-Format laufen die Teilnehmenden solange 6,7 Kilometer in maximal einer Stunde, bis nur noch ein Sieger übrig ist - das Ende des Rennens ist also offen und wird sich über Tage und Nächte ziehen. (zu dpa: «Kim Gottwald läuft, bis niemand mehr steht») Foto: David Ebener/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nur noch drei Läufer sind im Rennen.
DPA BF

Zehntausende fiebern live mit!
Seit Freitagmittag laufen sie dieselbe Runde. Immer wieder. Bei Regen, Kälte, ohne echten Schlaf – und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Beim „Last Soul Ultra“ kämpfen nur noch drei Männer um den Sieg, während Zehntausende im Livestream verfolgen, wer als Letzter noch steht und weiterläuft.

Last Soul Ultra 2026: Drei Läufer noch im Rennen – so funktioniert die verrückte Backyard‑Challenge, Rekorde und Live‑Stand

Das ist kein normaler Lauf. Es ist ein Ausdauer‑Duell gegen Schmerz, Schlafmangel und den eigenen Kopf: Beim „Last Soul Ultra“ in Bornheim müssen die Teilnehmer jede volle Stunde exakt 6.706 Kilometer laufen. Wer nicht rechtzeitig zurück ist – oder beim Start der nächsten Runde fehlt – scheidet aus. Das Rennen endet erst, wenn nur noch ein Mensch läuft. Und selbst der muss zum Sieg noch eine weitere Runde schaffen.

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Am Freitagmittag (14. August) starteten 160 Athletinnen und Athleten. Mehr als 70 Stunden später sind nur noch drei Männer übrig. Sie haben zu diesem Zeitpunkt bereits 75 Runden und damit mehr als 500 Kilometer geschafft – ohne echte Schlafpause, mit nur wenigen Minuten Erholung zwischen den einzelnen Runden.

Diese drei laufen noch

  • Mark Dowdle aus den USA gilt als Backyard‑Spezialist. Seine vergangenen sechs Rennen gewann er, sein persönlicher Bestwert liegt bei 73 Runden.

  • Norman Mascher‑Aspensjö aus Deutschland ist zweifacher deutscher 24‑Stunden‑Meister. In Bornheim beendet er viele Runden als Erster – doch Tempo allein bringt bei diesem Format nichts, wenn der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht.

  • Ayyoub „Ello“ El Osrouti aus Wuppertal läuft zum zweiten Mal beim „Last Soul Ultra“. Im Vorjahr musste er nach 66 Runden aufgeben. Diese Marke hat er diesmal bereits übertroffen.

Jede Stunde beginnt für sie wieder gleich: Glocke, Start, Runde, zurück ins Camp. Essen, trinken, Socken wechseln, vielleicht kurz die Augen schließen – dann geht es wieder los. Schlaf wird zum Luxus, Zeitgefühl verschwindet, die Beine werden zur Nebensache. Entscheidend ist nur noch die Frage: Wer kann sich zur nächsten vollen Stunde noch einmal aufraffen?

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Rekorde schon gefallen

Die große Geschichte des Rennens schreibt bis dahin aber auch Caroline Maria Bolte (34). Bei ihrem ersten Backyard‑Ultra läuft sie 52 Runden und stellt damit einen neuen deutschen Frauen‑Rekord auf. Das sind rund 348 Kilometer – mehr als acht Marathons am Stück. Den bisherigen Rekord von 51 Runden hatte Marina Kollassa 2020 aufgestellt.

Auch der frühere deutsche Rekordhalter Hendrik Boury muss nach 67 Runden aussteigen. Damit übertreffen alle drei verbliebenen Finalisten seine Marke – bei Regen, Kälte und nach fast drei Tagen ohne regulären Schlaf.

Warum alle bei „Last Soul Ultra“ zuschauen

Der „Last Soul Ultra“ ist längst mehr als eine Laufveranstaltung. Über einen 24‑Stunden‑Livestream verfolgen laut Berichten zeitweise 30.000 bis 40.000 Menschen den Wahnsinn: Läufer beim Essen, beim kurzen Ausruhen, beim Start in die nächste Runde – und beim Moment, in dem jemand die Glocke läutet und aufgibt.

Genau das macht den Reiz aus: Es gibt keine Ziellinie nach 100 Kilometern. Keine feste Distanz, die man „nur noch“ schaffen muss. Das Ende kommt erst, wenn Körper oder Kopf eines Athleten sagen: Schluss. Bis dahin dreht sich alles um dieselbe 6,706‑Kilometer‑Runde – und um drei Männer, die gerade zeigen, wie weit Menschen gehen können, wenn Aufgeben keine Option sein soll.

Verwendete Quellen: Youtube, Lastsoulultra