Geschäfte beschädigt, Anwohner bedroht – warum ein Verdächtiger weiter frei ist    Vandalismus-Serie in der Kölner Südstadt

Eingeschlagene Schaufenster, beschädigte Autos und Bedrohungen gegen Anwohner: Seit Monaten sorgt eine Serie von Beschädigungen in der Kölner Südstadt für Angst und Frust. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann, der für zahlreiche Vorfälle verantwortlich sein soll. Trotzdem ist er weiterhin auf freiem Fuß.

Boxclub seit Monaten geschlossen

Für Roland Bebak sind die Folgen der Vandalismus-Serie bis heute spürbar. Der 61-Jährige betreibt in der Kölner Südstadt den Boxclub „Bebak Boxing“. Im vergangenen Oktober wurden die Scheiben seines Geschäfts innerhalb weniger Tage gleich zweimal zerstört. Seitdem bleibt der Laden geschlossen. Die beschädigten Fenster hat Bebak bislang nicht ersetzen lassen. Zu groß ist die Sorge, dass sie erneut eingeschlagen werden könnten. Die Miete für die Räume muss er trotzdem weiterhin zahlen.

Anwohner und Geschäftsleute betroffen

Roland Bebak ist nicht der einzige Geschädigte. Über Monate hinweg kam es in der Südstadt immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Überwachungskameras zeichneten zahlreiche Taten auf. Nach Angaben von Betroffenen wurden Autos beschmiert, Türschlösser verklebt und Schaufensterscheiben eingeschlagen. Hinzu kamen Bedrohungen gegen Anwohner. In einem dokumentierten Fall wurde sogar damit gedroht, eine ganze Familie umzubringen. Viele Anwohner fühlen sich deshalb seit Monaten verunsichert.

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Verdächtiger soll schuldunfähig sein

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Mann namens Stefan S. Gegen ihn wurden zwischen März und Oktober des vergangenen Jahres insgesamt 17 Strafanzeigen erstattet. Die Staatsanwaltschaft Köln hat die Verfahren inzwischen zusammengeführt. Nach Angaben der Ermittler gibt es Hinweise darauf, dass der Verdächtige möglicherweise im Zustand der eingeschränkten oder vollständigen Schuldunfähigkeit gehandelt haben könnte. Sollte sich das bestätigen, wäre eine strafrechtliche Verurteilung unter Umständen nicht möglich. Auch eine Verwandte des Mannes aus dem Rhein-Erft-Kreis soll bereits ein Annäherungsverbot gegen ihn erwirkt haben. Nach Angaben der Betroffenen soll er dieses mehrfach missachtet haben.

Gutachten soll über Zukunft entscheiden

Die Staatsanwaltschaft arbeitet derzeit an einem psychiatrischen Gutachten. Dieses soll klären, ob von dem Mann auch künftig eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob weitere erhebliche Straftaten zu befürchten sind. Sollte ein entsprechendes Risiko festgestellt werden, könnte eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet werden. Die Ermittler betonen, das Verfahren möglichst schnell vorantreiben zu wollen.

Hoffnung auf eine Lösung

Für Roland Bebak und viele andere Betroffene in der Südstadt steht fest, dass die aktuelle Situation nicht dauerhaft so bleiben kann. Sie hoffen auf eine Entscheidung der Behörden und darauf, dass wieder Ruhe in das Viertel einkehrt. Erst wenn die Gefahr weiterer Angriffe gebannt ist, möchte Bebak seinen Boxclub wieder vollständig herrichten. Viele Anwohner teilen diese Hoffnung – und wünschen sich, dass die monatelange Vandalismus-Serie endlich ein Ende findet.