30-Jähriger stirbt an SepsisNach Tod ihres Sohnes: Mutter aus NRW kämpft für mehr Sepsis-Aufklärung
Ihr Sohn sagte noch: „Mama, ich werde sterben.“ Wenig später war Jann tot. Der 30-Jährige starb vor knapp zwei Jahren an einer Sepsis, die nach Angaben seiner Mutter im Krankenhaus zu lange unerkannt blieb. Jetzt kämpft Kerstin Martensen dafür, dass andere Familien nicht das Gleiche erleben müssen.
Jann sollte eigentlich nach Hause
Jann hatte einen Gendefekt und wartete auf eine Spenderleber. Obwohl es ihm zunehmend schlechter ging, sollte er laut seiner Mutter am nächsten Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sie habe die Ärzte mehrfach auf seinen Zustand hingewiesen. „Ich habe gedacht, die Ärzte lassen ihn nicht nach Hause gehen, wenn er in Lebensgefahr ist“, erinnert sich Kerstin Martensen. Doch Jann starb an einer Sepsis. Dabei reagiert das Immunsystem so stark auf eine Infektion, dass körpereigene Organe und Gewebe geschädigt werden können. Schnelles Erkennen und Behandeln kann deshalb entscheidend sein.
380 Sepsis-Tote pro Tag
Wie schwer eine Sepsis zu erkennen sein kann, hat auch Kirsten Kemper erlebt. Sie erkrankte vor zwei Jahren und hielt ihre Beschwerden zunächst für einen Magen-Darm-Infekt. Von Sepsis und den möglichen Warnzeichen hatte sie bis dahin kaum etwas gehört. Genau das soll sich ändern. Im September, dem Sepsis-Monat, erinnern deshalb Holzherzen in Jülich an die Opfer. Deutschlandweit sterben nach Angaben der Initiatoren jeden Tag rund 380 Menschen an oder mit einer Sepsis.
Mutter fordert mehr Rechte für Angehörige
Kerstin Martensen will mit ihrer Initiative „Jann-190“ nicht nur aufklären. Sie fordert auch, dass Angehörige stärker gehört werden, wenn sie eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustands eines Patienten bemerken. Menschen in einer medizinischen Krise sollen dadurch schneller zusätzliche Hilfe bekommen können. In anderen Ländern gibt es bereits entsprechende Regelungen. Mittlerweile beschäftigt sich auch die NRW-Politik mit dem Thema. Für Martensen ist der Kampf vor allem mit einem Wunsch verbunden: Andere Familien sollen nicht erleben müssen, was ihrer Familie passiert ist.

































