Fußballstar ehrt toten FreundDarum trägt Ismael Saibari die Nummer 34

Ismael Saibari ist gemeinsam mit Nathaniel Brown einer der beiden Königstransfers des FC Bayern. Der Mittelfeldspieler hat nicht nur eine ungewöhnliche Trikotnummer, sondern auch einen unüblichen Jubel - beides nicht ohne Grund.
Hinter der Rückennummer des Münchner Neuzugangs Ismael Saibari verbirgt sich eine bewegende Geschichte. Der für rund 50 Millionen Euro Ablöse von der PSV Eindhoven verpflichtete Fußball-Nationalspieler aus Marokko trägt die 34 als Hommage an seinen Freund Abdelhak Nouri.
Der niederländische Mittelfeldspieler mit marokkanischen Wurzeln war einst Profi bei Ajax Amsterdam - mit der 34 auf dem Rücken. Im Sommer 2017 erlitt er im Alter von nur 20 Jahren bei einem Freundschaftsspiel einen Herzstillstand, durch den er bleibende Hirnschäden davontrug.
Nouri kann laut Saibari deshalb nicht mehr sprechen, sondern kommuniziere mit den Augenbrauen. „Was mit Abdelhak passiert ist, tut mir einfach weh“, sagte Saibari im Mitgliedermagazin „51“ des FC Bayern. Es zerreiße ihm das Herz. „Die Verbindung zur Familie von Abdelhak kam über meinen Berater. Er arbeitet mit Abdelhaks Bruder zusammen. Die Beziehung ist dann von Tag zu Tag intensiver geworden, auch zwischen den Familien. Wir machen sogar gemeinsam Urlaub. Wenn ich Abdelhak treffe, haben wir immer viel Spaß.“
Saibari weihte seinen Freund auch über den Wechsel zum FC Bayern ein. Er habe deutlich gesehen, wie sehr sich Nouri für ihn gefreut habe. „Ich habe ihm auch die Entscheidung überlassen, welche Rückennummer ich bei Bayern trage. Er hat die 34 gewählt, also habe ich sie genommen“, sagte Saibari, der zuletzt in Eindhoven auch schon diese Nummer hatte.

In dem Interview erklärt der Bayern-Neuzugang zudem, was hinter seinem besonderen Jubel steckt. Mit den Händen streicht er sich dann über den Kopf und grüßt ins Publikum. Der Ursprung liege bei seinem Cousin, der ihn vor seinem ersten Profispiel für Eindhoven gefragt habe, wie er jubeln würde. „Ich meinte, er soll einen Vorschlag machen - und er kam mit dieser Geste“, sagte Saibari. „Es ist eine Erinnerung an unsere Kindheit, als wir gemeinsam im Meer baden waren. Danach haben wir uns immer abgeduscht, darauf spielt das an.“ Den Gruß habe er dann noch hinzugefügt, um den Jubel abzurunden.
Saibari ist gemeinsam mit dem deutschen Nationalspieler Nathaniel Brown der teuerste Sommerneuzugang der Bayern. Der Rekordmeister tütete den Transfer bereits vor der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko fest. Der Mittelfeldmann startete stark für die Münchner, er spielt auf derselben Position wie Jamal Musiala.
Verwendete Quellen: ses/dpa



