Mehr als 160 mögliche SabotagezielePolizisten entdecken Versteck von Daniel V. – Sprengvorrichtungen gefunden
Platt getretenes Gras auf einem offenbar kaum genutzten Feldweg bringt zwei Autobahnpolizisten auf die richtige Spur. In einem getarnten Zelt nahe dem Kohlekraftwerk Weisweiler entdecken sie am Dienstag (08.09.) den gesuchten Daniel V. und nehmen ihn widerstandslos fest. In seinem Versteck finden die Ermittler anschließend mehrere Sprengvorrichtungen. Besonders brisant: Der Verdächtige hatte offenbar mehr als 160 mögliche Ziele für Sabotageakte notiert.
Platt getretenes Gras führt Polizisten zum Versteck
Die Festnahme am Dienstag (08.09.) ist offenbar ein Zufallstreffer. Zwei Autobahnpolizisten werden auf platt getretenes Gras an einem Feldweg aufmerksam und schauen genauer hin. Dort entdecken sie ein getarntes Zelt, das zuvor selbst aus einem Polizeihubschrauber nicht zu erkennen gewesen sein soll. Darin hält sich der gesuchte Daniel V. auf. Einer der Beamten zieht zunächst seine Dienstwaffe, kann sie aber schnell wieder wegstecken: Der Verdächtige leistet bei seiner Festnahme keinen Widerstand. Für Heiko Teggatz von der Deutschen Polizeigewerkschaft ist der Fahndungserfolg auch ein Ergebnis der erhöhten Aufmerksamkeit der Beamten. Die Öffentlichkeitsfahndung sei auch den Streifenwagen bekannt gewesen. „Das hat mal wieder bewiesen, dass gute Polizeiarbeit zum Erfolg führt“, sagt Teggatz.
Sprengvorrichtungen und mehr als 160 mögliche Ziele
Bei der anschließenden Durchsuchung des Verstecks nahe dem Kohlekraftwerk Weisweiler machen die Ermittler einen brisanten Fund: Sie entdecken mehrere Sprengvorrichtungen. Ähnliche Gegenstände waren bereits Tage zuvor in einem verlassenen Wohnmobil des Verdächtigen gefunden worden. Dort stellten die Ermittler außerdem ein Notizbuch sicher. Darin soll Daniel V. mehr als 160 mögliche Ziele für Sabotageakte aufgelistet haben. Ob es sich tatsächlich bei allen Einträgen um konkrete Anschlagsziele handelt, ist bislang offen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärt, die Orte würden nun überprüft. Gleichzeitig müsse geklärt werden, warum der Verdächtige gehandelt habe, ob seine Angaben stimmen und ob möglicherweise weitere Personen beteiligt sind.
Generalbundesanwalt übernimmt den Fall
Inzwischen hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Damit bekommt der Fall eine neue Dimension. Daniel V. soll sich in einem Schreiben zu mehreren Anschlägen auf Umspannwerke bekannt haben. Hinweise darauf, dass er Komplizen hatte, gibt es bislang nicht. Attacken auf die Energieversorgung könnten nach Einschätzung von Heiko Teggatz schwerwiegende Folgen haben. Würden dadurch beispielsweise Krankenhäuser oder Verkehrsleitsysteme lahmgelegt, könnten Menschen verletzt oder sogar getötet werden. In einem solchen Fall müsse man laut Teggatz von einem terroristischen Angriff sprechen.
Ermittlungen zu möglichen weiteren Taten laufen
Welche Pläne Daniel V. tatsächlich hatte und ob alle in seinem Notizbuch aufgeführten Orte als konkrete Ziele vorgesehen waren, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Auch die Frage, ob der Mann tatsächlich allein gehandelt hat, ist noch nicht abschließend beantwortet. Der offizielle Vorwurf gegen Daniel V. lautet bislang auf versuchte und vollendete verfassungsfeindliche Sabotage sowie Störung öffentlicher Betriebe. Die mehr als 160 notierten möglichen Ziele werden nun nach und nach überprüft.

































