Extra-Euro jetzt auch beim Shopping?Trinkgeld im Schuhladen: Erste Händler testen Abfrage am Kartenlesegerät
Trinkgeld im Restaurant oder Café ist für viele selbstverständlich. Aber jetzt könnte die Frage nach dem Extra-Euro beim Einkaufen im Geschäft häufiger auftauchen. Erste Unternehmen testen eine Trinkgeldabfrage direkt am Kartenlesegerät. Eine repräsentative Umfrage zeigt allerdings: Die Mehrheit der Menschen hält davon wenig.
Trinkgeld für gute Beratung im Geschäft
Wer mit Karte oder Smartphone im Restaurant bezahlt, kennt die Frage häufig schon: Möchten Sie Trinkgeld geben? Zwei Schuhketten testen dieses Prinzip inzwischen auch in ihren Geschäften. Kunden können dort beim Bezahlen zusätzliches Geld für Service und Beratung geben. Die Idee kommt aus der Gastronomie. Die Unternehmen wollen Beschäftigten damit eine zusätzliche Anerkennung für guten Service ermöglichen. Auch andere Händler beschäftigen sich offenbar mit dem Konzept. Der BTE Handelsverband Textil, Schuhe und Lederwaren erklärt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass einige Unternehmen aus dem Bekleidungsbereich aktuell mit dem Thema experimentieren.
Kölner reagieren skeptisch
In Nordrhein-Westfalen könnte die Trinkgeldabfrage damit künftig ebenfalls häufiger auftauchen. Bei einer Straßenumfrage von RTL WEST in Köln kommt die Idee allerdings nicht besonders gut an. Mehrere Befragte finden Trinkgeld im Einzelhandel ungewöhnlich oder lehnen eine entsprechende Abfrage am Kartenlesegerät ab. Trotzdem: Martina Maturi, Inhaberin einer Mode-Boutique in Köln, ist überzeugt. Sie will künftig auch an ihrem Bezahlterminal die Frage stellen: „Möchten Sie vielleicht ein Trinkgeld geben?“
Nur jeder Vierte würde Trinkgeld geben
Fraglich nur, ob das den gewünschten Erfolg bringt. Eine repräsentative Umfrage zeigt deutliche Zurückhaltung. Nur rund ein Viertel der Befragten wäre überhaupt bereit, im Einzelhandel Trinkgeld zu geben. 19 Prozent würden bis zu fünf Prozent des Einkaufswertes zusätzlich zahlen. Fünf Prozent der Befragten wären zu sechs bis acht Prozent Trinkgeld bereit, zwei Prozent zu neun bis zwölf Prozent. Lediglich ein Prozent würde noch mehr geben. Handelsexperte Kai Hudetz vom IFH Köln warnt deshalb davor, Kunden mit der Trinkgeldfrage unter Druck zu setzen. Händler müssten darauf achten, keine ablehnende Reaktion auszulösen. Wer sich beim Bezahlen fragt, warum er überhaupt Trinkgeld geben soll, könnte am Ende auch das Unternehmen negativer wahrnehmen.

































