Raus aus der Komfortzone, rein in die Intimzone„Wie man sein Zepter auf Hochglanz bringt” – können die Löwen „Prinz Penis“ gut riechen?
So einen Auftritt hat die „Höhle der Löwen“ wohl noch nicht erlebt!
Mit Krone, Uniform und einem Intim-Pflegegel zieht „Prinz Penis“ Markus Flagner vor die Investoren und sagt unangenehmen Gerüchen im männlichen Intimbereich den Kampf an. Die Löwen kommen aus dem Staunen und Lachen kaum heraus – doch beim Geschäftlichen vergeht ihnen der Spaß dann ziemlich schnell.
„Prinz Penis“ zieht in die Höhle der Löwen ein
„Ein ungepflegter Prinz erobert keine Herzen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Pitch, bei dem Judith Williams, Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel und Johannes Kliesch schnell klar wird: Das wird kein gewöhnlicher Abend in der „Höhle der Löwen“.
Vor ihnen steht Markus Flagner (37) aus Würzburg – oder, wie er sich an diesem Abend selbst nennt: „Prinz Penis“. „Ich wollte raus aus meiner Komfortzone und bin rein in die Intimzone“, verkündet der Gründer. Seine Mission: „Schluss mit Penisgeruch!“
Dafür hat Markus „Penice“ entwickelt, ein Intim-Pflegegel für Männer. Es soll unangenehme Gerüche reduzieren, ohne diese mit Parfüm zu überdecken. Der Gründer setzt dabei unter anderem auf Zink sowie Rhabarber- und Rettichextrakte. Für den nächsten Schritt möchte er 70.000 Euro von den Löwen und bietet dafür 25,1 Prozent seiner Firma. Zumindest eines hat Markus damit sofort geschafft: Die Aufmerksamkeit gehört ihm.
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Janna Ensthaler: „Es könnte nicht skurriler sein“
Auch Janna Ensthaler muss erst einmal verarbeiten, was da gerade vor ihr passiert. „Hier steht ein König vor mir, mit einem Gel in der Hand, das Penisgeruch reduzieren soll“, fasst sie die Situation zusammen. Ihr Urteil: „Es könnte nicht skurriler sein.“
Und Markus? Der zieht seinen royalen Auftritt konsequent durch. „Damit ist das Vorspiel zu Ende. Ich möchte jetzt zum Hauptakt kommen“, kündigt er an und holt die Produktproben. „Wow. Dann kommen wir zum Höhepunkt“, kontert Judith Williams.
Spätestens jetzt ist klar: An Wortspielen mangelt es an diesem Abend keinesfalls. Doch nach dem ungewöhnlichen Auftritt beginnt der geschäftliche Teil – und da werden die Löwen schnell deutlich kritischer.
Als es um Zahlen geht, hört der Spaß für die Löwen auf
Markus sieht Penice als normales Männerpflegeprodukt, das seiner Meinung nach im Drogeriemarkt beim Duschgel stehen sollte. Verkaufspreis: 19,90 Euro. Janna Ensthalers spontane Reaktion: „Aua!“
Auch die Herstellungskosten von unter drei Euro lassen die Löwen aufhorchen. Markus hält dagegen, eine Tube reiche bei täglicher Anwendung bis zu einem halben Jahr. Das wiederum kann Carsten Maschmeyer kaum glauben: 180 Tage und entsprechend viele erbsengroße Portionen aus einer Tube?
Markus erklärt, er habe genau das selbst ausprobiert und die Menge getestet. Was folgt, ist eine Diskussion über 180 erbsengroße Portionen, bei der Judith Williams zwischenzeitlich offenbar selbst kaum noch weiß, wohin mit sich.
Wie testet man eigentlich ein Gel gegen Penisgeruch?
Dann wollen die Löwen wissen, wie gut das Produkt überhaupt funktioniert. Auf die Frage nach einer konkreten prozentualen Geruchsreduzierung wird es für Markus schwierig. Er betont selbst: „Es ist kein Medizinprodukt.“ Er wolle ein funktionales Kosmetikprodukt anbieten und keine Heilversprechen machen. Als die Löwen trotzdem nachhaken, nennt Markus schließlich 70 Prozent – allerdings ausdrücklich nicht als Ergebnis eines entsprechenden Feldtests.
