Motiv möglicherweise Kampf gegen fossile Energie?Verdächtiger Daniel V. nach Anschlägen auf Stromnetz in NRW und Brandenburg festgenommen

von Valerio Magno und Niklas Bönsch

Nach tagelanger, europaweiter Fahndung ist der Verdächtige Daniel V. am Dienstag (08.09.) in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen festgenommen worden. Der 48-Jährige aus Gevelsberg soll mit selbstgebauten Sprengvorrichtungen mehrfach Hochspannungsleitungen sabotiert haben.

Sprengladungen bei sich – kein Widerstand bei Festnahme

Beamten war Daniel V. aufgefallen, wie er auf einem Feldweg entlang der Autobahn in Richtung seines Unterschlupfes unterwegs war. Bei seiner Festnahme hatte er nach Polizeiangaben Sprengladungen bei sich, wehrte sich jedoch nicht gegen den Zugriff. Ganz in der Nähe entdeckten die Beamten in einem Unterholz zudem ein Zelt, in dem sich weitere Sprengvorrichtungen befanden. Diese und weitere sichergestellte Gegenstände werden von Entschärfern des Landeskriminalamts NRW untersucht.

Drähte über Hochspannungsleitungen geschossen

Daniel V. soll mehrfach versucht haben, mit selbstgebauten Raketen Drähte über Hochspannungsleitungen zu schießen, in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Dabei kam es zu mehreren Kurzschlüssen, einzelne Blöcke nahegelegener Kohlekraftwerke wurden dadurch lahmgelegt. Ein mögliches Motiv enthalten zwei Bekennerbriefe, die die Polizei dem 48-Jährigen zuordnet und die auf den Kampf gegen fossile Energie hindeuten.

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Wohnmobil im Hambacher Forst entdeckt

Tagelang wurde europaweit nach Daniel V. gefahndet. Seine Wohnung wurde durchsucht, auch der Hambacher Forst intensiv durchkämmt. Dort war zuvor bereits sein zum Wohnmobil umgebauter Laster gefunden worden. Am Montag (07.09.) entdeckte eine Streife schließlich mehrere Sprengvorrichtungen unweit des Kraftwerks in Weisweiler, die noch am Abend entschärft wurden. Die weitere Suche nach Spuren musste wegen einbrechender Dunkelheit und der dichten Vegetation unterbrochen und auf den folgenden Morgen verlegt werden, wie Polizeisprecher Carsten Rust erklärt.

Festnahme ganz in der Nähe des Kraftwerks

Am Dienstag (08.09.) gelang den Ermittlern schließlich die Festnahme in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks Weisweiler. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geht aktuell davon aus, dass es sich bei Daniel V. um einen Einzeltäter handelt. Er verweist auf den Bekennerbrief, in dem der Verdächtige seine ihm wichtigen Themen benannt habe, deutet aber gleichzeitig an, dass möglicherweise auch psychische Probleme eine Rolle gespielt haben könnten. Beide Aspekte müssten nun genauer untersucht werden. Gegen Daniel V. wird nun unter anderem wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie der Störung öffentlicher Betriebe ermittelt.