Warum dieses Bier nur zweimal im Jahr ausgeschenkt wirdTraditionsbrauerei in Düsseldorf zapft besonderes Bier
Ein Bier mit Tradition – und ordentlich „Bumms“: In der Düsseldorfer Hausbrauerei „Zum Schlüssel“ gibt es jetzt wieder das sogenannte „Stike“-Bier. Ein Altbier, das nur zweimal im Jahr ausgeschenkt wird. Die Besonderheit: Hinter dem Bier steckt eine jahrhundertealte Geschichte – und ein kleines Geheimnis.
Heimlich gebraut, stark im Geschmack
Der Name verrät es schon: „Stike“ kommt vom plattdeutschen „Stickum“ – und bedeutet so viel wie „heimlich“. Die Idee dahinter reicht weit zurück: in die Zeit der Klosterbrauereien. „Damals haben Mönche in der Fastenzeit einfach ein stärkeres Bier gebraut, um die fehlende Nahrung zu ersetzen“, erklärt Braumeister Dirk Rouenhoff, der seit mehr als 20 Jahren Teil des Teams ist. Das Problem: Die Herstellung war teurer – und eigentlich vom Abt verboten. Also wurde heimlich gebraut.
Mehr Alkohol, mehr Aufwand
Heutzutage wird das Bier ganz offiziell hergestellt – allerdings nach wie vor nur selten und mit deutlich mehr Aufwand als das klassische Altbier. Statt rund fünf Prozent Alkohol hat das Stike etwa sechs Prozent – und wird aus den gleichen Zutaten gebraut: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Der Unterschied liegt in der Rezeptur. „Wir nehmen einfach mehr Rohstoffe für die gleiche Menge“, erklärt Rouenhoff. „Dadurch entsteht mehr Alkohol und ein intensiverer Geschmack.“ Auch die Lagerzeit ist doppelt so lang: Vier Wochen statt zwei. Der Grund: Die stärkere Gärung sorgt für mehr Nebenprodukte, die erst wieder abgebaut werden müssen.
Tradition seit mehr als 175 Jahren
Die Hausbrauerei „Zum Schlüssel“ gehört fest zur Düsseldorfer Altstadt. Seit 1850 wird dort Bier gebraut – direkt an der „längsten Theke der Welt“. Seit 1936 ist der Betrieb in Familienhand, inzwischen in dritter Generation. Das besondere Bier ist dabei längst ein fester Bestandteil der Brautradition – auch wenn es nur zweimal im Jahr ausgeschenkt wird.
Würziger Geschmack mit Wirkung
Wie kommt das Ganze an? Die Gäste sind sich einig: Das besondere Bier schmeckt. „Ein bisschen würziger, aber sehr lecker“, sagt ein Besucher. Ein anderer ergänzt lachend: „Mal sehen, wie es nach zehn Stück ist.“ Klar ist: Das Bier hat es in sich – geschmacklich und beim Alkoholgehalt.
Nur solange der Vorrat reicht
Ein Glas kostet aktuell 3,10 Euro. Wer probieren möchte, sollte sich allerdings beeilen: Das Motto lautet wie jedes Jahr – nur solange der Vorrat reicht.

































