Schuss vor Polizeiwache in MeerbuschMann (23) lockt Beamte nach draußen und greift sie mit Messer an

von Julian Schlauch

Ein 23-Jähriger soll Mittwochabend (09.09.) zwei Polizisten vor der Wache in Meerbusch mit einem Messer angegriffen haben. Einer der Beamten schoss daraufhin auf den Mann. Der Angreifer kam schwer verletzt ins Krankenhaus und musste notoperiert werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 23-Jährige die tödliche Reaktion der Polizisten provozieren wollte.

Lauter Knall und Schreie erschrecken Anwohner

Gegen 20 Uhr fällt am Mittwochabend (09.09.) auf der Straße vor der Polizeiwache in Meerbusch bei Düsseldorf ein Schuss. Anwohner berichten von einem lauten Knall und Schreien. Anschließend wird der Bereich rund um den Einsatzort für mehrere Stunden abgesperrt.

23-Jähriger lockt Polizisten offenbar aus der Wache

Kurz zuvor hatte der 23-Jährige die nahegelegene Polizeiwache betreten. Dort berichtete er den Beamten von angeblichen Molotowcocktails, die er auf der Straße entdeckt habe. Zwei Streifenpolizisten gehen daraufhin gemeinsam mit ihm nach draußen, um sich die vermeintlichen Brandsätze anzusehen. Dann soll der Mann plötzlich ein Messer gezogen und versucht haben, die beiden Beamten anzugreifen. Einer der Polizisten greift daraufhin zu seiner Dienstwaffe und schießt auf den 23-Jährigen. Der Mann wird schwer verletzt und muss im Krankenhaus notoperiert werden. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Ermittler nicht. Die beiden Polizisten bleiben körperlich unverletzt.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Staatsanwaltschaft vermutet „Suicide by Cop“

Nach ersten Erkenntnissen könnte der 23-Jährige den Polizeieinsatz gezielt provoziert haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf geht derzeit von einem möglichen sogenannten „Suicide by Cop“ aus. Damit werden Fälle bezeichnet, in denen Menschen Einsatzkräfte bewusst in eine Situation bringen, in der diese von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen, um dadurch den eigenen Tod herbeizuführen. Nach Einschätzung der Ermittler könnte sich der 23-Jährige den Hinweis auf die Molotowcocktails ausgedacht haben, um die Polizisten aus der Wache zu locken. Bei den vermeintlichen Brandsätzen handelte es sich demnach lediglich um Bierflaschen ohne brennbaren Inhalt. Eine Gefahr ging von ihnen laut Staatsanwaltschaft nicht aus.

Hintergründe des Angriffs werden untersucht

Warum der 23-Jährige so gehandelt hat und was dem Angriff vorausging, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Zur Nationalität des Mannes machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Auch wie es für ihn nach seiner Behandlung im Krankenhaus weitergeht, ist bislang offen. Trotz des beunruhigenden Vorfalls fühlt sich Anwohnerin Elena Lee in der Gegend weiterhin sicher. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Polizeieinsatzes dauern an.