Kraftwerk-Sprengung in VoerdeKesselhaus gesprengt: Voerdes Kohlekraftwerk verschwindet Stück für Stück
Mit einem lauten Knall ist am Freitag (21.08.) das rund 90 Meter hohe Kesselhaus des stillgelegten Kohlekraftwerks in Voerde gesprengt worden. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel, während andere dem Anblick mit gemischten Gefühlen begegneten.
Ein Stück Geschichte verschwindet
Für Rentner Günter Himmelberg bedeutet die Sprengung vor allem Verlust: Wieder verschwinde ein Teil der Geschichte, immer mehr davon gehe verloren, Arbeitsplätze seien bereits weggefallen. Er bedauert die Entwicklung, auch wenn sich daran nichts mehr ändern lässt. RWE will auf dem Gelände künftig ein wasserstofffähiges Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk errichten. In einer Pressemitteilung betont das Unternehmen, solche Anlagen seien wichtig, um die Versorgungssicherheit in Deutschland dauerhaft zu gewährleisten. Sie würden zum Gelingen des Kohleausstiegs beitragen. Voerde könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Kritische Stimmen sehen das differenzierter: Sie bemängeln, dass die sichere Stromversorgung immer weiter zurückgefahren werde, während gesicherter Ersatz auf sich warten lasse. Zudem mache jede Sprengung eine spätere Reaktivierung im Bedarfsfall unmöglich.
Neuer Strom frühestens 2030
Nach Schätzungen von RWE könnte am Standort frühestens ab dem Jahr 2030 wieder Strom entstehen. Voraussetzung dafür ist unter anderem der Zuschlag für eine staatliche Förderung. Der Rückbau des Kraftwerks läuft bereits seit einigen Jahren. Vor drei Jahren wurde zunächst der Kühlturm gesprengt, Ende vergangenen Jahres folgte der Kamin. Am Freitag (21.08.) war nun das rund 90 Meter hohe Kesselhaus an der Reihe. Die Sprengung sorgte auch für Sperrungen, im Schiffsverkehr auf dem Rhein.
Spannung und Staubwolke
Am Freitagmittag (21.08.) kam es schließlich zum großen Knall. Bei den Zuschauern sorgte das Ereignis für Begeisterung: Manche berichten von einer regelrechten Druckwelle, die in den Ohren zu spüren war, andere beschreiben das Erlebnis als spannend und laut, aber gelungen. Auffällig war auch die große Staubwolke, die nach der Sprengung aufstieg. In den kommenden Monaten sollen weitere Sprengungen folgen, die entsprechenden Planungen laufen bereits.

































