Brücke dicht - Laden leerSperrung sorgt für Einbußen bei Restaurant
Dass gesperrte Brücken für Frust und Ärger sorgen, ist ja leider keine Seltenheit. Oft besonders nervig für Autofahrer, die kilometerlange Umwege auf sich nehmen müssen. In Essen wird jetzt eine Brücke für eine Restaurantbesitzerin zum Albtraum.
Wichtiger Zugang
Um 12 Uhr öffnet Kornelia Ksoll täglich ihr Restaurant See Bar in Essen. In den vergangenen Jahren war zu dieser Zeit schon viel los, 2026 aber nicht. Der Grund: Die ehemalige Eisenbahn- und heutige Fußgängerbrücke zwischen Essen-Kupferdreh und Essen-Heisingen ist seit Januar 2026 dicht. Für Kornelia Ksoll ist die Vollsperrung eine Vollkatastrophe. Denn auf der anderen Seite der Ruhr hält „Die weiße Flotte Baldeney“, eine Reederei, die Rundfahrten auf dem Schiff in der Gegend anbietet. Der einzige Umweg ist rund zwei Kilometer lang und führt an einer Kläranlage vorbei. Die Gastronomin ist verzweifelt, die Spaziergänger sind verwirrt. Und den Umweg nehmen nur wenige in Kauf.
In die Jahre gekommen
Mitte der 80er Jahre wurde die mehr als 230 Meter lange Eisenbahnbrücke für den Zugverkehr gesperrt und für Fußgänger freigegeben. Rund 50 Jahre später sind aber die Bodenplanken aus Holz morsch. Die Sperrung kam zwar im Januar, aber die Bauarbeiten gingen erst Mitte August los. Durch Vergabeverfahren und Materialmangel herrschte fast acht Monate Stillstand.
Kundschaft bleibt weg
Fast 1.7 Millionen Euro kostet die Sanierung für die Stadt Essen. Aber auch Kornelia Ksoll zahlt ihren Preis: Die 57-Jährige sagt, sie habe 70 Prozent weniger Laufkundschaft als im vergangenen Jahr. Die Stadt hat zwar Verständnis, aber auch keine andere Wahl, so ein Pressesprecher. Demnach habe Sicherheit oberste Priorität. Man versuche aber, Kornelia Ksoll dabei zu unterstützen, dass ihr Lokal wieder besser zu finden ist. Laut Stadt soll die Brücke im Februar 2027 wieder öffnen.

































