Teenager unter MordverdachtSohn (15) soll Vater in Dortmund erstochen haben

von Stefan Efferth

Ein 15-Jähriger soll in Dortmund seinen eigenen Vater getötet haben. Der Jugendliche sitzt wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. Nach RTL-Informationen soll der Tat ein Streit zwischen Vater und Sohn vorausgegangen sein. Dabei ging es offenbar um Prepaid-Bezahlkarten für Online-Spiele. Gleichzeitig gibt es Berichte über eine mögliche Radikalisierung des Jugendlichen.

Streit um Bezahlkarten für Online-Spiele?

Der 49-jährige Aleksandar Z. lebte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Dortmunder Stadtteil Hörde. Die Familie stammt aus der Ukraine, der Vater war kürzlich noch Soldat. Nach RTL-Informationen befanden sich die Mutter und eine Tochter zum Tatzeitpunkt in der Heimat. Zwischen Vater und Sohn soll es zum Streit gekommen sein. Dabei ging es möglicherweise um Prepaid-Karten, mit denen unter anderem Guthaben und digitale Inhalte für Online-Spiele gekauft werden können. Der 15-Jährige soll seinem Vater anschließend zweimal ein Messer in die Brust gerammt haben.

Laut seinem Anwalt Ali Mojab hat ihn dann plötzlich die Reue gepackt. Er habe die Tat unvollendet abgebrochen und versucht, seinen Vater zu retten:

„Mein Mandant soll unmittelbar nach den Stichen den Notruf alarmiert haben. Das ist deshalb wichtig, weil hier ein strafbefreiter Rücktritt in Betracht kommt. Der Gesetzgeber möchte den Betroffenen eine Brücke bauen, nämlich die Brücke zurück in die Legalität. Und wenn auch nach der Vorstellung des Täters der Erfolg noch nicht eingetreten ist und er alles Erforderliche tut, um diesen Erfolg zu verhindern, in diesem Fall den Rettungsdienst herbeizurufen, dann kommt ein strafbefreiender Rücktritt in Betracht.“

Es würde dann trotz des toten Vaters wegen schwerer Körperverletzung angeklagt, nicht wegen Mordes oder Totschlags.

  Berichte über mögliche Radikalisierung

Inzwischen werden weitere Details über den 15-Jährigen bekannt. Kevin Z. ist vor Kurzem zum Islam konvertiert. Laut Bild-Zeitung könnte er sich radikalisiert haben. Davon wisse er nichts, erklärt der Anwalt. Er hält eher das schlechte Verhältnis zwischen Vater und Sohn für den Hintergrund des tödlichen Streits. Das genaue Motiv ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Wegen des jungen Alters des Tatverdächtigen halten sich Polizei und Staatsanwaltschaft mit weiteren Angaben zu dem Jugendlichen zurück.

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15-Jähriger bleibt in Untersuchungshaft

Der Jugendliche sitzt weiterhin wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. Es muss nun geklärt werden, was genau sich zwischen Vater und Sohn in der Dortmunder Wohnung abgespielt hat und warum der Familienstreit tödlich endete. Sollte der 15-Jährige später wegen Mordes verurteilt werden, muss er mit einer Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.