‚Glücklich, Erster zu sein‘Trotz Mega-Chaos: Verstappen dominiert Formel-1-Quali in Singapur!

Nach dem Software-Fiasko von Malaysia erlebt die Formel 1 beim Sprintqualifying das nächste Chaos. Dieses Mal ticken die Uhren nicht richtig. Max Verstappen behält den Durchblick. Um seine Pole muss er aber erst noch zittern.
Nach einer Chaos-Qualifikation ist Max Verstappen im Red Bull zur Pole Position für das letzte Formel-1-Sprintrennen des Jahres in Singapur gerast. Nach Verzögerungen wegen eines Crashs und Problemen mit den Zeitmess-Systemen verwies der Malaysia-Gewinner aus den Niederlanden Mercedes-Pilot George Russell auf den zweiten Platz, Charles Leclerc wurde im Ferrari Dritter. „Ich bin natürlich glücklich, Erster zu sein“, sagte der durchgeschwitzte Verstappen.
Der Holländer musste aber noch bis kurz vor Mitternacht um Startplatz 1 für das 100-Kilometer-Rennen am Samstag bangen. Die Stewards ermitteln gegen Verstappen, da er Lewis Hamilton (Ferrari) unter Gelben Flaggen überholte, was eigentlich strikt verboten ist. Die Kommissare urteilten aber gnädig, da das Gelbe Signal erst unmittelbar vor Verstappens Manöver aufleuchtete und Hamilton selbst schon rechts rangefahren war, um den Red Bull passieren zu lassen.
Hamilton selbst schaffte es im roten Renner lediglich auf Rang sechs hinter den McLaren-Boliden von Oscar Piastri und Lando Norris. Nach Getriebeproblemen im einzigen Freien Training reichte es für Nico Hülkenberg im Audi nur zu Position zwölf. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli kam nicht über Rang sieben hinaus. Der Italiener nutzte anders als Russell das Upgrade-Paket der Silberpfeile, das noch immer nicht zu funktionieren scheint. „Es gibt noch viel, was ich an diesem Paket verstehen muss“, erklärte der sichtlich niedergeschlagene Antonelli im Anschluss: „Das Auto ist schwer zu fahren.“
Sprints sind Mini-Events über 100 Kilometer oder in Singapur 21 Runden. Die obligatorischen Reifenwechsel entfallen. Der Sieger bekommt acht Punkte, der Achte noch einen Zähler.
Nach knapp sechs Minuten im ersten Durchgang wurden schon Rote Flaggen geschwenkt. Sergio Perez krachte mit seinem Cadillac in Kurve vier in die Streckenbegrenzung und demolierte sich die Front. Die Streckenposten mussten die Crash-Überreste wegräumen. Dann ging’s weiter. Aber nicht wirklich lange. Es herrschte etwas Durcheinander, wer nun wirklich weiter war. Der Auftakt des zweiten Abschnitts musste wegen „eines Problems mit den Zeitmess-Systemen“ verschoben werden, weil einige Rundenzeiten nicht erfasst wurden.
Verstappen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
Das Problem konnte aber behoben werden, wie die Regelhüter mitteilten. Es ging wieder weiter. Dennoch wurden Erinnerungen wach an das Chaos vom vergangenen Sonntag. Da hatten Software-Probleme die Autos in Malaysia vorübergehend im Grand Prix ausgebremst. Verstappen ließ sich aber trotz all der Probleme nicht aus der Ruhe bringen.
Später teilte der Automobil-Weltverband FIA zudem mit, der Rennleitung sei ein „menschlicher Fehler“ unterlaufen, durch den manche Autos in Q1 der Zeitnjagd mehr Leistung hatten, als andere. Nach der Roten Flagge sei der „Überholmodus“ nicht verfügbar gewesen. „Als sich herausstellte, dass der Überholmodus nach dem Neustart nicht aktiv war, wurde er für einen Zeitraum von 27 Sekunden aktiviert, bevor er wieder deaktiviert wurde.“ Dieser „bedauerliche menschliche Fehler“ habe sich auf die Leistung bestimmter Fahrzeuge ausgewirkt - „je nach dem Zeitpunkt ihrer Runde und ihrer Position im Rennverlauf.“
Carlos Sainz konnte mit dieser Erklärung wenig anfangen. Der Sapnier wurde im Williams Letzter und kochte hinterher vor Wut: „Die Hälfte der Autos fuhr eine Runde mit einem um eine halbe Sekunde schnelleren Motor als die anderen. Es gab erneut ein Softwareproblem“, sagte der Spanier: „Aus welchem Grund auch immer entschied sich die FIA nicht für sportliche Fairness und war damit einverstanden, das Qualifying mit der Hälfte der Autos mit höherer Leistung durchzuführen.“ Er sei „etwas verwirrt, warum in diesem Sport immer wieder unterschiedliche Vorgehensweisen gewählt werden, je nachdem, wer in Q1 oder in Runde eins auf der Strecke ist“.
Verwendete Quellen: mar/dpa



