5.000 Euro für eine WocheRegionalverband Ruhr sucht Haldenwärter für die Halde Hoheward
152 Meter hoch, 360-Grad-Panoramablick und ein Horizontobservatorium an der Spitze: Die Halde Hoheward in Herten bekommt für eine Woche einen ganz besonderen Bewohner. Der Regionalverband Ruhr (RVR) sucht einen Haldenwärter. Bezahlung: 5.000 Euro für sieben Tage.
Eine Bewerbung aus Essen
Anke Hoppmanns aus Essen hat sich für den ungewöhnlichen Job beworben und dreht direkt auf der Halde ihr Bewerbungsvideo. Auf die Idee brachte sie ihre Schwester über Facebook. Die 56-Jährige findet die Aussicht auf eine Woche Abenteuer verlockend und hat bereits familiäre Unterstützung: Ihre Mutter will sie begleiten.
Leben im Tiny House für sieben Tage
Ausgeschrieben hat die Stelle der RVR. Geschlecht und Wohnort der Bewerber spielen keine Rolle. Der Haldenwärter soll Anfang September für eine Woche in ein Tiny-House auf der Halde ziehen. RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin erklärt, dass Wasser, Strom, Essen und Trinken gewährleistet seien. Dennoch bedeute die Zeit dort auch, sich ein Stück weit in die Einsamkeit zu begeben und das direkte Umfeld zu erkunden. Er rechnet damit, dass die ungewöhnliche Besetzung besonders bei jungen Leuten auf Interesse stößt.
Eigentlich ein Job als Pott-fluencer
Der eigentliche Clou der Aktion: Die Erlebnisse des Haldenwärters sollen über Social Media verbreitet werden. Im Grunde bewerben sich Interessierte damit auf eine Stelle als Pott-fluencer. Etwas, aus dem der RVR kein Geheimnis macht. Ziel ist es, das Ruhrgebiet gerade bei jungen Menschen attraktiver zu machen. Social-Media-Experte Felix Beilharz aus Köln ordnet die Kampagne ein: Es sei ein alter Trick von Tourismusdestinationen, einen kuriosen, ungewöhnlichen Job auszuschreiben. Der Vorteil liege darin, dass die Aktion nicht wie klassische Werbung wirke, sondern wie eine lustige virale Kampagne, über die viele sprechen und die freiwillig weitergeteilt wird.
Ruhrgebiet als lebenswerteste Metropolregion
Die Kampagne trifft offenbar den richtigen Zeitpunkt: Bereits im Januar kam eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zu dem Ergebnis, dass das Ruhrgebiet die lebenswerteste Metropolregion Deutschlands ist. Vor dem Rheinland und weit vor Städten wie München, Hamburg und Berlin. Die Einheimischen sehen das ähnlich, blicken auf das Thema Werbung aber unterschiedlich: Manche betonen das besondere Freiheitsgefühl der Region, das keine Werbung vermitteln könne, andere befürchten, dass mehr Besucher auch weniger Platz für die Bewohner bedeuten. Einig sind sich viele jedoch darin, dass man um solche viralen Aktionen inzwischen kaum noch herumkommt. Interessierte können sich noch bis zum 9. August um die Stelle bewerben. Unabhängig davon, wer am Ende ins Tiny House einzieht: Der 360-Grad-Blick übers Ruhrgebiet ist garantiert.
