Und genau damit landet die Runde bei der wohl ungewöhnlichsten Frage des Abends: Wie testet man so ein Produkt eigentlich? Carsten Maschmeyer fragt scherzhaft, ob dafür zehn Menschen an unterschiedlich behandelten Penissen riechen müssten. Markus stellt klar: „Ich habe keinen Feldtest in dem Sinn gemacht.“ Und können die Löwen das Produkt testen? Judith Williams weiß immerhin sofort, was sie nicht möchte: „Ich möchte an diesem Test nicht teilhaben.“
„Blindtest“ sorgt bei den Löwen für den nächsten Lacher
Markus hat sein Produkt nach eigenen Angaben aber durchaus selbst getestet – auch beim sexuellen Kontakt. Seine Partnerin habe gewusst, dass er das Produkt besitze, aber nicht, wann er es benutze. Und? Hat sie einen Unterschied bemerkt? „Sie hat gar nichts gesagt. Und das ist ein positives Zeichen“, findet Markus.
Die Löwen sehen darin noch keinen überzeugenden Wirkungsnachweis. Markus berichtet außerdem, dass frühere Prototypen von etwa 20 bis 30 Männern getestet wurden. Auch Frauen hätten das Gel ausprobiert – allerdings als Deo-Ersatz unter den Achseln.
Spätestens da wird es Carsten Maschmeyer „bizarr“, während aus der Runde ein trockenes „Mir ist übel“ kommt.
Löwen zweifeln vor allem am Marketing von „Penice“
Dabei ist es gar nicht unbedingt die grundsätzliche Produktidee, die den Löwen missfällt. Mehrere Investoren können sich vorstellen, dass es einen Markt für spezielle Intimpflege für Männer gibt. Das große Problem sehen sie in der Umsetzung.
Carsten Maschmeyer kritisiert die Mischung aus ernstem Pflegethema, Prinzenfigur und zahlreichen sexuellen Anspielungen. „Es ist mir zu viel wirres Zeug miteinander kombiniert“, urteilt er – und steigt aus.
Ralf Dümmel fragt sich wiederum, wie Kunden im Drogeriemarkt überhaupt auf Anhieb erkennen sollen, was sich hinter dem Produkt verbirgt. „Das versteht ja kein Mensch, was du da machst“, lautet sein Urteil. Auch er ist raus.
Johannes Kliesch findet zwar gut, dass Markus ein Thema anspricht, über das Männer nur selten reden. Die humorvolle und stark sexualisierte Vermarktung passe für ihn aber nicht zu einem Produkt, das zumindest Berührungspunkte mit einem Gesundheitsthema habe. Er nennt die Inszenierung sogar „teilweise auch unseriös”. Auch von ihm gibt es kein Geld.
Judith Williams: „Let’s start over again“
Janna Ensthaler gefällt wiederum gerade, dass Markus das Tabuthema mit Humor angeht. „Ich finde, es ist ein reales Problem. Und dass sich Jungs darum kümmern, ist immer gut“, sagt sie. Investieren möchte sie trotzdem nicht: Das Produkt sei schlicht nicht ihr Thema.
Auch Judith Williams feiert Markus dafür, dass er „aus der Komfortzone in die Intimzone“ gegangen ist. Doch spätestens bei den Wortspielen auf der Verpackung hört für die Beauty-Expertin der Spaß auf. Für ein solches Pflegeprodukt wünsche sie sich mehr Frische, Sinnlichkeit und vor allem Seriosität. Auch den Preis von knapp 20 Euro hält sie für zu hoch. Ihr Marketing-Rat fällt entsprechend deutlich aus: „Let’s start over again.“
Damit ist auch Judith raus – und Markus verlässt die Höhle ohne Deal.
Kein Deal für „Prinz Penis“ – aufgeben will Markus trotzdem nicht
So viel Kritik muss man erst einmal verdauen. Markus nimmt es allerdings sportlich. „Ich habe viel Kritik bekommen. Zum größten Teil auch berechtigte Kritik“, sagt er nach seinem Pitch. Dass es ganz anders gelaufen sei als erwartet, scheint ihn nicht zu entmutigen. Im Gegenteil: „Ich habe einfach Bock weiterzumachen.“
Einen Investor kann „Prinz Penis“ an diesem Abend also nicht erobern. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt er aber definitiv. Oder wie es nach seinem Abgang bei den Löwen heißt: Einige Männer werden sich nach diesem Auftritt vielleicht bewusster pflegen.
Der ganz große „Höhepunkt“ bleibt für Markus allerdings aus: Kein Löwe kann Penice am Ende gut genug riechen, um 70.000 Euro zu investieren.
Verwendete Quelle: RTL+/Die Höhle der Löwen




