Letzte Mieterin wehrt sich gegen AuszugSeniorin (91) kämpft um ihr Zuhause in Köln – nach 53 Jahren soll sie raus aus ihrer Wohnung
Zwei Zimmer, Küche, Bad - seit mehr als 50 Jahren lebt Katharina Bolte in ihrer Wohnung in Köln. Jetzt soll die 91-Jährige ausziehen. Der Eigentümer plant einen Neubau mit mehr Wohnraum. Die Seniorin kämpft gemeinsam mit ihrem Sohn um eine Lösung.
Seit 53 Jahren ihr Zuhause
Seit 53 Jahren lebt Katharina Bolte in ihrer Wohnung in Köln-Lindenthal. Doch seit vier Jahren gibt es Streit mit dem Eigentümer. Ihr Sohn meint, der Umzug in diesem Alter wäre eine große Belastung.
Besitzerwechsel und neue Pläne
2022 wechselte das Haus den Besitzer. Die übrigen Mieter erhielten Kündigungen und verließen nach und nach ihre Wohnungen. Katharina Bolte blieb. Ein Pflegeheim kommt für sie nicht infrage. Sie wehrt sich gegen den Auszug und möchte zunächst in ihrem vertrauten Zuhause bleiben. Inzwischen kann sich die 91-Jährige allerdings auch einen Umzug vorstellen – wenn sie eine passende Alternative in ihrem vertrauten Umfeld findet.
Eigentümer verweist auf Alternativen
Das Unternehmen „Start Living“ hat das Haus gekauft. Nach eigenen Angaben wurden Katharina Bolte mehrere Wohnungen angeboten, auch in der Nähe, außerdem eine Abfindung. Über die Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Bei einem Vorschlag soll es schon fast zu einer Einigung gekommen sein. Dazu erklärt Geschäftsführer Peter Drouvé, die angebotene Wohnung sei besser ausgestattet gewesen und habe nur leicht über der bisherigen Miete gelegen. Vor der Vertragsunterzeichnung sei jedoch die Forderung nach einem lebenslangen Wohnrecht für den Sohn aufgekommen. Die Familie erklärt, es gehe dabei um die langfristige Sicherheit der 91-Jährigen.
Neubau mit mehr Wohnraum geplant
Auf dem Grundstück soll ein neues Wohnprojekt entstehen. Geplant sind sieben Wohnungen im Vorderhaus und drei Stadthäuser im Hinterhof. Nach Angaben des Unternehmens sollen dadurch rund 700 Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche entstehen. Der Mieterverein Köln sieht solche Fälle differenziert. Entscheidend sei nicht nur die Schaffung neuen Wohnraums, sondern auch die persönliche Situation langjähriger Mieter.
Rechtsstreit geht weiter
Zweimal haben sich schon Richter am Amtsgericht Köln mit dem Fall beschäftigt. Nach Angaben der Familie bekam Katharina Bolte beide Male Recht. Das Unternehmen akzeptierte die Entscheidungen nicht und ging weiter vor. Nun muss das Landgericht entscheiden. Nach vier Jahren Auseinandersetzung hofft Katharina Bolte vor allem auf eines: dass endlich eine Lösung gefunden wird.

































