Florida ruft die „Goodbye Deutschland”-AuswandererPlanlos geht der Plan los – die Reitingers suchen ihr Florida-Business
Nach Jahren auf Reisen will die Familie Reitinger endlich Wurzeln schlagen.
Das neue Zuhause soll in Florida liegen. Nur fehlen bislang das Visum, die passende Geschäftsidee und eine gemeinsame Vorstellung davon, wo es eigentlich hingehen soll.
Abenteuer Florida beginnt mit langer To-do-Liste
Ein Visum in drei Monaten. Eine Firma, aber noch kein Produkt. Und ein Wohnort, über den alle kräftig mitreden. Für die Familie Reitinger beginnt das Abenteuer Florida mit einer ziemlich langen To-do-Liste. Lissy und Andreas wollen sesshaft werden, doch für das Investorenvisum fehlt ihnen noch die zündende Geschäftsidee.
Seit 2017 ist die sechsköpfige Familie unterwegs. Zunächst reisen Lissy und Andreas mit ihren vier Kindern drei Jahre lang im Camper durch Europa, anschließend zieht es sie nach Spanien. Lilli (14), Till (12), Ellis (10) und Linn (6) werden zu Hause unterrichtet. Das bietet viel Freiheit, macht es aber schwer, dauerhaft Freundschaften mit anderen Kindern aufzubauen.
Genau das soll sich ändern. Florida soll nicht bloß die nächste Station werden, sondern ein echtes Zuhause.
Familie Reitinger sucht ihr Florida-Modell

Als die Reitingers in Miami landen, steht allerdings noch nicht besonders viel fest. Ein Visum haben sie nicht, ein fertiges Geschäftskonzept ebenfalls nicht. Das Geld für eine professionelle Beratung möchten sie sich sparen und stattdessen selbst herausfinden, wie aus dem großen Wunsch ein brauchbarer Plan werden kann.
Andreas schwebt ein Onlinehandel mit eigenem Lagerhaus vor. Eine Art Mischung aus Amazon und eBay soll es werden. Die entscheidende Kleinigkeit ist noch offen: Welche Waren dort eigentlich verkauft werden sollen, weiß er bislang nämlich nicht.
Das Investorenvisum verlangt den Reitingers also einiges an Ideenreichtum ab. Immerhin soll innerhalb der kommenden drei Monate ein Konzept entstehen, das nicht nur auf dem Papier gut klingt.
Orlando liegt für Lissy fast am Wasser
Auch die Frage nach dem künftigen Wohnort sorgt für muntere Diskussionen. Lissy hat bereits einen Favoriten und erklärt: „Ich hab so einen Orlando-Vibe.“ Andreas sieht das anders. Wer schon nach Florida zieht, sollte seiner Meinung nach möglichst nah am Wasser leben.
Lissy lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Für sie fühlt sich Orlando offenbar küstennah genug an. „Wobei ich Orlando immer noch finde, dass es direkt am Wasser ist“, stellt sie gut gelaunt fest. Bei der Geografie sind sich die beiden damit ungefähr so einig wie bei der Geschäftsidee.
Auch die Kinder haben eigene Pläne
Die Eltern sind allerdings nicht die Einzigen mit konkreten Vorstellungen. Die 14-jährige Lilli würde lieber in eine kühlere Großstadt im Norden der USA ziehen. Vor allem möchte sie wieder eine Schule besuchen und andere Jugendliche kennenlernen.
Eine Rückkehr in den Camper begeistert sie dagegen deutlich weniger. Papa Andreas kann der mobilen Variante durchaus etwas abgewinnen, schließlich ließe sich damit Geld sparen. Für Lilli klingt das eher nach einer Neuauflage des alten Lebens als nach dem erhofften Neustart.
Der Familienrat dürfte deshalb noch einige Runden drehen. Erfahrung im Improvisieren bringen die Reitingers nach all den Jahren unterwegs reichlich mit. Nun müssen sie nur noch aus sechs Wünschen, einer groben Geschäftsidee und einem sehr dehnbaren Verständnis von Wassernähe einen gemeinsamen Florida-Plan basteln.
Verwendete Quellen: VOX


































