Bis zu 70.000 Euro Schaden pro FallBekannter TV-Polizist wird zur Zielscheibe von Love-Scamming

Chris Savaj – im TV bekannt als Stephan Sindera – wird zur Zielscheibe von Love-Scamming.
Chris Savaj – im TV bekannt als Stephan Sindera – wird zur Zielscheibe von Love-Scamming.
RTL
von Anna Pluta

Viele kennen ihn – und das nutzen Betrüger schamlos aus!
Chris Savaj ist vielen Zuschauern als TV‑Polizist bekannt: In Formaten wie „Der Blaulicht Report“, „Auf Streife“ oder „Richter und Sindera“ verkörpert er seit Jahren den Ermittler Stephan Sindera und erreicht ein Millionenpublikum. Privat erlebt er jedoch einen Albtraum – über den er jetzt ganz offen mit RTL spricht.

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So funktioniert die perfide Betrugsmasche

Savaj schildert das ganze Ausmaß: Sein Name und sein Gesicht werden von Betrügern missbraucht, um Frauen in langwierige, emotionale Online‑Beziehungen zu locken und sie um teilweise sehr viel Geld zu bringen.

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„Ich muss leider sagen: Von betrogenen Frauen erhalte ich Nachrichten jeden Tag“, sagt Savaj. Die Fälle reichen von ein paar Tausend Euro bis hin zu Summen von 70.000 Euro; in einem Fall berichtet eine Familie, dass die Mutter ihre gesamte Rente verloren habe.

Die Masche ist immer ähnlich: Nutzerinnen kommentieren auf Savajs offiziellen Social‑Media‑Kanälen, daraufhin werden sie von vermeintlichen Profilen des Stars kontaktiert. Sobald ein Gespräch zustande kommt, verlagert sich die Kommunikation auf private Messengerdienste wie WhatsApp oder Telegram. Über Wochen oder Monate bauen die Täter Vertrauen auf, bedienen Sehnsüchte und Hoffnungen und fordern schließlich Geld – häufig in Form von Gutscheinkarten, die schwer zurückverfolgbar sind.

Die ganze Recherche zeigt RTL heute Abend (25. August) ab 22.15 Uhr bei EXTRA.

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Analysen von RTL offenbaren ganze Netzwerke

Opfer wie Anke, die über ein Jahr mit einem Betrüger schrieb und am Ende mehr als 8.000 Euro überwies, berichten von romantischen Nachrichten, täglichen Kontakten und sogar zugesandten Geschenken, die Vertrauen erzeugen und Zweifel zerstreuen.

Hugolna aus Ungarn, die nach dem Tod ihres Mannes besonders verletzlich war, verlor mehr als 4.000 Euro in Gutscheinen, bevor ihr ein abgesagtes Treffen die Lüge offenbarte.

Analysen des RTL-Verifizierungsteams deuten darauf hin, dass die Täter in Netzwerken arbeiten, die offenbar unter anderem in Nigeria operieren. Dort existieren laut Aussagen Marktstrukturen und Anleitungen, welche Prominenten sich besonders „lohnen“ und wie man Fake‑Profile professionell aufbaut. In einem aufgedeckten deutschen Verfahren führten solche Netzwerke Geld über in Deutschland eröffnete Konten, die teilweise von Studierenden betrieben wurden; allein 34 Opfer überwiesen damals fast 600.000 Euro.

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Hass‑ und Morddrohungen gegen den TV-Polizisten

Für Savaj persönlich bedeutet der Missbrauch seiner Identität nicht nur finanziellen Schaden bei den Opfern, sondern auch Bedrohung und Stigmatisierung: In Fanpaketen fand er immer wieder Ortungsgeräte, er erhielt Hass‑ und Morddrohungen und musste mehrfach öffentlich warnen.

Psychologen erklären, dass digitale Beziehungen besonders intensiv werden können. Sie glauben, tatsächlich in eine gemeinsame Zukunft zu investieren.

Die Polizei rät Betroffenen, alle Nachrichten und Beweise zu sichern, den Kontakt sofort abzubrechen und Anzeige zu erstatten; Love‑Scamming gilt als Betrug und kann in Deutschland mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden.

Chris Savaj hat einen Appell an die Öffentlichkeit

Savaj gibt die Warnungen nicht auf. Sein Appell an die Öffentlichkeit lautet, wachsam zu sein, keine privaten Gespräche über vermeintliche Promi‑Profile zu führen und im Verdachtsfall Hilfe bei Polizei und Opferberatungen wie dem Weißen Ring zu suchen.

Nur so lasse sich verhindern, dass noch mehr Menschen emotional und finanziell geschädigt werden – und dass sein Name weiter als Werkzeug in der Hand von Betrügern missbraucht wird.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche