Neue Form von „organisiertem Sozialbetrug“Unterhaltsvorschuss erschlichen - Stadt Essen warnt vor neuer Betrugsmasche

Bringt schärfere Waffenkontrollen an Schulen ins Gespräch: Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).
Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU)
Henning Kaiser/dpa

Mütter behaupten, dass die Väter ihrer Kinder im Ausland leben – tatsächlich leben sie aber zusammen. Die Stadt Essen vermutet dahinter in einigen Fällen eine gezielte Betrugsmasche beim Unterhaltsvorschuss: Für Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) eine neue Form des „organisierten Sozialbetrugs“.

So soll die Masche funktionieren

Nach Angaben der Stadt geben Mütter beim Jugendamt an, dass die Väter ihrer Kinder im Ausland leben. Dafür legen sie entsprechende Dokumente vor. Das Jugendamt zahlt anschließend Unterhaltsvorschuss, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Je nach Alter des Kindes können das bis zu 394 Euro im Monat sein. In einigen Fällen vermuten die Behörden allerdings, dass der Vater in Wahrheit weiterhin mit der Familie in Essen lebt.

Im Video: Interview mit Peter Renzel (Sozialdezernent der Stadt Essen)

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Stadt kann Verdachtsfälle kaum überprüfen

Das Problem: Die Stadt kann nach eigenen Angaben nicht ohne Weiteres überprüfen, ob sich der Mann tatsächlich dauerhaft im Ausland aufhält. Datenschutzrechtliche Vorgaben schränken die Kontrollmöglichkeiten ein. Auch die Zahlung des Unterhaltsvorschusses kann bei einem bloßen Verdacht nicht einfach gestoppt werden. Die Stadt Essen sieht deshalb Handlungsbedarf. Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) spricht angesichts der Verdachtsfälle von einer neuen Form des „organisierten Sozialbetrugs“.